
Set-Reset
Finnland tut es und Japan tut es. In diesen Ländern ist Sitzenbleiben nicht möglich und trotzdem sind sie in der Pisa Studie ganz vorne mit dabei. Dort wird es so gehandhabt, dass die Schüler, die im Unterricht etwas hinterher hinken Nachhilfe oder sogar zusätzlichen Privatunterricht in Anspruch nehmen.
Das füllt natürlich den Terminplan eines Schülers gewaltig, aber warum hat es dennoch Erfolg im Gegensatz zu Deutschlands Wiederholungssystems?
Ich erkläre mir das so: Kaum ein Schüler sieht die Wiederholung der Klasse als neue Chance an. Für sie ist es nur ein weiteres Jahr, dass sie in der Schule verbringen müssen, sodass kaum Leistungsmotivation besteht.
Hinzu kommt noch die Gewissheit, dass diesem Schüler jetzt der Stempel der Scheiterns aufgedrückt wurde. Das fällt auch direkt jedem auf, denn Sitzenbleiber sind in der Regel älter, als ihre Mitschüler.
Außerdem kann der Schüler sich am Anfang des Schuljahres noch nicht wieder auf die Schule konzentrieren, denn für ihn heißt Sitzenbleiben eine neue Klasse mit neuen Schülern, die er nicht kennt zu betreten. Und „der Neue“ zu sein, bedeutet wieder neuen Stress.
Statistiken zeigen auch, dass die meisten Wiederholer in den entsprechenden Fächern kaum oder gar nicht besser geworden sind, obwohl die Verbesserung ja eigentlich der Sinn der Wiederholens sein soll. Es kommt sogar vor, dass die Schüler in Fächern abrutschen, mit denen sie das Jahr davor kaum Probleme hatten, einfach weil die Motivation fehlt, für das eine Fach zu lernen, wenn man doch in einem anderen Fach schlecht ist.
Das Sitzenbleiben bringt kaum Verbesserung und kostet Deutschland jedes Jahr viel Geld, also warum gucken wir uns nicht ein wenig von Finnland und Japan ab, was das Schulsystem betrifft?




Dazu bei telepolis passt dieser Artikel Schafft das Sitzenbleiben ab!.
Peter Peter Löwenstein