Der Regionalbauernverband Starkenburg im Interview mit der Frankfurter Rundschau:
Die Universität Gießen plant im Landkreis Groß-Gerau Versuche mit gentechnisch verändertem Mais. Würden Sie den Anbau genmanipulierter Pflanzen ebenfalls als Chance bewerten?
Ja und Nein. Um es klarzustellen: Der Regionalbauernverband Starkenburg rät seinen Mitgliedern davon ab, auf gentechnisch veränderte Pflanzen zu setzen. Erstens ist die Qualität unserer Produkte so gut, dass wir aktuell keinen großen Nutzen hätten. Zweitens wollen wir die Kunden nicht verunsichern. Außerdem exportieren südhessische Bauern weltweit Produkte – etwa nach China und in die USA – eben weil sie nicht gentechnisch verändert sind.
Aber?
Auf der anderen Seite werden die Schädlinge zunehmend gegen Pflanzenschutzmittel resistent. Möglicherweise wären genetisch veränderte Sorten der zweiten oder dritten Generation weniger anfällig. Weil wir wissen, dass die Nutzung der Gentechnik umstritten ist, sollte die Wissenschaft Risikoanalysen nach objektiven Gesichtspunkten erstellen können. Erst wenn wir mit Sicherheit sagen könnten, dass an der Kritik nichts dran ist, könnten wir guten Gewissens anbauen. Vorstellbar wäre, dass solche Pflanzen zur Energiegewinnung genutzt werden.
Sie befürworten also Versuche mit gentechnisch verändertem Mais im Kreis Groß-Gerau?
Es geht auch darum, ob wir in Deutschland den technologischen Anschluss an andere Länder verlieren wollen. Um Vorteile und Risiken der Gentechnologie beurteilen zu können, müssen wir zumindest den Anbau zu Versuchszwecken genehmigen.
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