Regioblog

Artikel und Meinungen aus Südhessen

Hessenwahl Klatsche

Von Peter Löwenstein • 12. Jan 2009 • Kategorie: Hessenwahl 2009
King-of-hearts´ Comeback - El rey del sol - Der Sonnenkönig   (Landtagswahlen in Hessen 2009)
Creative Commons License Photo: alles-schlumpf

Anstatt einer Wahlempfehlung ein Ausblick auf das, was ich am kommenden Wahlsonntag erwarte. Vor allem eine Erkenntnis möchte ich hervorheben: Die hessischen Wähler haben das Vertrauen in die Politiker, und auch an einen unmittelbaren Nutzen aus eigener parteipolitischer Mitarbeit weiter verloren. Der Glauben an den Zusammenhang zwischen eigenem politischem Engagement und dessen Auswirkung auf die Gestaltung der eigenen Welt ist schlicht kaum noch vorhanden. Und dies nicht, weil man selbst nichts zu sagen hat, sondern weil davon ausgegangen wird, das einem in den derzeit angebotenen Parteien nicht mehr zugehört wird.
Woher ich das weiss? Aus Gesprächen mit Freunden, Bekannten und der Familie.

Das Kleingedruckte zum Wahlsonntag

1. Die Wahlbeteiligung wird auf einem sehr niedrigen Niveau liegen.

2. Schwarzgelb wird sich noch in der Wahlnacht für Bündnisverhandlungen entscheiden. Die Erleichterung über die Rückkehr zum politischen Alltag ist dafür entscheidend, “endlich geht es wieder weiter”.

3. TSG ist insbesondere den früheren SPD Wählern egal geblieben. Sein Auftritt konnte bei diesen Wählern den verlorenen Glauben an eine vertrauenswürdige, verlässliche SPD nicht wiedererwecken. Vollklatsche mit dem schlechtesten hessischen SPD Ergebnis überhaupt.

4. Überraschung bei der Analyse: Weder Twitter noch das Engagement in den Social Networks des Internet wird den Kandidaten für das Wahlergebnis ihrer Partei nutzen. Twittern macht die Kandidaten zwar bekannter. Junge, netzaffine Wähler und Digital Natives wissen besser denn je, daß Politiker jetzt twittern und Social Networken, weil ein Wahltermin zeitnah ansteht. Die im Kopf vorgenommene Unterstellung wird nach der Wahl bestätigt werden: Kandidaten wurden von ihrer Werbeagentur ins Netzwerk gestumpt. Nach der Wahl wird Twittern & Co zur Beschäftigung für die Bürokraft, bis über den Nutzen von Twittern und Social Networken für Wahlen Klarheit gewonnen wurde, worüber wiederum Werbeagenturen werten werden.

5. Das grundlegende Missverständnis deutscher Politiker und Medienberichte klärt sich nur langsam: Für Wahlen lassen sich die unterschiedlichen Inhalte der Kandidaten nicht in hunderteppes Zeichen nutzbringend vertwittern. Dafür aber das Tagesgeschäft der individuellen Anfragen von Wählern und Anhängern erfolgreich und effizient abwickeln. Zu spät.

6. Die Linken reißen die Hürde. Am Wahlabend werden von prominenten Linken etwas abseits der Kamera Interviews gegeben, die man zwei Tage später so nicht verstanden haben wollte, wie sie Draussen vorm Fernseher verstanden wurden. Die PDS Flügelspannweite der Linken muss sich stutzen lassen.

7. Erleichterung bei den Grünen: Die Erfahrung, wie sich das Koalieren mit Koch anfühlen könnte, bleibt ihnen endgültig erspart.

8. Patrick Koch, hiesiger SPD Direktkandidat für den Landtag, wird nicht wiedergewählt.

Share

Leseempfehlungen:

Abgelegt mit den Schlagworten: , , ,

Ein Kommentar »

  1. 9. Das hier dazu: Die Plakate sind sowas von langweilig, wer sieht die noch? Dann schon lieber Patrick Koch mit einem Bullenkäppi und einem Gangster in Handschellen.

Babenhausen Bloginfo Bundestagswahl09 Bürgerbeteiligung Comic Darmstadt Darmstadt-Dieburg Datenschutz Demografie Dieburg Digitale Medien Flüsschen Gersprenz Frankfurt Geopark Bergstrasse-Odenwald Gersprenz gGmbH Groß-Umstadt Hessen Hessenwahl Im Kreisgespräch Internetrecht Journalismus Kinder Kreistag Landratswahl LaDaDi Nahverkehr Ober-Ramstadt Odenwald Parteien Photoblog Piratenpartei Podcast Politik Regionalentwicklung Reinheim Senio SPD Stadthalle Transparenz Umwelt Unser Südhessen Verkehr Wahlen Zeitungen zensursula Zukunftsfähigkeit