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Andrea Ypsilanti vor der Rückkehr

Von -pdh- • 30. Sep 2009 • Kategorie: Südhessen
Andrea Ypsilanti  ARCHIVBILD

Andrea Ypsilanti ARCHIVBILD

“Eine von ihnen” soll zurückkommen

Andrea Ypsilanti wieder in der ersten SPD-Reihe gewünscht – Hartz-IV-Erfinder soll SPD-Fraktion im Bund führen

Wiesbaden (pdh) Da haben die loyalen hessischen Genossen nicht lange zugewartet. Kaum waren die desolaten Ergebnisse der Sozialdemokraten bei der Bundestagswahl am Sonntag bekannt geworden, da meldeten sich die Fundamentalisten der hessischen SPD zu Wort, zwei von ihnen der ehemalige parlamentarische SPD-Geschäftsführer Reinhard Kahl und der ehemalige SPD-Landesgeneralsekretär Norbert Schmitt. Es sei nicht angemessen, dass Andrea Ypsilanti zurzeit in der hessischen SPD nur in der dritten Reihe stehe, sagte Schmitt. Zuvor hatte der Vorsitzende der SPD Hessen-Süd und stellvertretender Landesvorsitzender Gernot Grumbach eine Entschuldigung der Bundes-SPD beim geschassten Kurt Beck eingefordert.

„Ich bleibe eine von euch“, hatte Ypsilanti bei ihrem Rückzug aus den Parteiämtern am 28. Februar 2009 im Darmstädter Kongresszentrum Darmstadtium weinend in die Menge gerufen. Sie hatte an dem Tag den Parteivorsitz an Thorsten Schäfer-Gümbel weitergegeben. Nach dem Debakel der Sozialdemokraten, nicht nur im Bund sondern dramatisch auch in den Ländern und den Landkreisen in Südhessen, wird nunmehr wieder eine wichtigere Rolle für die anerkannte Parteilinke Ypsilanti eingefordert.

In der Tat war es Andrea Ypsilanti, die Gerhard Schröder für seine „Agenda 2010“ von Anfang an öffentlich scharf kritisiert hatte und sich nun nachträglich bestätigt fühlen darf. Denn nach allem, was die Demoskopen als Wahlanalysen auf den Tisch legen, waren vor allem die Hartz-Gesetze und die Rente erst ab 67 die ausschlaggebende Gründe für das schlechte Abschneiden der SPD bei der Bundestagswahl und die regelrechte Flucht der angestammten SPD-Wähler vor der alten Tante SPD. Auch die Öffnung der SPD gegenüber der Linkspartei wird nun von der designierten neuen Führungsriege der SPD erwogen, eine Bewegung, die Ypsilanti, wenn auch mit eklatantem Wortbruch, bereits vollzogen hatte, mit stiller Billigung durch den damaligen Bundesvorsitzenden Kurt Beck. Diesem soll nun Abbitte geleistet werden, finden vor allem südhessische Genossen. Gleichzeitig äußern sie sich unter vorgehaltener Hand über den designierten SPD-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Wahlverlierer Frank-Walter Steinmeier. „Wie soll ausgerechnet Steinmeier, der Erfinder und Verfechter der Agenda 2010 und von Hartz IV, als Fraktionsführer stark gegenüber einen neuen Bundesregierung agieren und argumentieren, mit deren kalter Sozialpolitik er zu 100 Prozent übereinstimmt?“, fragen sich die südhessischen Genossen in Frankfurt, Wiesbaden und den südlichen Landkreisen.

Einer von ihnen hält sich zurzeit auffällig zurück. Die neue hessische Parteispitze um den Fraktions- und Landesvorsitzenden Thorsten Schäfer-Gümbel äußerte sich am Dienstag nur sehr zurückhaltend zu dem Vorstoß, Andrea Ypsilanti betreffend. “Wir werden in den Gremien in den nächsten Tagen darüber beraten, was wir machen”, sagte Schäfer-Gümbel vor einer Fraktionssitzung am Dienstag nach der Bundestagswahl.

“Ich bleibe eine von euch” – Die Rede von Andrea Ypsilanti beim SPD Parteitag 28. Februar 2009 in Darmstadt anlässlich ihres Rückzugs, (c) Regioblog-Mitschnitt.

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Podcast: Andrea Ypsilanti, SPD, Landesparteitag Darmstadt

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6 Kommentare »

  1. Naja, außer Forderungen doch nichts gewesen. Aber wo man schon bei “wen-spielen” ist. Wenn die erste ARD-Prognose damals richtig gewesen wäre, und Rot-Grün eine Mehrheit in Hessen gehabt hätte und die Linke nicht ins Parlament gezogen wäre. Wer stände dann wohl jetzt weit oben auf der Liste möglicher Parteivorsitzender?

  2. @Andreas: – Ich sag mal auch “Die hessische SPD will Ypsilanti wiederhaben.” Wenn irgendjemand aus Hessen für die Erneuerung der SPD glaubhaft eintreten kann, dann Ypsilanti.

  3. Meinst du das jetzt ernsthaft oder im Scherz? Bin mir grade nicht so recht schlüssig

  4. Total im Ernst. Ohne jeden Zweifel. Wir brauchen Sie.

    Erstens ist sie der Frauentyp , den SPD Frauen aber wirklich total abkönnen (sie hat auch diese Claudia-Roth Betroffenheit), zweitens ist sie schon mal gescheitert und kann jetzt mit dem richtigen Timing den “Phoenix-aus-der-Asche” Effekt nutzen und drittens ist TSG zu clever und vielleicht auch zu charmant, um ihr in der Öffentlichkeit eine Absage zu erteilen. Also. Noch Zweifel?

  5. Um ehrlich zu sein ja^^

  6. Dieser Machtkampf endet für Andrea Ypsilanti anders- sie zieht sich zurück: “Ypsilanti verlässt SPD-Bundesvorstand” bei focus. Nicht ohne Abrechnung, schreibt auch Spiegel Online:
    “In ihrem Brief erhebt Ypsilanti schwere Vorwürfe gegen die Parteispitze um Franz Müntefering und Frank-Walter Steinmeier. >>Die hessische SPD und insbesondere ich als Person wurden (…) systematisch von denen diskreditiert, die mit inhaltlichen Wortbrüchen (Teile der Agenda 2010, Mehrwertsteuererhöhung etc.) zu Identitätsverlust der SPD und in der Folge zu Hunderttausenden und serienmäßigen Wahlniederlagen beigetragen haben.< < Die Verantwortlichen hätten ihre Rolle >>bei den dramatischen Ereignissen in Hessen im letzten Jahr nie selbstkritisch reflektiert.<<“

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