Der Anfang
Ich kam verhältnismäßig spät in die Politik, war damals etwa 30 Jahre alt. Viele andere begannen oder beginnen ihre politische Tätigkeit schon früher, in den Jugendorganisationen ihrer jeweiligen Parteien. Aber: Ich war damals bereits in Vereinen meiner Heimatgemeinde gesellschaftlich aktiv und sah es als Bereicherung dieser Arbeit an, nun auch im kommunalpolitischen Raum bei der Gestaltung der Geschicke, zunächst natürlich nur vor Ort, mitwirken zu können.
Die CDU als Partei kam meinen Vorstellungen dabei am nächsten, da sie den selbst bestimmten Menschen in den Mittelpunkt stellt. Mit anderen Worten: ich will dem Einzelnen Verantwortung für sein Leben übertragen, mit den dazu gehörigen Freiräumen, und den „Staat“ dort eingreifen lassen, wo es der Einzelne aus eigener Kraft nicht mehr schafft.
Durch diese Tätigkeit – immer parallel zu meinem eigentlichen Beruf – habe ich ungemein viel gelernt, vor allem: der Umgang mit Menschen, ihren Anliegen und Problemen, wie sie „Politik“ verstehen.
Der Übergang
Für die Bundestagswahl 2002 wurde die Frage aus den eigenen Reihen an mich herangetragen,
ob ich mir den „Sprung“ in die hauptamtliche Politik vorstellen könnte. Der bisherige Bundestagsabgeordnete der CDU trat nicht mehr an und es wurde ein Nachfolger gesucht. Diesen Schritt habe ich sehr genau abgewogen. Zum einen hatte ich ja einen Beruf, den ich bis dahin über verschiedene Etappen viele Jahre ausübte. Zum anderen war bzw. ist mit dem Bundestagsmandat auch verbunden, dass man die Hälfte des Jahres eben nicht mehr vor Ort ist, wo Familie oder Freunde sind.
Ich habe mich für das Mandat entschieden, ab dann auch gezielt dafür, für meine Partei und mich geworben – und es vor allem nicht bereut. Der Wahlkreis ist unglaublich vielfältig. Ich selbst lebe ja in Rödermark und damit eher im Norden. So habe ich gerade am Anfang viel Zeit damit verbracht, alles erst einmal kennen zu lernen, die (Veranstaltungs-)orte zu finden und mit den Menschen auch in den anderen Regionen vertraut zu werden.
Heute
Ich kandidiere in diesem Jahr zum Dritten Mal für den Deutschen Bundestag und pendle „zwischen den Welten“. Da ist zum einen Berlin, eine unglaublich faszinierende, pulsierende Großstadt, die sich allein in den letzten Jahren spannend entwickelt hat, und zum anderen der Wahlkreis, eine eher ländlich strukturierte Region, aber dennoch mit vielen wunderschönen Ecken und aufgeschlossenen Menschen.
Da ist zum einen der Deutsche Bundestag mit seinen überregionalen Gesetzgebungen, seiner Medienpräsenz und polarisierenden Diskussionen. Als Mitglied im Finanzausschuss bin ich selbst gerade die vergangenen Monate sehr lebhaft mit der aktuellen Krise, deren Auswirkungen und Maßnahmen dagegen beschäftigt. Und das ist zum anderen die Vielfalt der Anliegen der Menschen vor Ort, die sich an mich wenden in Belangen, die oft nur sehr wenig mit meiner eigentlichen Arbeit in Berlin zu tun haben.
Erfahrung und Ausblick
In meiner Arbeit treffe ich – und das freut mich – überwiegend auf Menschen, die mir freundlich begegnen, selbst wenn es in den Meinungen zu einer bestimmten Sache Unterschiede gibt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass an diesem Platz vielleicht mehr als an anderer Stelle das Sprichwort gilt „Wie es in den Wald hineinschallt, so schallt es auch wieder heraus.“ Wenn man die Menschen ernst nimmt, selbst wenn man ihnen nicht immer helfen kann oder Wünsche befriedigen, wenn man sich Zeit nimmt, Entscheidungen auch zu begründen, dann bekommt man Verständnis zurück. Aber was viel wichtiger ist: ich bin bestrebt nie den Eindruck zu vermitteln: „Hoppla, jetzt kommt die Politik und die weiß alles besser.“
In der Politik trifft man immer wieder Entscheidungen, je nach politischer Ausrichtung und Mehrheiten, die nicht immer alle zufrieden stellen. Das gilt auch für Entscheidungen, die ich getroffen bzw. mit getroffen habe. Auf der anderen Seite gibt auch viel Gutes. Das kann in einer Demokratie gar nicht anders sein. Dafür hat man in regelmäßigen Abständen die Möglichkeit der freien Wahl.
Deshalb sage ich auch: Ob wir nun über Rente, Gesundheit, Mindestlohn oder die Umwelt diskutieren – für alle Themen gibt es auch in der Bevölkerung sehr, sehr unterschiedliche Ansichten.
Ich kämpfe gleichzeitig erneut um das Direktmandat. Es verleiht eine starke Rückendeckung aus der Heimat bei allen Entscheidungen in Berlin, und es freut natürlich ganz persönlich.
Auf der Grundlage der sozialen Marktwirtschaft und in Verantwortung für künftige Generationen möchte ich auch in Zukunft im Deutschen Bundestag mit dazu beitragen, dass diejenigen Menschen in unserer Region solidarisch ihre Leistung in die Gesellschaft einbringen, wieder die nötige Unterstützung erfahren können.



