Auf dem Weg zur Hundertmorgen übers Reinheimer Hügelland. In den alten Streuobstwiesen hängen noch 2 Dutzend Äpfel, zuckersüss von den tiefen Frosttemperaturen. Daneben am Hang rutschen Kinder über eine Wiese ins Tal. Mut wird gebraucht. Kaum Schnee unterm Ärschchen, dafür lockt eine beachtliche Schanze, aus einer alten Holzpalette gebaut.
Im gleissenden Sonnenlicht wärmen sich unsere Gesichter, die Wintersonne ist über den Berg. Oben angekommen setzen wir uns an eine schräg stehende Bierbank. Schnell den harschen Schnee mit dem Ärmel abgewischt, sondern rutschen die Weizenbiergläser auf ihrer Schmelzwasserpfütze über die Tischkante. Sonnenbrille raus, Weizenbierglas in die Hand, und staunende Gesichter der anderen Gäste im Wirtsraum, wenn wir neue Getränke ordern (schon wieder!!), die uns eine fröstelnde Bedienung rausbringt. Der Tisch füllt sich mit anderen Gästen, Handyfotos werden geknipst, mein Nachbarf sendet die charmanten “Bilder von der Alm im Odenwald” per Blackberry zu bayerischen Freunden. Natürlich kommen die Bons später beim Bezahlen durcheinander.
Es wird ein eiskalter Weg zurück. Die langen Unterhosen machen Laune, am um den Kopf gewickelten Schal reifen die Eiskristalle meines gefrorenen Atems. Der Vollmond knallt sein gelbes Licht über die graublaue Schneelandschaft. Im Scheinwerferlicht eines passierenden Autos sehen wie ein Reh wechseln. Später dann querab über die Äcker, das geht schneller. Bei den ersten Häusern angekommen sehen wir noch einen Fuchs, die Nase tief über dem Schnee, im Zickzack läuft er den Hügel zu den Obstbaumwiesen hoch.


