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Darmstadt: Staatsanwaltschaft schreibt Internetbetrüger zur Fahndung aus

Von -pdh- • 17. Aug 2009 • Kategorie: Südhessen
Justizzentrum Darmstadt

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Trickbetrüger ließ über Hanauer Inkassobüro dubiose Forderungen eintreiben

Hanau/Darmstadt/Hessen (pdh) In den letzten Monaten flatterten tausenden ahnungslosen Bürgern Rechnungen und Mahnungen, oft auch nur „Letzte Mahnungen“ ins Haus, ausgestellt von „mediaintense“, „CCProfi“ oder anderen dubiosen Firmen, die angeblich offene Forderungen zwischen 96 und 175 Euro anmahnten und sofort unmissverständlich auf drohende Einschaltung eines Inkassobüros hinwiesen. Die Forderungen sollen entstanden sein durch einfaches Aufrufen von Websites wie zum Beispiel „Win-Load.net“.

Letztere Website wurde augenscheinlich von einer obskuren Firma „mediaintense“ betrieben, Firmensitz angeblich in Hanau, zu erreichen nur über eine Postfachadresse, auf dem Briefbogen wird noch eine Adresse in Baar, Schweiz, angegeben. Lorenz B. scheint der Betreiber der Website wie Firma zu sein, denn ihn sucht mittlerweile die Darmstädter Staatsanwaltschaft.

Nicht nur frech war das Auftreten des vermuteten Trickbetrügers in seinen Briefen, er schien es auch eilig zu haben. Eine Presseagentur erhielt wegen angeblichen Ankickens der Seite „Win-Load.net“ zunächst eine „Letzte Mahnung vor Übergabe an das Inkassobüro“ in Höhe von 96,- Euro zuzüglich Mahnspesen von Euro 7,50, und dies bereits vier Wochen nach dem vorgeblichen Anklick-Tag.

Diesen erfuhr die Agentur allerdings erst im folgenden Schreibens des Inkasso-Büros „Proinkasso GmbH“, ebenfalls angeblich in Hanau beheimatet. Dieses forderte gut zwei Wochen später bereits den Betrag von 172,21 Euro, nicht ahnend, dass die Agentur bereits nach dem ersten Schreiben die Kriminalpolizei und diese die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hatte. Und diese sucht nun nach dem mutmaßlichen Internetbetrüger B., dessen inländischer Aufenthaltsort nicht bekannt ist.

Aber auch „Proinkasso“ hat sich mit den offenbar massenhaft verschickten Inkasso-Androhungen keinen Gefallen getan. Die Firma residierte im städtischen Technologie- und Existenzgründerzentrums in Hanau-Wolfgang (TGZ). Nach Informationen der Frankfurter Rundschau wurden dem Unternehmen inzwischen die Büroräume gekündigt, weil das Zentrum nicht durch die dubiose Tätigkeit der Firma in einen schlechten Ruf geraten wollte. Dieselbe Quelle berichtet, das Inkassounternehmen sei bereits im November 2005 aus dem Bund deutscher Inkassounternehmen ausgeschlossen worden, mit der Begründung, die Tätigkeit des Unternehmens im Dienste sogenannter Abo-Fallen verstoße gegen die Statuten des Verbandes. Die Geschäftsleitung von „Proinkasso“ wollte sich auf Anfrage nicht zu den Vorgängen äußern.

Verbraucherzentralen warnen vor den Methoden der Internet-Abzocker und raten von der Bezahlung von Rechnungen ab, die der Empfänger nicht bewusst ausgelöst hat. Etwa zehn Prozent der angeschriebenen Opfer zahlen anscheinend die unberechtigten Zahlungsaufforderungen, kein schlechter Deal für die Betrüger, die die angeschriebenen Adressen mit Computer-IP-Nummer entweder kaufen oder durch Gewinnspiele generieren..

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2 Kommentare »

  1. Ich habe von obengenannter Inkassofirma jetzt auch einen Brief bekommen in dem ich aufgefordert werde einen höheren Betrag zu zahlen.
    ich weiß nun nicht wie ich mich weiter verhalten soll.
    ich soll an einem Gewinnspiel o ä teilgenommen haben.

  2. Das ist Pech, aber da kann und darf dir im Prinzip nur ein kompetenter Anwalt weiterhelfen.

    Tipps mit juristischem Inhalt, wie du in deiner Situation am Besten vorgehst sind hier im Regioblog auf jeden Fall falsch und werden auch nicht geduldet.

    Das hat schlicht nur einen Grund: Individuelle juristische Beratung darf in Deutschland nur von einer bestimmten Berufsgruppe und bestimmten Beratungsstellen erteilt werden. Ein öffentlicher Blog und sein Herausgeber gehören da nicht dazu.

    Gruß, Peter

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