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Wenige Informationen aus Hessen für Uran Werte in Wasser

Von Peter Löwenstein • 5. Aug 2008 • Kategorie: Darmstadt-Dieburg, Umweltschutz
Wasserwerk
Creative Commons License credit: rbrands

Heute überall in den Medien: Foodwatch hat umfangreiche Daten gesammelt, wieviel Uran in Trinkwasser und Mineralwasser vorhanden ist. Uran? Foodwatch schreibt: “Uran ist gesundheitsschädlich, Uran ist ein radioaktives, giftiges Schwermetall, das vor allem die Niere schädigt.” Unterschieden werden muss dabei in Mineralwasser und Trinkwasser. Nur für Mineralwasser gibt es einen Grenzwert. Da drüben mehr dazu, Trinkwasser und Mineralwasser. (Die Website von Foodwatch ist im Moment nur schwer zu erreichen.)

Foodwatch weist auf teilweise hohe, über vereinbarten Grenzwerten liegende Messwerte in Mineralwasser hin. Risiken für die Gesundheit von Schwangeren und Säuglingen liegen vor.

Wer in Hessen ist betroffen?

Trinkwasser

Foodwatch fordert, daß für Trinkwasser endlich ein Grenzwert gelten soll: Maximal 2 Mikrogramm des giftigen Schwermetalls Uran pro Liter (µg/l). Dies ist derselbe Grenzwert wie bei Mineralwasser.

Schätzungen sagen, 5% des Trinkwassers aus der Leitung wird getrunken oder zum Kochen verwendet. Der Rest landet im Lokus und der Waschmaschine. Uran kann aus Wasser herausgefiltert werden – dies wird aber bei Trinkwasser in Wasserwerken so gut wie nie gemacht.

Hessen? Es ist ganz einfach – Hessen sieht sauber aus: Denn das zuständige hessische Ministerium hat Foodwatch keine Messdaten bereitgestellt. Als einziges Ministerium der 16 Ministerien in Deutschland. (Quelle Foodwatch.)

Aber Foodwatch schreibt über die anderen Messwerte: “Trinkwasser enthält in Deutschland vielfach mehr als 2 Mikrogramm des giftigen Schwermetalls Uran pro Liter (µg/l). Fast jeder achte der knapp 8.200 übermittelten Werte liegt darüber.
Es ist an der Zeit für die Hessische Landesregierung endlich auch eigene Werte vorzulegen. Müssen die oder sollen die uns nicht eigentlich von sich aus informieren? Interessante Frage – Foodwatch hat dazu Infos.

Werden in Hessen Umweltwerte zu Wasserbelastungen regelmässig weggeschlossen? Foodwatch bekam keine Auskunft – und meine eigene bescheidene Erfahrung mit dem zuständigen hessischen Ministerium belegt dies auch: Seit meiner Artikelserie vor drei Jahren über die Belastung des Flüsschen Gersprenz mit Pestizid- und Unkrautvernichtungsmitteln wurden keine neuen Messwerte wie vorher gewohnt veröffentlicht, obwohl die Gewässermessungen gemacht wurden und werden und Ergebnisse vorliegen. Frühere Werte zeigten, das die Belastung enorm hoch ist, Fischbrut und Kleine Wasserlebewesen werden dadurch bedroht.

Mineralwasser

Hierzu gibt es zwei Listen. Lebensmittelketten sorgen dafür, daß Mineralwasser kreuz und quer durch die Lande gekarrt wird. Wer trinkt denn schon konsequent Mineralwasser regionaler Herkunft? Schaut deshalb selbst nach eurem Lieblingswasser.

  • Uran: Firmenauskünfte und Antworten staatlicher Stellen:Ergebnisse vom Juli 2008 (PDF).
  • Uran: Außerdem liegt Foodwatch eine weitere Liste der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft vor. In dieser Liste (PDF) werden seit 2000 die Uranwerte euopäischer Mineralwasser aufgeführt.
  • Update 6.August – Andere Werte: Diese Liste von 495 Mineralwässern aus allen Ländern kann nach Land oder auch alphabetisch durchsucht werden. Übersichtlich, viele relevante Werte, mehrsprachig und bequem zu durchsuchen.
Update 5. August

“In Hessen gibt es nach Auskunft des Sozialministeriums in Wiesbaden keine auffällige Uran-Belastung von Trinkwasser. Dies habe eine Abfrage bei allen Gesundheitsämtern im Land ergeben, sagte ein Ministeriumssprecher am Dienstag.”

Mehr dazu

Das macht doch Hoffnung. Schaue ich aber genauer hin dann heisst es:
“Im Bereich der übrigen 13 Gesundheitsämter überschreite die Uran-Konzentration nicht zehn Mikrogramm pro Liter Trinkwasser.” Also über 2 und unter 10. Die 2 gilt bei Mineralwasser als zulässige Obergrenze. Der bis zu 5-fache Wert soll für Trinkwasser dann ok sein?

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