Letzt sass ich mit einem Tourismusexperten abends zusammen, und wir unterhielten uns über zukünftige Angebote für Senioren. Er erzählte die Schwierigkeit bei der Planung von Angeboten für die Altersgruppe der Senioren.
“Stell dir vor, du bist sagen wir 65 Jahre alt und Single und buchst im Katalog eine Reise in diesen Luxuscomfort-Bussen, um sagen wir nach Südfrankreich zu kommen, wo du bei Freunden in ihrem Haus den Sommer verbringen willst.
Auf dem Parkplatz steht vor dir der Bus, groß, dunkel getönte Scheiben, du bist ein bisschen spät und alle sitzen schon drin.
Du steigst gutgelaunt ein – und siehst der Bus ist voll mit Senioren in deiner Altersgruppe und älter.
Wetten du würdest am liebsten wieder aussteigen – und wetten alle anderen im Bus wollen das auch ?
Das ist das Problem – keiner der Senioren will mit seinesgleichen verreisen und zu seinesgleichen gehören. Alle im Bus sind alt, aber keiner will dazu gehören.
Stell dir den selben Bus vor und du bist 15 oder 25 oder 35 Jahre und im Bus sitzt deine Generation – alles klar, keiner will deswegen wieder aussteigen.
Bei 55 fängt es so langsam an, ab 65 ist eine Seniorengruppe ein Horrorscenario im Kopf aller Beteiligten, obwohl noch keiner ein Wort mit dem Anderen geredet hat.”
Erleben wir an den heutigen Senioren das Selbstverständniss, das uns als Alte erwartet?
Gab es das schon mal, das sich eine ganze Altersgruppe selbst als “nicht gesellschaftsfähig” wertet?
Peter Löwenstein



[...] der, auch wenn wir es selbst nicht sind, sondern höchstens die Freunde unserer Kinder. - Senioren meiden sich gegenseitig wie die Pest / “Alt sind [...]