
Screenshot der aktuellen h-da Website
Kurz vor Eins. Ich stehe mit ein paar meiner Kommilitonen vor einem Vorlesungsaal in Dieburg. Ich warte darauf, dass die neuen Erstis herauskommen, da ich mit einigen im Anschluss eine kurze Campustour machen soll. Ein Mädel aus der Fachschaft drückt mir eine leere Tüte Mars in die Hand, denn die Neulinge sind nach Schokoriegeln in Gruppen aufgeteilt. Etwa zehn Minuten später habe ich gemeinsam mit einem Kollegen eine Gruppe von etwa einem Duzend „Marsmenschen“ am Hals. Wobei nicht wirklich am Hals, denn die Jungs und Mädels sind alle nett und ich mache den Job auch freiwillig und somit gerne.
Erste Verwunderung: Meine Gruppe aus OJlern und WJlern (Online- und Wissenschaftsjournalisten) besteht fast nur aus Jungs. „Wie ist denn die Mischung so bei euch?“ „Etwa Fifty-Fity!“- Kaum zu glauben, besteht mein Semester doch fast nur aus Frauen. Die Neuen bekommen also alles zu Gesicht, was sie für die nächste Zeit brauchen (könnten). Natürlich kann sich kaum einer von ihnen alle Wege merken, das war bei uns nicht anders. Komisch, schließlich ist dieser quadratische, im Stile eines Flughafen-Terminals aufgebaute Campus eigentlich idiotensicher. Möchte man meinen. Aber man wird immer wieder eines besseren belehrt- rumirrende Leute auf der Suche nach „ihrem Raum“ gibt es das Ganze Semester über. Natürlich bin auch ich gelegentlich mit dabei.
Selbstverständlich muss man als „Alteingesessener“ auch versuchen die vielen Fragen zu beantworten. Obwohl ich das Gefühl hatte, es waren weniger als wir sie hatten. Sollte die Einführungsveranstaltung diesmal besser gewesen sein? Oder die Erstis? Wer weiß… „Wie groß ist der Lernaufwand?“ „Wie sind die Dozenten so?“ Fragen, wie auch ich sie mir gestellt habe und nun merke ich, wie schwer es ist darauf eine Antwort zu finden, denn das muss man irgendwie selber herausfinden. Aber ich weiß auch, man will es vorher wissen.
Zwischendurch bekomme ich den Stundenplan der Erstsemester-Studenten zu Gesicht. „Wie ihr habt Englisch nur als Wahlfach?“ Haben sie tatsächlich. Und so kommt ein Gespräch über Kursbelegung und Prüfungen auf. Und schnell bin ich mit meinem Latein am Ende. Der Grund: Die Neuen sind die ersten OJler, die auf Bachelor studieren. Ich mache noch das Diplom und bin daher denkbar ungeeignet irgendetwas zu „Credit Points“ zu sagen. „Nein ich weiß wirklich nicht was das heißt und nein, ich habe den Bologna-Prozess nicht verbrochen, nicht einmal in dieser Form gutgeheißen!“ Meine Gruppe scheint mir deshalb nicht böse, zumal ich versuche, sie an jemanden zu verweisen, der ihnen Antwort geben kann. Es scheint fast, als wollen die Bachelor den Bachelor noch weniger als die Diplomer den Bachelor. Bitte was? „Ich arbeite noch an meinen Sätzen!“
Während der Führung ein bisschen Smalltalk: Die Leute reden sich untereinander an, kennen sich wohl schon zum Teil. Es erinnert mich nur wenig an meinen krampfhaften Versuch, sich möglichst schnell möglichst viele Namen zu merken. Ich denke kurz darüber nach und stelle fest, dass mein jetziger Freundeskreis sich sehr schnell aus den Menschen ergeben hat, die ich in den ersten Tagen, bei Campusführung oder ähnlichen kennen lernte. Ob die Neuen die mögliche Bedeutung der heutigen Gruppeneinteilung ahnen? Doch der Bachelor-Abschluss (hey, die sind zeitgleich mit mir fertig!) holt mich zurück in die Gegenwart. Auch die gleiche Anzahl von Männern und Frauen im Semester verwundert mich noch immer- mit all den sich daraus ergebenen Konsequenzen. Es scheint als seien die Neuen wirklich eine ganz andere Generation, in einem ganz anderen System.
Weiter geplaudert: „Wer von euch sucht denn noch eine Wohnung in Darmstadt?“ Unzählige Finger gehen hoch. Es scheint, dass sich andere Dinge nie ändern. Es ist halt irgendwie alles anders und doch das gleiche. Ach ja, bis auf das Wetter, das war bei uns mit Abstand besser. Gut für uns, denn den ersten Tag und mit ihm das Wetter, vergisst man wohl nie.



Mal ganz unter uns …
Auf dem Photo ist die aktuelle Startseite der TU-Darmstadt zu sehen, um genau zu sein das Audimax, was dann doch eher ein Vorlesungssaal der TU ist …
Aber trotzdem ein netter Bericht!
Mir bewusst. Ich bin nicht die Bildredaktion
Hehe, ne im Ernst und ohne Vorwürfe: Der Text geht sich um Dieburg und ob h_da oder TUD. Alles ein Studentenpack (mich eingerechnet^^)
[...] Die neuen Erstis sind da Thema: Ersti-Einführung an meiner Hochschule. Kontrast als Ersti und Ersti-Einweiser Anmerkung: Selbstfindung und Bericht in einem Erscheinungsort: Regioblog [...]