Ein bekanntes Lüneburger Tourismus Beratungsunternehmen, “Projekt M” hat sich mit vollen Wäschekörben der Werbe Prospekte zum Thema Odenwald beschäftigt und ein wenig schmeichelhaftes Fazit gezogen: Zu viel Gedrucktes mit dem gleichen Thema, zu kleine Auflagen um für Werbekunden interessant zu werden, inhaltlich wenig aufeinander abgestimmt und irgendwie langweilig weil öfters mal die gleichen Bildmotive verwandt werden.
Zum Nachlesen hier bei Echo Online: Unprofessionell, zu teuer, veraltet
Das sich die Odenwälder Tourismusvermarkter eher aus dem Weg gehen als zu kooperieren ist ja bekannt. Und es gibt zu viele Vereine und Tourismuseinrichtungen der Kreisverwaltungen und Kommunen, die sich mit der Vermarktung des Odenwaldes beschäftigen und leider gegeneinander arbeiten. Beispielhaft der zwischen Landrat Schnur und Wilkes nach wie vor schwelende grundsätzliche Streit, ob der Odenwald als Odenwald vermarktet werden soll oder als Teil eines Nibelungenlandes.
Positiv formuliert besteht da noch ein gewaltiges Potential für externe Beratungsaufträge. Doch das wird wenig bringen, solange sich die Landräte der Landkreise Odenwaldkreis und Bergstrasse Odenwald nicht auf einen gemeinsamen Plan zur Vermarktung des Odenwaldes einigen können. Ausser für den beauftragten Berater natürlich
Motzen alleine zählt nicht – es gibt für mich mehrere Ansatzpunkte, den Odenwald kosteneffektiv zu vermarkten:
Vorneweg: Die effektivste Werbung für eine Region wird von den zufriedenen Besuchern und den eigenen Leuten gemacht durch Mundpropaganda und das Schwärmen über den letzten tollen Urlaub. Was kostet das die Tourismusvermarkter ? Nur den Aufwand, die privaten Seiten mit den Reiseberichten zum Odenwald im Internet zu finden, die passenden auszuwählen und Auszüge davon mit Links auf die eigenen Werbeseiten zu stellen. Und die Akzeptanz dafür, das mit solchen im Odenwald bei Hanna Holuscha und Kollegen noch wenig anerkannten Methoden auch grossartige Werbeeffekte erzielt werden können.
Meine Bestenliste zur Vermarktung des Odenwaldes:
Einigung auf die Verwendung der Begriffe “Odenwald” mit seinen Nachbarn wie z.B. der “Bergstrasse”. Eine klare Abgrenzung der Begriffe muss her. Ein Leitbild für die mit der Vermarktung beauftragten Tourismuseinrichtungen muss her.
Erstellung eines mehrfach nutzbaren gedruckten Marketingsets bestehend aus einer allgemeinen Info zum Odenwald als Hülle und der Möglichkeit, Informationen zu regionalen Details wie den am meisten nachgefragten Sehenswürdigkeiten einzulegen.
Dabei wird die Refinanzierung durch die nahtlose Einbindung von hochwertigen redaktionellen Text- und Bildbeiträgen ermöglicht, die die Leistungen und Angebote der Werbepartner intelligent integrieren.
Stärkere Beachtung und Förderung der privaten Angebote der eigenen Bürger im Internet, z.B. Stadtwikis, Blogs zu Land und Leuten und Homepages mit Fotos und Reiseberichten. Wer sich überlegt den Odenwald zu besuchen und sich im Internet informiert wird einem von seiner Heimat Odenwald schwärmenden Einheimischen dankbar die Tipps zu Unterkunft und den schönsten Sehenswürdigkeiten abnehmen. Zum Vergleich: Tourismuswerbeseiten können diese Glaubwürdigkeit nur mit ungleich höherem Aufwand erreichen, weil jeder Besucher schon mit der Schere “Werbung” im Kopf die Seiten liest.
Nochmal Internet: Nutzung der Möglichkeiten von bekannten Internetdienstleistern wie z.B. Google Earth oder dem Bilderdienst Flickr
Weitere Artikel mit konkreten Beispielen und Erfolgsgeschichten dazu:
- Der Geopark Bergstrasse Odenwald in der Diskussion
- Tourismus Marketing mit Google Earth- Beispiel Erbacher Schloss in Google Earth
- Beispiel Fotoseiten von Odenwädern: Meine regioblog Fotos zum Odenwald als animierte Fotoshow bei Flickr: 200 aktuelle Bilder
- Beispiel Odenwald Portal: bei Wikipedia
- Realisierung kommunaler Infoseiten durch Stadtwikis
- Tourismusbehörde entdeckt den Werbeeffekt von Bloggern für die Region
- WM 2006 – was bleibt für die Region noch zu tun
- Chancen: Geocaching im Rhein-Main-Gebiet
- Geocaching – Dominoeffekt für den Tourismus




Peter, Du hast Recht. Doch habe ich den Verdacht, dass die Strukturen derart verkrustet sind, dass nur noch schweres Gerät á la Presslufthammer wirken könnte. Da helfen auch zig externe Berater nicht – höchstens beim Geldausgeben, das nicht vorhanden ist oder woanders nötiger wäre.
Mich würde ja mal interessieren, wieviel Umsatz durch die “offiziellen” Sites gemacht wurde, natürlich abzüglich der daraus resultierenden Unkosten. doch dürfte das nicht viel sein.
Ein “Guerillamarketing” besitzt der Odenwald ja dank des Erbacher Schlosskaufs in diesem Jahr. Was passiert aber nächstes Jahr?