Das Thema Verkehr im Landkreis dreht sich um die Frage, wie stark der Brummi Zuwachs werden wird. Die Befürchtungen der Bürger haben zur Gründung verschiedener Initiativen geführt, wie der “Keine Fernstraße Ober-Ramstadt” mit dem Initiator Robert Schweitzer von den Ober-Ramstädter Grünen.
Entscheidenden Einfluss auf die Antwort hat ein kleines Kästchen: Der GPS Routenplaner im Führerhäuschen des LKWs. Kenner sagen voraus, dass die B 426 im Landkreis Darmstadt-Dieburg zusammen mit der B 38 und der B 26 eine Ost-West Transitroute für LKWs werden wird. Brummifahrer, die ab Darmstadt Richtung Würzburg wollen sparen so den teureren, weiteren und länger dauernden Umweg über das Frankfurter Kreuz.
Wie bewerten GPS Routenplaner in LKWs die Transitroute auf der Ost-West Achse durch den Landkreis Darmstadt-Dieburg zwischen der A5 Pfungstadt und der A3 Stockstadt ?
Fahrtstrecke: A3 Stockstadt nach A5 Pfungstadt
- 1, über die A3 / A5 via Frankfurt Kreuz 63 km., Dauer ca. 50 min., Kosten: 8,82 € Maut und 21 € für Diesel, Gesamtkosten: 29,61 €
- 2, über die B 26, quer durch Darmstadt 45 km., Dauer 54 min., Kosten: 0 € Maut und 14,85 € für Diesel, Gesamtkosten: 14,85 €
- 3, über die B 26 und Darmstadt Nord 50 km., Dauer 60 min., Kosten: 1,05 € Maut und 16,50 für Diesel, Gesamtkosten: 17.55 €
- 4, über die B 26 / B 426 durch Reinheim, 52 km., Dauer 57 min., Kosten 0.- € Maut und 17,16 für Diesel, Gesamtkosten: 17,16 €
- 5, über die B 26 /B 426 durch den Lohbergtunnel, 44 km., Dauer 48 min., Kosten: 0.- € Maut und 14,52 für Diesel, Gesamtkosten 14,52 €
Diese Berechnungen wurden von Dr. Gerhard Müller-Broll aus Ober-Ramstadt mit einem modernen, handelsüblichen Routenplaner mit den üblichen Reisezeiten und üblichen Verbrauchswerten für schwere LKWs erstellt, Merci dafür.
Auf einen Blick ist zu erkennen: Die für LKWs günstigste Route zwischen der A3 und der A5 führt über die B 426 / B26 quer durch den Landkreis. Sie ist um über die Hälfte billiger (17.16€ oder 14,52 €) als die Route über das Frankfurter Kreuz (29,61 €) und sie wird noch schneller,
- wenn der kurz vor der Fertigstellung stehende Lohbergtunnel als Umgehung für das Nadelöhr Nieder-Ramstadt im Herbst 2007 freigegeben wird,
- und die Westumgehung für Reinheim gebaut wurde.
Das Verrückte daran ist: Je schwerer die LKWs sind und je mehr Achsen sie haben, desto mehr Mautgebühren und Dieseltreibstoffkosten fallen an. Jeder mautfreie Kilometer weniger über Bundes- und Landstrassen zählt für Spediteure in der Kostenrechnung. Jede weitere Umgehungsstrasse ergibt noch höhere Einsparungen, womit die Attraktivität der Ost-West Achse durch den Landkreis Darmstadt-Dieburg für GPS Routenplaner weiter gesteigert wird. Das für Reinheim die Westumgehung dringend notwendig ist wird noch nicht einmal von den Reinheimer Grünen selber bestritten, sie entlastet Reinheim vom täglichen Pendlerverkehr von und nach Darmstadt.
Auf die überregionalen Zusammenhänge wurde im Landkreis bei der kleinteiligen Verkehrsplanung für Landes- und Bundesstrassen des Kreises in den letzten Jahrzehnten wenig geachtet. Ganz anders agieren dagegen GPS Routenplaner, welche spätestens mit der nächsten halbjährlichen Aktualisierung des Kartenmaterials jede Abkürzung kennen und dann bisher von Verkehrsplanern unbeachtete Streckenführungen quer durch die Pampa vorschlagen. Das sich die LKW Verkehrsströme so sprunghaft verlagern können überrascht Verkehrsplaner und Landräte immer wieder, die traditionell von ganz anderen Planungsgrundlagen ausgehen.
Auch hier drüben ist zu lesen:
Im Ober-Ramstädter Stadtteil Hahn ist die Belastung bereits jetzt beträchtlich. Die Bürger fürchten, dass der Verkehr noch zunimmt, wenn die Westumgehung Reinheim erst einmal fertig ist. Der Darmstadt-Dieburger Landrat spricht dagegen von „frei erfundenen Zahlen“ der Bürgerinitiative..”
Tschja…



