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Artikel und Meinungen aus Südhessen

Ziemlich schlapp: Der Online Auftritt von Echo-Online, (Online-Reichweite und Features)

Von Peter Löwenstein • 27. Jul 2007 • Kategorie: Alle Artikel, Meinung, Studien, Wiki

Derzeit sorgt das Darmstädter Echo mit der Artikelreihe zu den Online-Auftritten der Städte und Kommunen im Kreis Darmstadt-Dieburg bei den Entscheidern und den zuliefernden Web-Dienstleistern in den Rathäusern für viel Wirbel – unnötigen Wirbel wie ich meine, denn Echo-Online sollte sich eigentlich an die eigene Nase fassen, bevor es über andere Online-Auftritte urteilt.

Oder fassen lassen – was ich gerne mal tun will (und auch dazu einlade, die Diskusssion in das Forum von Echo-Online hineinzutragen):

Wie schaffen es die Medienhäuser in und um Südhessen mit ihren Onlineauftritten ihre Leser zu erreichen, (bewertet an der sogenannten Online Reichweite)?

Mit einem Satz: Offenbar immer schlechter – und Echo-Online offenbar am schlechtesten, wenn ich mir die Zahlen der AGOF anschaue.

Wer oder was ist die AGOF? Die AGOF (Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung e.V) hat eine anerkannte einheitliche Online-Reichweitenwährung entwickelt, deren Kriterien und Bewertungsgrundlagen auch von Echo-Online selbst anerkannt sind.
Die AGOF liefert quartalsweise mit ihrer Hitparade, neudeutsch “Ranking”, der Onlinereichweiten aller deutschen Internetanbieter verlässliche Zahlen zur Nutzung und Reichweite, die ich hier übersichtlich und auszugsweise zusammenfasse -(Quelle: “Ranking der Reichweiten Angebote im durchschnittlichen Monat”, AGOF).

Name des Verlags / Medienhauses Platz im 3. Quartal 2006 Platz im 4. Quartal 2006 Trend/Differenz
Echo-Online 154 181 -27
FAZ.NET 30 30 Gleichbleibend
Frankfurter Rundschau 83 106 -23
Morgenweb 160 165 -5
Offenbach Post Online 215 232 -17
Rhein-Main.Net 124 135 -11
Rhein Main Presse/Main-Rheiner 102 111 -9

 

Trend: Ein hier und da deutlicher Rückgang..

.. der Online-Reichweite, bei den hier auszugsweise dargestellten Medienhäusern vor allem bei Echo-Online.

Und: Das Echo-Online Angebot hat seine Online-Reichweiten Talfahrt im Vergleich zu den früheren Quartalen 2006 noch beschleunigt.
Das Angebot belegt im Vergleich der oben aufgeführten Medienhäuser für das 3. und 4. Quartal 2006 den traurigen Spitzenplatz derer, die am meisten Plätze verloren haben. Besser macht es das gerade modernisierte Morgenweb, das Online Portal des Mannheimer Morgen, das mit nur sieben Plätzen einen vergleichsweise milden Rutsch nach unten erlebt. Warum die FAZ ihren guten Platz halten kann kapier ich persönlich nicht. Wer sind die Gewinner? Die jungen und flexiblen Anbieter aus der New-Economy- von denen T-Online mit dem 1. Platz aus Darmstadt, Südhessen kommt.

Woran liegt es?

Da hilft vielleicht ein Blick in das Wortfeld-Wiki, bei dem ein Vergleich der “Features von Zeitungs-Websites in Deutschland” übersichtlich gelistet wird.
Am Beispiel des Darmstädter Echos wird das Dilemma, Stand 15.8.06 (also genau aus dem Zeitraum in dem die obigen Bewertungen der AGOF ermittelt wurden) erkennbar: Alle der 14 als wichtig angesehenen Merkmale sind beim Online Auftritt des Darmstädter Echos bis auf den Punkt 5, Video-Inhalte, schlicht nicht realisiert, oder werden beim vorhandenen zweiten Feature, dem Forum des Echo-Online, wie folgt abschlägig kommentiert: “Es gibt ein Forum, selbiges ist jedoch extrem primitiv.” Quelle: WortfeldWiki->Darmstädter Echo.

Die bei der Bewertung bewerteten Features werden im WortfeldWiki klar dargestellt:

  1. RSS-Feed: Bietet die Zeitung einen RSS-Feed an? Wenn ja, mit vollständigen Inhalten oder nur Teilen? (Dieser Punkt bezieht sich nicht auf RSS-Feeds von Journalisten-Blogs, nur auf Nachrichten-Inhalte.)
  2. RSS-Feed für unterschiedliche Bereiche: Wenn die Zeitung RSS-Feeds anbietet, gibt es Feeds für unterschiedliche Teilbereiche?
  3. Werbung in RSS-Feeds: Wenn die Zeitung RSS-Feeds anbietet, enthalten diese Werbung?
  4. Häufig gelesen: Bietet die Zeitung eine Liste der am häufigsten gelesenen, beliebtesten oder am meisten per Mail verschickten Meldungen an?
  5. Videos: Bietet die Zeitung Video-Inhalte an?
  6. Podcasts: Bietet die Zeitung Podcasts an?
  7. Chats: Bietet die Zeitung Live-Chats oder Chatrooms an?
  8. Journalisten-Blogs: Bietet die Zeitung Weblogs von Journalisten an?
  9. Journalisten-Blogs mit Kommentaren: Falls die Zeitung Weblogs von Journalisten anbietet, können Leser auf diesen Weblogs kommentieren?
  10. Blogroll: Falls die Zeitung Weblogs von Journalisten anbietet, enthalten diese Links zu externen Weblogs?
  11. Leser-Kommentare: Können Leser Artikel auf der Website kommentieren?
  12. Registrierung: Ist eine Registrierung notwendig, um die Artikel zu sehen?
  13. Bookmarking: Bietet die Zeitung eine Bookmarking-Funktion an, also Artikeln mit Lesezeichen zu versehen? Ist es ein internes (also eigenes) System oder ein externes (wie del.icio.us)?
  14. Foren: Bietet die Zeitung Foren?

