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Babenhäuser Jugendgruppe auf großer Fahrt

Von Stadt Babenhausen, die Bürgermeisterin • 31. Jul 2009 • Kategorie: Neu vorgestellt, Stadtkalender

Sommerfreizeit der Kinder- und Jugendförderung führt Jugendliche in diesem Jahr nach Holland

Segelschiff

Segelschiff

Zur diesjährigen Sommerfreizeit der städtischen Kinder- und Jugendförderung verschlug es 20 Mädels und Jungs im Alter zwischen 13 und 18 Jahren ins schöne Holland. Aber nicht eine gemütliche Jugendherberge oder ein Jugendgästehaus in Strandnähe mit Halbpension oder ein schöner Zeltplatz in den holländischen Dünen war das Ziel der Reise, sondern ein robuster Klipper namens „Hollandia“, Baujahr 1914, mit Liegeplatz in Harlingen. Dieses 37 Meter lange ehemalige Frachtschiff, welches gebaut wurde, um mit Fracht auf den holländischen Binnen- und Küstengewässern zu segeln, war nun für neun Tage das Domizil der Babenhäuser Jugendgruppe. Schon in den Jahren 1999, 2002 und 2005 wurden unter dem Motto „Wir sitzen alle in einem Boot“ Segelfreizeiten auf das unter Segelfreunden bestens bekannte holländische Binnenmeer und ins Wattenmeer angeboten.

An Bord

An Bord

Ziel der Reise sollte vor allem das „Waddenmeergebiet“ mit den Westfriesischen Inseln Texel, Vlieland und Terschelling sein. Hier, so der Plan, sollte die „Hollandia“ „trockenfallen“, was als große Attraktion fest mit ins Programm eingeplant worden war. Beim „Trockenfallen“ gilt es die Fahrrinne verlassend auf einer Sandbank aufzusetzen und hier wieder auf die Flut zu warten, um die Reise fortsetzen zu können. Hierbei ist man natürlich in erster Linie von der Tide bzw. den Gezeiten und natürlich auch generell vom Wetter abhängig. Ermöglicht wird das Ganze erst durch die Bauweise der Schiffe, denn dies sind größtenteils „Plattbodenschiffe“, also ohne Kiel. Wetterbedingt wollte man aber zu Beginn der Reise einen Abstecher ins IJsselmeer machen, um dann gegen Mitte der Woche das vorhergesagte Hoch auf einer der Inseln genießen zu können.

Hüppen auf dem Strand

Hüppen auf dem Strand

Nach einer Einweisung an Bord und einem Schnellkurs in Segel- und Knotenkunde durch Skipper Nico und Maat Simon (so heißen im Übrigen auch der derzeitige Praktikant und der Zivi der Kinder- und Jugendförderung), ging es dann auch schon los. Am ersten Tag ging es nach Makkum, wo man mit einem Spaziergang zum Strand mit herrlichem Sonnenuntergang den Tag ausklingen ließ. Am zweiten Tag beendete ein wetterbedingt gerissenes Seil am Hauptsegel vorzeitig den Trip und man steuerte gezwungenermaßen Workum mit dem Motor an. An diesem Mittag wurde den Teilnehmern dann auch zum ersten Mal recht deutlich, welche Kräfte von Wind und Wellen sich bei schlechtem Wetter am Schiff zu schaffen machen. Erste Reisetabletten fanden ihre Abnehmer. Am dritten Segeltag war Enkhuizen mit seiner sehr schönen Innenstadt Ziel der Tagesfahrt. Bei nun herrlichem Sonnenschein konnte auch zum ersten Male ein Badestopp eingelegt und sich ausgiebig auf Deck gesonnt werden. Ein Stadtbummel rundete diesen schönen Tag gebührend ab. Am nächsten Tag war dann endlich die erste Nordseeinsel an der Reihe: Texel. Diese größte der Westfriesischen Inseln sollte nun für zwei Übernachtungen angesteuert werden. Am nächsten Morgen startete man dann zu einer (Holland-) Fahrrad-Tour quer über die Insel, zum Wattenmeer- und Nordseezentrum „Eco Mare“ mit seiner Vogel- und Seehundaufzuchtstation. Hier bot sich der Jugendgruppe ein spannender Blick auf das Leben im Wattenmeer.

