Erster Eindruck
Der erste Eindruck entscheidet sich in der ersten Sekunde und das nicht nur, wenn man einem Menschen begegnet. Es gibt Seiten, die nicht einmal die Chance hatten, gelesen zu werden, weil die Besucher aufgrund unübersichtlichen Aufbaus und grellen Farben die Flucht ergriffen.
Hier hat Spreeblick.de meiner Meinung nach alles richtig gemacht. Man ruft die Seite auf und sieht direkt, dass man richtig ist, denn groß im Header prangt ihr Logo eines Ankers und der Titel. Man wird nicht von Farben erschlagen, sondern von einer hellen weißen Seite begrüßt, die zur Auflockerung einen dunkleren Hintergrund und als besonderes Akzent eine kräftigere Farbe im Header besitzt.
Man erkennt sofort, dass die Übersicht hier eine große Rolle spielt, was auch das A und O einer journalistischen Seite sein sollte. Wenn die Leser nicht wissen, was sie da eigentlich anklicken, kommen sie nicht weit.
Mein erster Eindruck war also durch und durch positiv.
Layout
Der bereits erwähnte übersichtliche Aufbau rührt daher, dass es sich um den gewohnten Aufbau eines Blogs handelt. Der Header, wie der Name schon sagt, oben, darunter groß und breit der Content, sprich die aktuellen Artikel, auf gleicher Höhe die Navigation, in der man die einzelnen Artikel noch einmal extra aufrufen kann und weitere Auswahlmöglichkeiten wie eine Linksammlung oder die letzten Podcasts.
Darunter im sog. Footer kann man in einzelnen Blöcken nochmal ohne großes Suchen die einzelnen Kategorien sehen und neusten Artikel, die in diesen erschienen sind sehen, sowie neuste Kommentare und Beiträge mit den meisten Kommentaren.
Eine schöne Idee finde ich die farbliche Unterscheidung der Kategorien. Über den einzelnen Artikeln findet man den Kategorienamen in einem kleinen farbigen Fähnchen, vier Farben für vier Kategorien. Mir gefällt sehr gut, dass sich die Headerfarbe anpasst, je nachdem welche Kategorie man auswählt. So sieht man auf den ersten Blick in welcher man sich gerade befindet.
Die große Schrift der Artikel machen den Text leicht zu lesen und ist somit nicht anstrengend für die Augen, was gerade bei vielem Fließtext wichtig ist.
Das Logo mit dem Anker hat Wiedererkennungswert und man findet diesen auch überall in klein und groß auf der Seite, ob im dunkelgrauen Hintergrund oder in den Überschriften der Navigation.
Inhalt
Äußerlich hatte ich ja nun nichts zu meckern, also wie sieht es inhaltlich aus?
Neben den Herzstücken eines Blogs, den Artikeln, sollte eine Seite auch ein Impressum und Kontaktmöglichkeiten haben. Spreeblick.de hat dies natürlich, was mir jedoch beim Stöbern fehlte war eine Art „Über Spreeblick“-Seite, auf der man lesen kann, wie lange die Seite schon existiert oder auch Beweggründe für das Schreiben der Artikel oder ähnliches. Mich hätte das eigentlich interessiert.
In den Artikeln finden sich verschiedene Schreibstile wieder, was daran liegt, dass die Artikel von verschiedenen Autoren verfasst werden und davon gibt es einige. Das gefällt, denn so hat man die Möglichkeit verschiedene Meinungen zu lesen.
Spreeblick.de bietet auch eine gewisse Themenvielfalt zu insgesamt vier, oben schon erwähnten Oberkategorien, sodass für jeden etwas dabei sein sollte.
Bei größtenteils seriösen Artikeln, bietet die Seite auch ein paar, die einen zum Schmunzeln bringen können. Besonders gut gefallen hat mir ein satirischer Beitrag über das beliebte Web 2.0. Zwar ist dieser Beitrag schon etwas älter, aber nicht weniger gut und das Thema ist immer noch aktuell. Allein der Titel Per Anhalter durchs Web 2.0 verrät uns, dass der kommende Text nicht ganz ernst gemeint ist. Beziehungsweise nur denen, die schon einmal vom bekannten Buch „Per Anhalter durch die Galaxis“ gehört haben.
Der Beitrag erklärt auf sarkastische Art und Weise einzelne Seiten des Web 2.0 wie YouTube, Flickr usw., womit auch ein wenig Kritik zu einigen Plattformen geäußert werden soll. Gut gefallen hat mir die Äußerung über MySpace, da sie genau das kritisiert, was ich mir auch schon gedacht habe.
Mitspielen darf jeder, der sich einen Namen ausdenken kann, Menschen ohne eigenes Profil bekommen für die Dauer des Spiels eines ausgeliehen. Ziel des Spiels ist es, möglichst viele andere Spieler als „Freund“ zum eigenen Profil hinzuzufügen. Sieger ist derjenige mit den meisten Freunden.
Das ist mir nämlich auch stark aufgefallen. Ich habe auch einen (eher inaktiven) MySpace Account und habe nur Leute auf der Freundesliste, die ich auch kenne. Manche haben Hunderte von „Freunden“ und scheinen stolz darauf zu sein.
Die Theorie, Blogs seien eine Entwicklung der CIA, um Menschen denken zu lassen, sie hätten etwas zu sagen und somit Aufstände zu vermeiden, lässt mich überdenken, ob ich meinen Blog weiterführe oder lieber auf ein paar Demos gehe. Ok, diese Theorie ist natürlich komplett erfunden, aber ein tolles Thema für alle Verschwörungstheoretiker.
Alles in allem ein lesenswerter Beitrag, wie ich finde.
Dieser einzelne Beitrag kann natürlich nicht die gesamte Seite repräsentieren, das soll er aber auch gar nicht. Ich finde Spreeblick.de ist ein gelungenes Stück WWW und äußerst lesenswert, weil es sowohl Unterhaltung als auch Information bietet.




Danke für die ausführliche und freundliche Kritik! Das Fehlen einer guten Info-Seite bemängeln wir selbst auch, sind aber immer entweder zu faul oder zu beschäftigt, das auch endlich mal zu ändern. Aber: Wir basteln an einer neuen Version und dann wird das dabei sein, versprochen!
johnny