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Update – Aus Elternsicht: Sorgenkind Social Networks

Von Peter Löwenstein • 22. Okt 2008 • Kategorie: Bürgerengagement, Meinung, Messen & Kongresse
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Creative Commons License Photo: edgeplot

Gerade explodieren die Anmeldungen bei schuelerVZ oder StudiVZ oder wer-kennt-wen. Wie toll, wichtig und spannend diese Entwicklung solcher Social Networks ist, und wieviel Geld man damit verdienen kann will ich hier nicht vertiefen, dafür gibt es Andere. Erstaunlich, mit welch religiöser Bewunderung uns von den neuesten Blüten des Internetsumpfs erzählt werden kann.

Millionen Kinder sind Tag für Tag in Social Networks unterwegs. Wie wirkt sich das auf die Kiddies aus? Alles halb so wild gilt hier nicht. Dazu war hier schon zu lesen, wie haarsträubend die AGB’s vieler Social Networks sind. Doch AGB’s interessieren nicht mehr, wenn nur Alle mitmachen? Social Networks wirken unter Kiddies derzeit wie eine Seuche, die im Schulhof übertragen wird.

Laut IVW gab es im Juli 2008 6,8 Mrd. Seitenaufrufe bei schülerVZ und ca. 125 Millionen Besuche von Kiddies. Damit ist schülerVZ die bei Jugendlichen populärste Online-Plattform in Deutschland, noch vor StudiVZ. „Auf schülerVZ liegen aktuell ca. 184 Mio. Fotos, wobei täglich ca.700.000 Bilder neu hinzukommen“ das sagt Oliver Skopec, Leiter von schülerVZ in einem Interview am 18. August 2008 auf mehrblog.net.

Dass diese Daten nicht nur einen kommunikativen Wandel der Kiddies ausdrücken, liegt auf der Hand. Mit den kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Folgen dieses Wandels müssen wir uns in Zukunft intensiv beschäftigen. Von Lehrern und Sozialpädagogen ist dazu zu hören: Wir haben immer weniger Ahnung, was dort passiert und wie sich das auf die Entwicklung der Kiddies auswirkt. Ich denke, in Social Netzworks des Internets entsteht eine sehr schnell wachsende Parallelgesellschaft, in die weder Eltern noch Pädagogen Einsicht haben.

Die Schwerkaliber der Profs und Doktores aus Forschung, Lehre und Wissenschaft kommen demnächst mit den ersten wissenschaftlichen Arbeiten an die Öffentlichkeit, die gespickt sind mit Warnungen und Gefahrhinweisen zur Nutzung von Social Networks durch Kiddies.

Eine dazu passende Veranstaltung für Eltern und Pädagogen findet am 5. November in Darmstadt statt.
Mehr Infos dazu dort, der Veranstaltungsflyer ist dort, als PDF.
Update – ein paar mehr Infos zu der Veranstaltung in Darmstadt:

ZIELE:
Roter Faden Medienkompetenzentwicklung
Wir rütteln auf, wir bieten Themen, wir lassen Meinungen zu
Wir zeigen das Spektrum auf
Jeder Gast kann/soll seinen Standpunkt einbringen bzw. entwickeln
Wir stellen unsere Schulen vor – unsere Rollen/ Standpunkte

Einige Themenschwerpunkte:
CSW Computer Studien Werkstatt , Prof. Sesink/ Fr. Zentgraf, TUD,
“Projekt Schule interaktiv: Medienkonzeptentwicklung als Schulentwicklungsaufgabe”

“Medienkompetenzentwicklung”, Dr. Hübner,

“Subliminale Manipulation und wertorientierte Medienpädagogik”, Dr. Godina, H. Fockner

“Auswirkungen elektronischer Medien auf Schulleistungen und Sozialverhalten”, H. Piniek, H. Helm, ESS

“Computereinsatz im Matheunterricht; Reflexion einer Lehrerfortbildung”, Fr. Brenner, H. Kempnich, FCSD
Olaf Katzwinkel

Außerdem Referate und Themen an den Diskussionsinseln, z. B. zu dem Thema “Medienkonzeptentwicklung als Schulentwicklungsaufgabe” .
Die Vermittlung von Medienkompetenz ist eine der großen Herausforderungen an Schulen.Die chancengleiche Teilhabe an einer durch Informations- und Kommunikationstechnologien geprägten Wissensgesellschaft wird nur für die Schüler/innen eröffnet, die Möglichkeiten und Risiken der Neuen Medien beurteilen und diese Technologien zur Bewältigung des Alltags (privat und beruflich) kompetent nutzen können.
Schulen müssen sich als Ganzes entwickeln, um diese Aufgabe bewältigen zu können.
– Wie können Schulen diesen Entwicklungsprozess angehen?
– Wie kann der Prozess sinnvoll unterstützt werden?

Dr. Edwin Hübner, Mathematiker, Physiker, Waldorflehrer, wissenschaftlicher Mitarbeiter des IPSUM-Institut mit dem Referat: „Medienkompetenz – was heißt das eigentlich?“ und dem Themenfocus: „Prozess der Medienkompetenzentwicklung“, insb. unter dem Zeitaspekt – Übergänge brauchen Zeit, Langsamkeit in der Bildung wichtig. Welche Fähigkeiten werden von der Computerkompetenz vorausgesetzt und ab welchem Alter sind diese genügend entwickelt? Welche Angebote brauchen Kinder, um diese Fähigkeiten auch entwickeln zu können? Was behindert diese Entwicklung? Unterscheidung zwischen “Inhaltsaspekt” und “Seinsaspekt” der Medien

Ihr seht, eine Menge Wissen und vor allem viele Möglichkeiten zum aktiven Mitmachen werden dort angeboten.

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