Nach der Verabschiedung des Internet-Sperrgesetzes schaut Ralf Schwartz einmal nach, wie sich denn die aktuell beauftragten Ratgeber/Berater/Agenturen der Entscheider in der Regierung und bei den Parteien selbst öffentlich zu dem Gesetzesvorhaben positioniert haben.
Er wetzt sich an den Web 2.0 Stars des Internets, die in Berlin um die Parteizentralen schwirren und dicke Aufträge in ihre Bücher schreiben konnten. Versteht mich nicht falsch: Das wird hier jetzt kein Feldzug gegen das Geld verdienen.
Doch es hat einen komischen Geschmack, dass die Herren (und auch eine Dame) Berater erst jetzt öffentlich laut werden, und den Finger heben um mal anzumerken, das das Gesetz so nicht in Ordnung ist. Wieso erst jetzt, fragt sich Ralf Schwartz.
Das sind dieselben Berater, die bei der SPD, der Bundesregierung und in den Fachausschüssen die ganze Zeit aus- und eingingen, als gute bezahlte Ratgeber. Und ihren Status nutzten, um medienwirksam vor die Kamera geholt zu werden als “Experte”, aber dort bis ungefähr letzte Woche nur durch harmlose Formulierungen aufgefallen sind.
Wie lächerlich man als Berater irgendwann wird, wenn man bei seinen Auftraggebern vor allem und zuallererst Ausdauer dabei zeigt, mitten im Strom der Auftragsflut zu schwimmen ist herrlich zu lesen bei Ralf Schwartz in der mediaclinique:
Habt Ihr (Berater) in den SPD-Zentralen der Macht nicht bemerkt, daß das ganze Aufbäumen, die Verhandlungen eine Farce sind, daß SPD und CDU/CSU eh unter einer Decke stecken, daß es schon wieder keine Alternative (für die beiden) zur großen Koalition gibt, daß es nie um das Volk oder den Fortschritt geht, sondern immer nur um den Politiker und seinen Machterhalt?
Habt Ihr immer noch nicht bemerkt, daß Ihr auf ganzer Linie versagt habt, daß immer noch keiner der von Euch ‘Beratenen’ die wahre Qualität des Internet begriffen hat?
Lesen! Lummaland ist abgebrannt.
Und bei telepolis einen Nachschlag holen:
Zahlreiche Sozialdemokraten haben in den vergangenen Monaten das Internet und Facebook für sich entdeckt. Sie waren dort sehr aktiv und wollten es im nächsten Wahlkampf ihrem Vorbild Barack Obama nachmachen. Der elektronische Wahlkampf ist mit dieser Entscheidung kaum noch glaubwürdig zu führen und der Spott der Netzgemeinde ist den Genossen sicher. Das Thema Netzsperren wird am Ende nicht die Entscheidung bringen, aber die SPD ist in ihrem derzeitigen Zustand auf jede Stimme angewiesen. Die Petition gegen das Gesetz haben in kurzer Zeit 135.000 Menschen unterzeichnet und die werden Genosse Trend nicht zu neuem Leben verhelfen.




