
Überregionale Beachtung fand Buschmann zusammen mit seinem damaligen Michelstädter Amtskollegen Reinhard Ruhr als Bürgermeister erstmals bei der geplanten Städtefusion Erbach-Michelstadt, die mit heißer Nadel gestrickt worden war und durch Bürgereinspruch im November 2007 endgültig scheiterte.
Seither ist die Erbacher CDU heillos zerstritten, was sich auch nach außen durch diffamierende Äußerungen kundtat. Als dann der frühere Pfarrer und bis zum Jahr 2012 gewählte Erbacher Bürgermeister Buschmann nach Höherem strebte und sich im vergangenen Jahr als CDU-Kandidat um das Landratsamt des Kreises Darmstadt-Dieburg bewarb, wurde es hörbar leise im Erbacher CDU-Stadtverband. Dafür waren nicht zu ortende Buschtrommeln umso eifriger bemüht, Gerüchte zu streuen, wonach man Buschmann mittels Misstrauensvotums vorzeitig wegen Vernachlässigung der bürgermeisterlichen Amtspflichten seiner Funktion in Erbach entheben wollte. Wie es diskret hieß, hätten ausgerechnet die oppositionellen SPD und Grüne im Erbacher Stadtparlament diese Palastrevolution und Vorstoß zur vorzeitigen Demission verhindert.
Mit einem achtbaren Ergebnis von 45,6 Prozent der Wählerstimmen, aber eben nur als Zweiter, verfehlte Buschmann sein Landrats-Ziel im Nachbarlandkreis. Noch am Wahlabend um 19.26 Uhr erreichte die Medien eine Pressemitteilung des CDU-Stadtverbands Erbach, in dem zwar Buschmanns Wahlniederlage bedauert wurde, aber gleichzeitig klargestellt wurde, dass man ihn bei der nächsten Bürgermeisterwahl in Erbach nicht mehr als Kandidat wolle, denn „Reisende solle man nicht aufhalten“. Unterzeichnet hatte das Anschreiben der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes, Bernd Rodemich.
Zwei Tage drauf widersprachen prominente Mitglieder des CDU-Stadtverbands, unter ihnen der Stadtverordnetenvorsteher Wilhelm Kabrhel, der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Erich Petersik, die Stadtverordneten Klaus-Peter Trumpfheller und Carl Sluka sowie Wolfgang Grantl, Jakob Gelhorn und Konrad Bäumle. Sie seien stolz darauf, erklärten Sie in einem Rundschreiben, dass ihr Bürgermeister Harald Buschmann als Landratskandidat für den Landkreis Darmstadt-Dieburg für die CDU ein sehr gutes Ergebnis erzielt habe.
Eine Personaldiskussion über die Kandidatur für das Erbacher Bürgermeisteramt im Jahr 2012 stehe aktuell nicht zur Debatte und Rodemichs Stellungnahme gebe nicht die Meinung aller CDU Mitglieder des Stadtverbandes Erbach wieder. Mitglieder der christdemokratischen Kreistagsfraktion mit der Landtagsabgeordneten Judith Lannert stärkten Buschmanns Position ebenfalls.
Unterstützung erfahren die Verteidiger Buschmanns nun auch durch den sehr einflussreichen Vorsitzenden der Mossautaler CDU, Heinz Bertold. Es sei nahezu unerträglich und für die Kreis-CDU nicht hinnehmbar, mit welcher Arroganz sich der Vorsitzende der Erbacher CDU in Sachen “Buschmann” äußere. Es sei in Erbach bereits genug Schaden angerichtet worden, der auf die gesamte CDU ausstrahle, schreibt Bechtold in einem Offenen Brief. Offensichtlich versuche eine kleine Gruppe ständig Unruhe zu stiften.
Harald Buschmann werde seine Arbeit in Erbach verantwortlich fortführen. Die “Heckenschützen” der Erbacher CDU sollten sich zurückziehen und sich dann öffentlich zu Wort melden, wenn es an der Zeit und angebracht sei. Derzeit bestehe kein Handlungs- bzw. Diskussionsbedarf, so Bechtold. Der CDU Erbach sei zu wünschen, dass sie zur Geschlossenheit und zu einem ordentlichen Miteinander zurückfinde. (Quelle: Pressedienst Hoernlein)




