Ein Beißer wird er wohl nie
Hessen (pdh) Fünfhundert Besucher waren zum Sommerfest der Sozialdemokraten in Erlensee bei Hanau erwartet worden, fast tausend mehr kamen zum Bierstich durch den Bundesaußenminister und Kanzlerkandidaten der SPD bei der kommenden Bundestagswahl, Frank-Walter Steinmeier. Höflich und geduldig trug er sich zunächst ins Goldene Buch der Stadt ein, dann enttäuschte er die zahlreichen Besucher des Sommerfestes nicht und gab sich redlich Mühe, den Wahlkämpfer herauszukehren.
Doch er ist einfach zu nett, der Detmolder, der seinem Landsmann Gerhard Schröder ins Kanzleramt nachfolgen möchte. Und so schlägt er wacker auf die entscheidungsarme Kanzlerin ein, die immer ihre Haltung an die Mehrheitsmeinung binde und über keine eigene verfüge. Eigentliche Merkel-Politik finde schon lange nicht mehr statt, sagt der Kandidat. Aus dem Mund des Kandidaten klingt es dennoch wie das Werfen mit Wattebällchen auf die Regierungschefin. Und ganz schlimm wird es werden, wenn sich Angela Merkel zukünftig vom Neoliberalen Westerwelle die Feder in der Wirtschaftspolitik führen lasse, meint Steinmeier. Der könne Merkels soziale Kälte noch toppen. Die Worte kommen beim Publikum an.
Fünfzig Liter Freibier waren den Zuhörern versprochen worden, Frank-Walter Steinmeier erhöht auf hundert Liter. Damit hat er dann erneut alle Besucher auf seiner Seite, die ihn zum Schluss beim Anstich fast erdrücken.



