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Wandern am Limes

Von Peter Löwenstein • 18. Aug 2009 • Kategorie: Südhessen

(Tü) Am Sonntag, 30. August, laden der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald, der Naturpark Neckartal-Odenwald und die OWK-Ortsgruppe Affolterbach zu einer gemeinsamen Wanderung am obergermanisch-raetischen Limes ein, verbunden mit einem Besuch im Römermuseum in Osterburken.
Mit der Anerkennung des Limes als Weltkulturerbe durch die UNESCO im Juli 2005 wurde der Grenzverlauf zwischen dem Imperium Romanum und dem Freien Germanien verstärkt in das Interesse der Öffentlichkeit gerückt.
Nach dem Sieg über die Chatten 83 – 85 n.Chr. veranlasste Kaiser Domitian den Bau einer Grenzlinie von Wörth am Main über die Höhen des Odenwaldes nach Bad Wimpfen am Neckar. Diese Grenze wurde durch Wachttürme, Kastelle und Palisaden abgesichert. Der Limes war von den Römern zum Zweck der Überwachung ihrer Grenzen angelegt worden, um räuberische Überfälle der germanischen Stämme auf die reichen römischen Provinzen zu verhindern. Ferner sollte durch die Palisade der Übergang der Grenze nur an bestimmten, genau kontrollierten Stellen ermöglicht werden. Um 155 wurde diese Grenzlinie jedoch aufgegeben und wenige Kilometer weiter östlich an den Main vorverlegt. Diese Vorverlegung diente nicht dem Landgewinn, sondern dürfte aus strategischen Gründen erfolgt sein, da der nunmehr schnurgerade Grenzverlauf besser zu überwachen war.
Mit einem Kohorten- und einem Numeruskastell gehörte Osterburken zu einem der wichtigsten Stützpunkte am obergermanisch-raetischen Limes. Diese Bedeutung wurde unterstrichen durch ein ausgedehntes ziviles Lagerdorf, eine Beneficiarierstation und zwei Bäder. Während das Kohortenkastell fast völlig überbaut ist, sind die Wehrmauern des Annexkastells einschließlich der Tore und Türme sowie der umlaufende Graben eindrucksvoll restauriert. Oberhalb vom Friedhof vermittelt der Nachbau einer 3 m hohen Palisade sowie Wall und Graben einen nachhaltigen Eindruck vom Aussehen der römischen Grenzanlage. Von dort führt der Wanderweg zum Wachtposten WP 8/34. Neben dem restaurierten Steinturmfundament fand man Pfostengruben, von denen man annimmt, dass sie einst ein Messgerüst trugen, von dem aus der kerzengerade Verlauf der Limesstrecke festgelegt werden konnte. Im Hergenstadter Wald kommt man dann an einen Limesabschnitt, an dem Wall und Graben in ihrem ursprünglichen Zustand noch vortrefflich erhalten sind.
Treffpunkt zu dieser erlebnisreichen und informativen Wanderung ist um 9:30 Uhr vor dem Römermuseum in Osterburken. Die Länge der Wanderung beträgt 12,9 km, die Wanderzeit etwa 4 ¼ Stunden. Zur Mittagsrast ist Rucksackverpflegung vorgesehen. Anmeldungen bei Rainer Türk, Tel./Fax 06207/3100 bzw. mailto:info@owk-affolterbach.de

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