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Südhessen im Klimawandel: Mögliche Wirkungen

Von Peter Löwenstein • 18. Okt 2006 • Kategorie: Alle Artikel, Studien, Südhessen, Umweltschutz

So jetzt ist es wieder ein Stückchen offizieller: Das Klima in Deutschland ändert sich rascher als erwartet. Der Spiegel schreibt heute zur jüngsten bekannt gewordenen Studie:

Hitzewellen, heftiger Regen, Schäden in Milliardenhöhe und viele Tote: Eine neue Studie warnt, der Klimawandel wird Deutschland in den nächsten Jahrzehnten massiv verändern. Verhindern kann die Folgen der Erwärmung niemand mehr, die Bundesregierung setzt daher auf Anpassung.

Klar, ich bin kein Experte für Klimawandel, aber das behaupte ich auch nicht, wenn ich hier die Ergebnisse vor allem in Anlehnung an die Studie des Bundesamtes zusammenfasse und für Südhessen ergänze und focussiere.

Die wichtigsten möglichen Wirkungen des Klimawandels in Südhessen:

Gesundheit: durch Hitzewellen, Stürme, Überschwemmungen oder Erdrutsche verursachte Erkrankungen und Verletzungen sowie veränderte Verbreitungsgebiete von in Warmgebieten übertragener Krankheiten (wie FSME20, Borrheliose), Zuwanderung neuer hier bisher unbekannter oder ausgestorbener Krankheiten wie z.B. Malaria

Landwirtschaft: verringerte Ernteerträge sowie abnehmende Ertragssicherheit durch erhöhte Klimavariabilität (im Sommer z.B. sechs Wochen Sonne, dann drei Tage Starkregen, dann drei Wochen Sonne )

Forstwirtschaft: erhöhte Anfälligkeit nicht standortgerechter Baumarten (vor allem reine Fichtenbestände) vor allem im Odenwald sowie erhöhte Waldbrandgefahr und zunehmende Belastung der Wälder durch Schädlinge und Wetterextreme

Wasserwirtschaft: steigende Gefahr für Hochwasser (Winter/Frühjahr) sowie häufigeres Niedrigwasser (Sommer), sinkende Grundwasserspiegel

Naturschutz: Gefährdung der Artenvielfalt, insbes. in Feuchtgebieten und den Höhenlagen des Odenwaldes

Verkehr: Beeinträchtigung des Flugverkehrs am Frankfurter Flughafen wegen sich verändernder Luftströmungsverhältnisse sowie der Binnenschifffahrt auf Rhein und Main durch häufigere Hoch- und Niedrigwasser

Tourismus: Abnahme der Schneesicherheit in der Mittelgebirgsregion des Odenwaldes sowie zunehmender Hitzestress (z.B. in Rhein-Maintallagen oder an der Bergstrasse)

Finanzwirtschaft: höhere direkte Kosten in Haftungsfällen für Versicherer und Rückversicherer, Vermehrte Ablehnung von Objekten in gefährdeten Hochwassergebieten am Rhein und Main durch Versicherungen

Energiewirtschaft: Beeinträchtigung der Kühlleistung von Kraftwerken (z.B. Biblis) durch Hoch- und Niedrigwasser sowie der Stromnetze durch Eislasten, Starkwind und -regen

Städtebau und Stadtplanung: Überwärmung und mangelnde Durchlüftung von Innenstädten sowie zu gering bemessene Kanalisationsanlagen

Gebäudetechnik: stärkere Hitzebelastung in Innenräumen durch mangelnden Strahlungsschutz von Gebäuden und höhere Lufttemperaturen, stark sinkender Wohnkomfort in den heutigen Wohnungsbeständen, bei denen aktuelle Klimaerkenntnisse bei Modernisierungsmassnahmen nicht berücksichtigt werden, zunehmende Unbewohnbarkeit von nicht isolierten oder nicht modernisierten Wohnungsbeständen durch Bewohner mit stärkeren Gesundheitsrisiken (Senioren, Kranke, Kinder)

Weitere Quellen: Umweltbundesamt,
RP Darmstadt, Hochwassergefahrenkarte Main und Rhein als PDF Dokumente.

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