Alles in allem lesen sich die bewerteten Features ziemlich vernünftig.
Ergänzend würde ich mir noch zwei weitere Kriterien wünschen.
“1:1 Kopie der gedruckten Inhalte: Bietet der Online-Auftritt vollständige Artikel an – oder lediglich Auszüge mit einem Verweis auf die gedruckte Ausgabe?”
“Abonnenten: Können Abonnenten der gedruckten Ausgabe vollständige Artikel lesen (evtl. nach vorher gehender Registrierung)?”

Zusammenfassung

Für Echo-Online ergeben die AGOF Zahlen und die Darstellung im WortfeldWiki ein wenig vorteilhaftes Bild. Die Online-Reichweite sinkt immer schneller und der Online Auftritt bietet zumindest wenn man dem WortfeldWiki folgen möchte sehr wenig attraktive Features für seine Online-Leser an.

Erstaunlich, daß sich dann die Echo-Redaktion an das anspruchsvolle Thema der Bewertung der kommunalen Online-Auftritte im Kreis heranwagt. Das ist ein Thema, daß m.M. ähnliche, vergleichbare Kriterien und eine vorhandene, fachlich ausgezeichnete Online-Kompetenz bei den Autoren voraussetzt, woran ich beim Lesen der bisherigen Echo-Online Artikel starke Zweifel habe.

Achja: Gerne hätte ich diesen Beitrag in das Online-Forum von Echo-Online selbst hineingestellt. Auf diese Möglichkeit wurde ja auch von Echo-Online als Diskussion zum Schwerpunkt-Thema zu Beginn der Artikelserie über die kommunalen Webauftritte besonders hingewiesen. Dazu habe ich mich im Forum von Echo-Online am 19.7.2007 registriert.
Die postwendende Email kam sofort:

Willkommen auf forum.echo-online.de.
[...]
Ihr Account ist im Moment inaktiv. Der Administrator muss ihn erst aktivieren, bevor Sie sich einloggen können. Sie bekommen eine weitere E-Mail, wenn dies geschehen ist.
[...]

Vielen Dank für Ihre Registrierung!

Auf die versprochene Email mit der Nachricht zur “Aktivierung” von Echo-Online warte ich bisher :-(
Nachtrag: Eben kam eine Email: Mein Echo-Online Forum Zugang ist mittlerweile freigeschaltet worden. Also kann es auch dort im Forum mit der Diskusssion weitergehen, wenn ihr mögt.

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3 Kommentare »

  1. Nun bin ich zwar einer der Betroffenen, erlaube mir aber dennoch einen Kommentar zu den sehr zutreffenden Ausführungen oben.

    Liest man den heutigen Beitrag über Seeheim-Jugenheim fällt auf, dass es nicht glücklich ist, die einzelnen Web-Auftritte von unterschiedlichen Journalisten beurteilen zu lassen. Zwar liegt den Berichten ein einheitlicher Fragenkatalog zugrunde. Dessen Ausgestaltung aber fällt doch sehr verschieden aus. So wurden im Bericht über Groß-Umstadt die Zugriffszahlen geliefert, aber nicht besprochen. Sie liegen im Schnitt um mehr als das Doppelte über den für Seeheim-Jugenheim genannten. Die Diskussion um das finanzielle Engagement der Kommunen, die in einzelnen Gemeinden nun sicher bald entstehen wird, müssen solche Daten aber berücksichtigen. Ansonsten läuft man Gefahr, Äpfel und Birnen zu vergleichen.

    Auch das im Fragenkatalog vorhandene Thema “Barrierefreiheit” findet bisher in den Kritiken keinen fachlich fundierten Widerhall – und wenn, dann nur in rudimentärer Form. Zitat Klaus Holdefehr im Beitrag über Groß-Umstadt: “(…) die Schriften lassen sich beliebig vergrößern, wobei allerdings ab einer bestimmten Größe das Layout verloren geht.” Was sich hier liest wie eine Fehlfunktion, ist die technische Folge der Trennung von Form und Inhalt, einem wesentlichen Aspekt der Barrierefreiheit. Zu Seeheim-Jugenheim war diesbezüglich gar nichts zu lesen, obwohl man sich gewiss auch dort entsprechende Gedanken gemacht hat.

    Die Forderung nach fachlich kompetenter Beurteilung besteht also zu Recht. Die Berichterstattung muss möglichst tragfähige Vergleichbarkeit liefern, ansonsten ist sie nichts Wert. Die Urteilskraft dazu traut man am ehesten demjenigen zu, der mit gutem Beispiel voran geht.

  2. Finde den Online-Auftritt vom auch recht altbacken. Vor allem sind noch viele Seiten mit der Endung .php3 drin. Das sagt ja auch schon einiges.
    Dann erlaubt sich das Echo monentan eine Serie über die diversen Stadtportale, obwohl deren Auftritt auch nicht viel besser ist…

  3. Am 2.10. ist ja IT- und Online-Tag bei der IHK in Darmstadt.
    Vielleicht kommen ja dort ein paar neue Ideen und Kontakte die bei diesem Thema weiterhelfen…

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