
Immer wieder stellt sich mir die Frage, wieso in Image- und PR-Kampagnen von Städten und Landkreisen soviel Aufwand, guter Wille und Geld versenkt wird.
Johnny schreibt zum Beispiel der Be-Berlin Kampagne:
Es gibt viele Herausforderungen, aber ebenso viele Geschichten in meiner Geburtsstadt, viele tolle Ideen, viele abgedrehte und auch geradlinige Projekte, viele inspirierte und inspirierende Gesichter. Warum also versenkt der Berliner Senat die Projektgelder mit einer solch unkreativen Website, statt sie in eine Redaktion zu investieren, die diese Gesichter und Geschichten auf einer modernen Site und ohne albernes PR-Gewäsch vorstellt, mit Fakten und Daten untermauert, diskutiert, verlinkt und verbreitet und die somit den grandiosen Wahn der Stadt an einer zentralen Stelle dokumentiert?
Die Antwort ist ganz einfach: Weil dies nie die Intention der Kampagne war.
Die Intention der Kampagne ist die aller der meisten Image- und PR-Kampagnen: Jemand möchte so tun, als würde er etwas tun. Jemand möchte seinen Vorgesetzten blenden, auf seinem Stuhl sitzenbleiben, eine Pressemeldung herausgeben, einen Etat rechtfertigen, eine Excel-Tabelle schließen, einen Haken hinter einen offenen Punkt in seiner Zuständigkeitsliste machen können:
Fertig, gucken sie mal! Toll, oder? Da soll nochmal einer sagen, wir würden nichts machen!Nur darum geht es, und um nichts anderes. Politik eben.
Meine Ergänzung: Auch das Abgreifen von Fördergeldern durch Kommunen passt hier rein. Oft genug ist von der EU ein Geldtopf aufgemacht worden, in bester Absicht, und dann fällt die Entscheidung der Verwaltungsspitze: Das lassen wir uns nicht durch die Lappen gehen. Wie kommen wir da dran? Was dann als Intention eine ganz andere ist. Der Unterschied: Schon das Bewilligen der Förderung wird dem Bürger als Erfolg verkauft.


