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Landratswahl Buschmann vs. Schellhaas: Wen sollte man wählen?

Von Peter Löwenstein • 23. Apr 2009 • Kategorie: Alle Artikel, Neu vorgestellt
Kindermaltablett

Buschmann vs. Schellhaas: Wer wird neuer Landrat? Rund 15 Termine mit Politikern und Journalisten aus dem Kreis, mehr als 4 Interviewstunden mit den Kandidaten Harald Buschmann und Pit Schellhaas, zwei davon live im Radio Darmstadt, sollten mir eigentlich beim wahlkreuzeln jetzt am Sonntag helfen, dachte ich. Einige der Interviews waren ja auch hier im Regioblog zu hören. Aber was ist mir wichtig, um mich entscheiden zu können?

Nasenfaktor: Mag ich den Kandidaten? Kann ich ihn riechen?

Stil des Wahlkampfs: Erkenne ich den Kandidaten im Wahlkampf wieder, oder war er im Wahlkampf sich selbst nicht mehr ähnlich?

Wie akzeptiert ist der Kandidat in den tief eingegrabenen Kanälen und Gräben der Amts- und Machtstrukturen hier im Landkreis Darmstadt-Dieburg? Nur ein Narr kann glauben, dass politisches Handeln oder eine dauerhaft erfolgreiche Amtsausübung ohne Unterstützung durch andere Machtinhaber möglich sei. Also: Kommt der Kandidat aus der Tradition der im Landkreis eng untereinander verwobenen Ämter und Parteistrukturen?

Politische Kultur: Tritt der Kandidat für mehr Transparenz ein, z.B. wie es zu politischen Entscheidungen im Kreisparlament kommt? Wird bei ihm deutlich, wie die eigene Partei politische Entscheidungen trifft, und dass er da für mehr Transparenz sorgen möchte? Wie gut ist die parteiinterne Streitkultur mit den eigenen Abweichlern und internen Kritikern?

Im Bündel: Wie ist die Kandidatenposition zu diesen Themen:
–> Strategien zum Senio/Gersprenz Pflegekonstrukt: Wie wird der Landkreis unter seiner Leitung als grösster Anteilseigner mit dieser Misere weitermachen?
–> Neue Windräder im Landkreis: Wo, wieviele, wie hoch?
–> Schulen: Wird die Gesamtschule oder das Gymnasium unterstützt?
–> Verkehr: Wie ist die Position zur im Raum stehenden Ost-West Tangente quer durch den Kreis von Stockstadt/Aschaffenburg bis Pfungstadt?
–>Erfolge und Fehler des Amtsvorgängers Alfred Jakoubek: War alles einfach nur supergut, von ein paar Schwächen mal abgesehen?

Was sagen frühere Weggefährten aus Partei und Verwaltung über den Kandidaten?

Was sagen die möglichen Bündnispartner der anderen Parteien im Kreis über den Kandidaten?

Glaubt die eigene Partei an Ihn: Hat der Kandidat einen belastungsfähigen Rückhalt beim Führungskreis der eigenen Kreispartei ? Oder ist er ein Quereinsteiger in die Partei, dem der notwendige langjährige Stallgeruch fehlt, ist der Kandidat also parteiintern ein Fremdkörper geblieben?

Heute Hüh – morgen Hott: Wie sprunghaft war der Kandidat in seinen Wahlkampfthemen?

Märchenstunde: Hat der Kandidat bei seinen Wahlveranstaltungen oder in den Interviews mit Argumenten um sich geschossen, die sich beim Faktencheck in Luft auflösten?

Was treibt den Kandidaten eigentlich? Ist er ein machthungriger Egotyp auf der Suche nach neuen Herausforderungen? Oder ein Kämpfer für Themen und Überzeugungen? Oder Jemand, den seine Partei nach Jahren der Bewährung in der Mühle nach vorne schiebt: Mach du das mal.

Kein starker Mann ohne starken Partner an seiner Seite: Hat der Kandidat privaten Rückhalt?

Umgang mit Niederlagen: Wie wurde der Kandidat bisher mit Niederlagen und Widerständen fertig?

Amtsausübung: Lässt der Kandidat Themen oder das ihm übertragene Amt fallen, wenn er eine Niederlage kassiert, als wäre nichts gewesen? Oder macht er konsequent weiter, weil ihm das Thema oder sein Amt weiter wichtig bleiben? Oder laviert er solala in der Mitte der Strömung, ohne sich notwendigen Entscheidungen mit eigenem Risiko auch mal zu stellen?

Meine Entscheidung ist also gefallen.

Und? Nix und! Mir wurde geraten, eine Wahlempfehlung hier nicht im Regioblog kundzutun, wenn ich mit meiner Selbständigkeit noch einen Fuß auf dem Boden behalten möchte. Was ich hiermit getan habe ;-)
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