Die Jugendgruppe

Die Jugendgruppe

Zahlreiche naturkundliche Ausstellungen, Aquarien mit den Bewohnern der Nordsee und zahlreiche große und kleine Seehunde sorgten für Abwechslung vom Segelalltag. Am Nachmittag wurde noch das „Pfannkuchenhaus“ im Städtchen „Oosterend“ angefahren, um sich „Köstlichkeiten“, wie Pfannkuchen mit Bananen und Schokosoße oder Käse-Salami-Pfannkuchen schmecken zu lassen. Anschließend ging es dann bei Gegenwind mit Stärke 7 zurück zum Hafen nach Oudeschild. Nun war für einige Teilnehmer Fahrrad schieben angesagt, denn frontaler Wind mit Stärke 7 ist besser als Krafttraining für die Beine im Fitness-Studio. Am darauffolgenden Tag musste dann leider das „Trockenfallen“ abgeplant werden, da die Wettervorhersagen, teils mit Sturmwarnung, für die nun kommenden Tage nicht mit den Zeiten für Ebbe und Flut in Einklang gebracht werden konnten. Reiseziel war nun Terschelling , nicht Vlieland. Während der Fahrt hatte man dann doch noch erstaunlich gutes Segelwetter, bevor am nunmehr 6. Tag endlich die Insel Terschelling erreicht wurde. Hier angekommen, wurde auch sogleich der Strand angesteuert und der Rest des Nachmittags mit Wattwandern, Wattfußball, dem Suchen von Muscheln, Krebsen und der eingehenden Untersuchung von toten Quallen verbracht.

Viel Spaß am Abend

Viel Spaß am Abend

Den 7. Tag beherrschte dann der Wind, so dass man auf Terschelling verweilte. Zum Glück trieb der starke Wind die Regenwolken schnell weiter und man verlebte einen abwechslungsreichen und lustigen Tag der ganz unter dem Motto „Unter Piratenflagge“ stand. Dieses Foto-Shooting mit vorangegangener Bastel- und Schminkaktion ließ den ein oder anderen Teilnehmer als „Terschellings last Top-Pirat“ erscheinen. Ein abendliches „Watt- bzw. Schlamm-Catchen“ beendete dann den zweiten Tag auf der Insel, mit der entsprechenden „Duftnote“.

Der vorletzte Tag sollte die Jugendgruppe dann schon zurück in den Ausgangshafen Harlingen führen. Dank der mittlerweile guten Ausbildung der Babenhäuser Matrosen und unter Mithilfe des Wettergottes, erreichte die Jugendgruppe schon gegen Mittag den Hafen. Nun standen erste Vorbereitungen für die Abreise am nächsten Tag, vor allem aber für die abendliche Abschluß-Fete auf dem Programm. Es wurde ein Resümee gezogen, die ein oder andere Situation Revue passieren lassen und vor allem sehr viel gespielt. Es kristallisierte sich an diesem Abend das Leitschaf heraus, „Onkel Otto“ wurde krank und die Crew befiel eine weitere geheimnisvolle Krankheit, die jedoch nach kurzer Zeit geheilt werden konnte. Ein mysteriöses Krankheitsbild, welches nahezu ausschließlich die Damen an Bord befiel, blieb die ganze Nacht bestehen (siehe Foto). Bleibt die Frage beim Nachtreffen zu klären: „War es schwarze Magie und blieb ein Schaden zurück?“

Nach einem Gruppenfoto und einem Abschlussessen in einer Pizzeria ging es dann wehmütig in Richtung Heimat. Zuvor hatte die Crew noch Gelegenheit, ihre während der Fahrt erworbenen Putzkenntnisse, beim Reinigen des Schiffes zu vertiefen.

Fazit: Tolle Crew, gute Gemeinschaft, schöne Fahrt und vom Wetter her wurde alles geboten – über Sturmwarnung mit Windstärke 8 bis hin zu Sonne pur! Tolle Natur, Seekrankheit durchlebt, Kochkenntnisse angeeignet, Seehunde gesehen, prima Skipper – immer wieder gerne!!!

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