Patricia Lips setzt auf elektronische Informationsaustausch mit ihren Wählern – Offenbacher Landrat outet sich als Hardliner und Partyschreck

Erbach/Odenwaldkreis (pdh) Nicht ohne Stolz verkündete die Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete der Odenwälder Christdemokraten Judith Lannert zur Eröffnung des Mitglieder-Kreisparteitags, dass ihre Partei als Erste im Wahlkreis in den Bundestagswahlkampf starte. Vor vollen Stuhlreihen im Wappenraum des Erbacher Brauhauses stellte die Direktkandidatin Patricia Lips ihr offizielles Wahlplakat vor und wurde rhetorisch bei ihrer ersten Wahlkampfrede unterstützt vom Landrat des Kreises Offenbach, Peter Walter.
Der Bundestagswahlkreis Odenwald, Wahlkreis 187, besteht aus den Kommunen von drei Landkreisen: dem Odenwaldkreis, dem Ost-Kreis von Darmstadt-Dieburg, sowie den Gemeinden Hainburg, Mainhausen, Rodgau, Rödermark, Seligenstadt des Landkreises Offenbach. Die 45-jährige Patricia Lips ist seit 2002 Mitglied des Deutschen Bundestags, war von 2002 bis 2004 Mitglied im Ausschuss für Europäische Angelegenheiten, seit 2004 Mitglied im Finanzausschuss und seit 2005 stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung.
Als Gegenkandidaten trifft Lips in ihrem Wahlkreis auf den SPD-Bewerber Detlev Blitz, der von seiner Partei anstelle von Dr. Erika Ober nominiert wurde. Die FDP schickt Dr. Heinrich Kolb in die Wahl, Dr. Thomas Rehahn tritt für Bündnis 90/Die Grünen an und die Partei Die Linke schickt die Attac-Bundesgeschäftsführerin Sabine Leidig ins Rennen um das Direktmandat des Wahlkreises 187.
Wahlkampf in den neuen Medien hat sich Patricia Lips auf die Fahnen geschrieben. Wie schon der neue amerikanische Präsident Barack Obama oder die Vorsitzende der Bundespartei Bundeskanzlerin Angela Merkel setzt Lips auf Mobilisierung ihrer Wähler durch das Internet. Sie sei sich der Tatsache bewusst, so die erfahrene Bundespolitikerin, dass ihr Stimmenvorsprung bei der letzten Wahl sehr knapp ausgefallen war und sie um jede Wählerstimme kämpfen müsse.
Erstmals in einer Bundestagswahl träfen zwei Parteien als Konkurrenten aufeinander, die zuvor gemeinsam regiert hätten, und auch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise lassen diesen Wahlkampf einzigartig werden. Die von der CDU diskutierten Steuersenkungen seien der Knackpunkt des bevorstehenden Wahlkampfs und die Partei müsse vielen Bürgern das Gefühl der sozialen Ungerechtigkeit nehmen. Dennoch müsse sich die Union vor einer Sozialdemokratisierung hüten.
Ein Spagat, so der Landrat des Kreises Offenbach, Peter Walter, der erfolgreich zu bestehen sei, wenn die Politik dem Wähler die unbequeme Wahrheit sage. Er outete sich vor den Zuhörern im „Größten Wohnzimmer Erbachs“ als Hardliner, der auch schon gelegentlich zum Partyschreck mutiere. Drei Grundpfeiler hätten sich für ihn in seiner regionalen Politik als wichtig erwiesen und bewährt. Bildung sei die einzige Ressource, über die das Land verfüge, nur sei sie lange stark vernachlässigt worden. Ferner verlange der Bürger nach Sicherheit und müsse tatkräftig vor Kriminalität und Plünderung der Sozialkassen geschützt werden. Ehrenamtliche Tätigkeit schätzt Walter als ein hohes Gut ein und verlangte eine weitaus bessere Unterstützung der ehrenamtlichen Strukturen, nicht zuletzt durch steuerliche Besserstellung.
Am 18. Juli wird der Wahlkampf der Union im Odenwaldkreis ein erstes politisches Schwergewicht aufbieten, den Senkrechtstarter auf dem politischen Berliner Parkett, Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU).
Mehr dazu: Das Odenwald Echo hat mittlerweile ebenfalls einen Bericht veröffentlicht
Geschlossen für die gemeinsame Sache
Die Union präsentiert sich geschlossen. Die Differenzen zwischen dem Bürgermeister der Kreisstadt und der Erbacher CDU sind beigelegt. Das Forum des CDU-Kreisparteitages am Donnerstag nutzte Harald Buschmann, um eine persönliche Erklärung abzugeben.



