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Im Kreisgespräch: Der Betriebsrat von Continental Babenhausen

Von Peter Löwenstein • 13. Nov 2008 • Kategorie: Hessenwahl 2009, Podcast, Wirtschaftsförderung

Der Standort Babenhausen geht schweren Zeiten entgegen. Heute konnte ich mich mit der Betriebsratsspitze von Continental Babenhausen zu einem Interview treffen, mein bisher schwerstes der Reihe “Im Kreisgespräch”.
Im Kreisgespräch mit dem Betriebsrat von Continental Babenhausen
Podcast (9 Minuten)
Wir redeten über die Stimmung, die Ursachen, ob staatliche Millionensubventionen helfen könnten, welche Bereiche betroffen sind, ob die regionalen Politiker überhaupt noch helfen können und welche Bereiche der Continental am Standort Babenhausen einer Zukunft entgegensehen können.

Update
Mit einem bitteren Geschmack auf der Zunge denke ich jetzt einen Tag später an das, was Betriebsrat Wigang Kollmann im Interview mir zu den Hintergründen von Opel sagte. Zur Erinnerung – Opel will Geld vom Staat, um zu überleben. Doch offenbar geht das Geld an die Mutter in den USA, würde es von der deutschen Regierung gezahlt werden. Wir reden über eine Ausfall Bürgschaft von mindestens 200 Millionen bis zu einer Milliarde Euro für Opel Deutschland, falls deren Mutter General Motors in die Knie geht.

Gegen das Ansinnen der Opel-Führung sprechen außer der ideologischen Argumentation, dass sich der Staat von der Wirtschaft weitgehend fernhalten soll, durchaus auch sachliche Gründe. Denn zu vermuten ist, dass ein erheblicher Teil der Hilfe praktisch auf direktem Wege in die USA wandert – in die rauchenden Geldöfen von GM.
Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz spricht von einen Spardiktat in Höhe von rund 750 Millionen Euro für GM-Europe. Nach Informationen der “Süddeutschen Zeitung” aus den Bundesländern hat Opel offene Forderungen von sogar bis zu zwei Milliarden Euro an den Mutterkonzern.

Nach der Rosskur, die Opel, Saab und Vauxhall vor drei Jahren hinter sich gebracht haben, würde eine solche Summe tiefe Einschnitte in die Substanz bedeuten. Anders gesagt: Opel müsste für die tiefe Krise von GM bluten – nachdem der Autobauer von der Konzernzentrale in den USA jahrelang heruntergewirtschaftet wurde und sich erst in jüngster Zeit durch enorme eigene Anstrengungen wieder berappelt hatte.

Quelle: Spiegel Online

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5 Kommentare »

  1. Huch, das ging ja schnell. Es ist wirklich ein trauriges Interview, bei dem Thema kann man nicht lächeln.

  2. Hut ab, Peter Löwenstein. Das Interview hat in seiner Stimmung mehr bewirkt, als eine nüchterne Sachdarstellung.

    Die Angelegenheit hat 2 schlimme Seiten:
    1.) Die Auswirkungen für die Betroffenen. Wie hätte man die vermeiden können?
    2.) Die Auswirkungen für die Stadt. Da wäre durch eine kluge Wirtschaftspolitik mehr zu erreichen gewesen.

  3. Danke :-) , ich erzähl es an den Betriebsrat weiter.

    Zu 1.: Die Verhandlungen des Betriebsrates fangen jetzt erst an. War das im Interview nicht rauszuhören? Bis jetzt sind einige Zeitarbeiter betroffen, die eigentlichen Auswirkungen (Kündigungen) kommen ab 2009 auf die Mitarbeiter der Produktion zu. Dann erst kann man über konkrete Hilfe reden, die Arbeitslosigkeit und Armut vermeidet.

    Noch ein Einwurf zu 2.: Die Stadt Babenhausen hätte nichts machen können. Diese Entscheidungen fallen woanders – und die Stadt Babenhausen war bei der Entscheidung von Continental nicht befragt worden. Da sind die Arme einfach zu kurz, egal ob der Bürgermeister von der SPD oder der CDU kommt. Lies mal nach, wie Continental vorher den Produktionsstandort Wetzlar runtergefahren hat. Hier. Die Wirtschaftsförderung und Stadtverwaltung Babenhausen reden da nicht mit, weil nicht befragt, sie sind nicht auf Augenhöhe bei solchen Entscheidungen. Genau wie in Wetzlar – same story!

    Falls ich mich irre: Du darfst gerne deine Ideen hier vorstellen, was Babenhausen besser machen könnte. Gerade du als alter Babenhäuser und im Streit erprobter Kommunalpolitiker.

  4. Klar können die lokalen Politiker da nichts machen. Dann sollen sie es aber auch sagen. Was nutzt den Continental Mitarbeitern in Babenhausen die Solidarität von Kuntatin und Patrik Koch?

  5. Über das Wochenende bekam ich über Continental Babenhausen und den Fall Opel/GM viel erzählt, daß mich darin bestärkt hat, die regionalen Zusammenhänge als am wenigsten verantwortlich für die gegenwärtige Entwicklung zu werten. Darin sind regionale Politiker vom Abgeordneten im Stadtparlament bis zum Landrat eingeschlossen.

    Andere Meinungen dazu?

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