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Existenzgründung für Frauen: Service Börse Odenwald

Von Peter Löwenstein • 28. Okt 2004 • Kategorie: Alle Artikel, Bürgerengagement, Existenzgründung, Umstädter Marketing & Handel, Weiterbildung, Wirtschaftsförderung

Update 28.10.2004
Via Echo Online
Arbeit für Frauen in ländlicher Region
Regionale Wirtschaft: Verein Servicebörse Odenwald baut Angebot weiter aus
Zum Artikel bei Echo Online

Regioblog Artikel vom 13.09.2004:

Flexible Auftragsvermittlung für selbständige Frauen im Odenwald
Seit 2001 vermittelt im Odenwald die Service Börse Odenwald (eingetragener Verein) die Dienstleistungen seiner Mitgliederinnen. Das Ziel des Vereins ist, ausschliesslich Frauen den Start in die Selbständigkeit zu ermöglichen und diesen als seinen Mitgliederinnen über die Service Börse Odenwald Aufträge der Kunden zu vermitteln. Der Verein entlastet seine Mitgliederinnen dabei von Abrechnung und Rechnungstellung gegenüber den Kunden, betreibt die Öffentlichkeitsarbeit und die Teilnahme an Messen und organisiert auch die Weiterbildung seiner Mitgliederinnen. Die Mitgliederinnen sind selbständig mit eigener Gewerbeanmeldung, die sich über den Verein an die Kunden vermitteln lassen. Je nach eigener Zeitplanung und dem familiären Umfeld bietet sich für Frauen eine flexible Möglichkeit, eigenes Geld zu verdienen. Die Stundensätze sind dabei für alle Mitgliederinnen gleichermassen gültig, berücksichtigen die eigene Qualifikation und gehen z.B. für Hauswirtschaftstätigkeiten von 13.50 bis 15.40 €.

Die Dienstleistungen der Service Börse Odenwald decken im Wesentlichen diese Nachfragen ab:

    Hauswirtschaft und Leistungen rund um den Garten
    Seniorenbetreuung
    Fahrdienste
    Veranstaltungsmanagement für Feste und Feiern

Mittlerweile unabhängig von Fördermitteln
Der Verein suchte anfangs öffentliche Fördermittel, hat sich allerdings seit dem 1.10.2003 ganz bewusst von allen öffentlichen Förderungen und Zuwendungen unabhängig gemacht und ist jetzt erfolgreicher tätig als je zuvor. Insbesondere die Ungewissheit der Vergangenheit über die Zuteilung neuer Mittel brachte den Verein nach dem ersten Jahr wiederholt in kritische Situationen, wobei die Förderung zu Beginn als sehr hilfreich angesehen wird. Die bewusste Entscheidung des Vereins im Herbst des letzten Jahres zukünftig keine Fördermittel mehr zu beanspruchen wird jetzt allerdings sehr positiv gewertet. “Alle Unsicherheiten durch den möglicherweise drohenden Ausfall der Fördergelder fürs nächste Jahr entfällt jetzt und der Verein muss vor allem keine eigenen Kräfte mehr in den komplizierten Formalismus der Antragstellung und der Begründungen stecken. In die Anträge wurde viel Kraft und Zeit investiert, die jetzt direkt für den Verein verwendet werden kann, für die Gewinnung neuer Aufträge und in die Öffentlichkeitsarbeit” so Manuela Weidmann in einem Gespräch mit mir.

Von Heidelberg über Darmstadt bis Frankfurt und von Babenhausen bis an den Rhein werden gegenwärtig 180 Aufträge von 22 aktiven Mitgliederinnen pro Halbjahr abgewickelt – mit einer steilen Tendenz nach oben, bei Beginn waren es 60 Aufträge pro Halbjahr.

Was den Erfolg ausmacht
Als Grundlage für den Erfolg werden von Manuela Weidmann benannt:

    Kooperationen im regionalen Netzwerk bis hin zur Angebotsweitergabe an andere Selbständige auch ausserhalb des Vereins
    Ausrichtung der eigenen Mitgliederinnenstruktur an der Nachfrage der Kunden. Mit verwundertem Kopfschütteln wird im Verein z.B. die Strategie der Arbeitsämter bewertet, arbeitslose Frauen nach wie vor vor allem in Bürojobs zu qualifizieren. “Allen neuen Bewerberinnen in diesen Tätigkeitsbereichen müssen wir absagen, da wir für Bürotätigkeiten keine ausreichende Nachfrage haben” sagte Manuela Weidmann von der SBO .
    Unterstützung der Frauen beim Schritt in die Selbständigkeit durch die Vermittlung der eigenen Erfahrungen in kostenlosen Beratungsgesprächen, auch mit dem Lebenspartner der Frauen: “Die größte Hürde stellt den Wechsel in die Selbständigkeit dar. Viele Frauen scheuen diesen Schritt aus Unkenntnis über die notwendigen formalen Schritte. Und die Ehemänner winken sehr oft ab, wenn ihre Frauen selbständig werden wollen – damit wäre doch kein Geld zu verdienen. Nach den Beratungsgesprächen ändert sich das dann schnell.”

Der Verein selber refinanziert seine eigenen Aufwände ausschliesslich durch eine Provision in Höhe von 10% des Auftragsvolumens der vermittelten Aufträge und einen Vereinsjahresbeitrag von € 123.- , beides müssen die Mitgliederinnen an den Verein zahlen.

Verstärkte Nachfrage aus benachbarten Regionen
Das Modell der Service Börse Odenwald wird mittlerweile verstärkt nachgefragt. “Wir haben Nachfragen von Frauen aus dem Kreis Darmstadt-Dieburg, die dort im Team von 3-4 Frauen eine Aussenstelle der Service Börse Odenwald aufbauen wollen. Auch aus den benachbarten Region kommen Anfragen, z.B. vom Landfrauenservice am Neckar.”

Zwei Ziele für 2005
Die Ziele der Service Börse Odenwald für 2005 stellt Manuela Weidmann so dar:
Eine flexiblere und kürzere Reaktion auf neu eingegangene Aufträge. “Gegenwärtig können wir auf Aufträge innerhalb von 2-3 Tagen reagieren. Wir wollen aber 3-4 Frauen auf Abruf anbieten können, um auch kurzfristig eingehende Nachfragen z.B. als Ersatz für erkrankte Verkäuferinnen im Einzelhandel abwickeln zu können.”

Und am Wachstum des Vereins bestehen für Manuela Weidmann kein Zweifel. “Gerade durch die aktuellen Änderungen mit Hartz IV glaube ich, das unsere Mitgliederzahl im ersten Halbjahr 2005 um 10 weitere Frauen wachsen wird”.

Link zur Service Börse Odenwald

Peter Löwenstein

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Ein Kommentar »

  1. Prima Artikel, wusste gar nicht das es das im Odenwald gibt.
    Monika Trabold

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