Willkommen im neuen Jahr – mit neuen Parteigründungen! Kann es noch besser werden?
Viele Mitglieder haben die hessische Linke in den letzten Wochen verlassen (vor allem aus Darmstadt-Dieburg Teile des Kreisvorstandes, so auch in Nordhessen) oder werden die Partei bis zur Landtagswahl noch verlassen (unter anderem ein Mitglied des Landesvorstandes und Teile der Vorstände aus weiteren mittelhessischen Landkreisen).
Nachtrag 12.1.2009:
Das scheint eben wahr geworden zu sein – soeben wird bei Spiegel Online und HR berichtet:
Der Druck auf die hessische Linkspartei wächst: Knapp eine Woche vor der Landtagswahl haben weitere Mitglieder der Partei den Rücken gekehrt. Martina Walter, Mitglied des erweiterten Landesvorstands, verlasse die Partei, vermeldete der Hessische Rundfunk (HR) am Montag unter Berufung auf die Austrittserklärung Walters. Mit Walter haben demnach zwölf weitere Mitglieder aus dem Wetteraukreis und Groß-Gerau ihren Austritt erklärt.
Neben Walter traten laut HR außerdem mehrere Mandatsträger aus, darunter Helge Welker (Stadtverordneter in Rosbach), Martin Hinz (Stadtverordneter Friedberg), Helmut Werner (Kreistagsabgeordneter Groß-Gerau), Peter Ringel (Stadtverordneter Bad Vilbel) und Hans-Jürgen Mogk (ehemaliges Kreisvorstandsmitglied Linke Wetteraukreis). Sie alle wollen dem Bericht zufolge ihre Mandate nun als Parteilose ausüben.
“Nicht die Mitglieder steuern die hessische Linke, sondern der Berliner Vorstand mit Gregor Gysi an der Spitze” erzählte mir ein prominenter Insider der hessischen Linken. “In Hessen wird die Linke im Landesvorstand von den Altkadern der PDS dominiert.” Mein nüchternes Fazit vor der Wahl: Die hessische Linke wird mit dem jetzigen Landesvorstand scheitern und die Landtagswahl für die Linken ein Fiasko werden, mit einer Garantie auf anschliessende Selbstzerfleischung.
Was die Frage aufwirft: Was folgt?
“Hessen anders” soll als neue Partei in den nächsten Tagen gegründet werden, wobei viele der gerade prominent ausgetretenen Mitglieder der hessischen Linken nicht nur interessiert zuschauen werden. Die Internetadressen der kommenden Partei “Hessen anders” stehen schon bereit, wenn auch für Hessen noch ganz ohne Inhalt, beim deutschlandweiten Auftritt unter dem Namen Deutschland-anders.de ist dafür etwas mehr zu sehen.
(Quelle : Hessenschau)
“Hessen anders” wird man als Partei also nicht auf den Wahlzetteln zur hessischen Landtagswahl 2009 wiederfinden, und trotzdem wird sich die neue Partei in den Wahlergebnissen der SPD und der hessischen Linken am 18. Januar widerspiegeln. Zum linken Kitsch gehört immer auch der Glaube an die Utopie einer besseren Welt in dieser heutigen Welt. Ich liebe Kitsch. Sollte der Satz stimmen, daß Wahlen in den letzten 14 Tagen des Wahlkampfes entschieden werden, dann wird für TSG das weitere Rumspechteln am Feindbild Koch schnell weniger wichtig werden.
Nachtrag
Mittlerweile gibt es noch mehr zu diesem Thema zu lesen (davon nichts wirklich Neues). Das hier ist aber ganz nett:
- FR, 7.1.2009 – Ein Panorama des Elends. Da wird uralter linker Kitsch von Linken aus Berlin zitiert, dem zufolge die parteiinternen Kritiker “trotzkistische Fundamentaloppositionelle” sind. Das rangiert bei mir noch vor “verleumderisch“.




