(Tü) Am Sonntag, 25. Oktober, laden der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald und die OWK-Ortsgruppe Affolterbach zu einer gemeinsamen Wanderung im hessisch-bayerischen Grenzgebiet ein.
Ausgangspunkt ist der Michelstädter Stadtteil Würzberg. Ursprünglich war dieser Ort zweigeteilt. Ober-Würzberg gehörte den Schenken von Erbach, Unter-Würzberg den Grafen von Katzenelnbogen und wurde vom Kloster Amorbach verwaltet. Von Würzberg führt der Wanderweg hinab zur ehemaligen Heinsterbacher Mühle. Seit dem 16. Jahrhundert wurde bis zum Tode des letzten Müllers, Leonhard Heß, im Jahre 1967, diese Mühle betrieben. Hier lebten einst wohlhabende Müller. Heute ist die Mühlenromantik verstummt, und das Anwesen wird für Wohnzwecke völlig umgebaut. Unterhalb der Mühle öffnet sich das Tal und etwas talwärts befindet sich eine weitere Mühle, die Schrahmühle. Sie wurde schon 1395 urkundlich erwähnt. Der Sage nach befand sich ihr ursprünglicher Standort das Waldbachtal weiter aufwärts nahe der sogenannten Schafswäsche. Bei einem schlimmen Unwetter soll die Mühle von den Fluten des angeschwollenen Baches fortgerissen worden sein, wobei auch der Müller ums Leben kam.
Auf der anderen Talseite gehen wir dann durch den Wald bergauf nach Boxbrunn. Dieser Ort ist eine Rodungssiedlung des Klosters Amorbach. Das auffälligste Gebäude im Ort ist der Wasserturm, der auf der Hochebene zur Trinkwasserversorgung der Bevölkerung gebaut werden musste. Wir durchqueren Boxbrunn und laufen auf der anderen Seite hinab in das stille und völlig abgelegene Gönsbachtal. Auch hier klapperten bis nach dem Zweiten Weltkrieg die Mühlen. Was geblieben ist, ist die Ruhe und die Landschaftsidylle dieses Tales, dem wir aufwärts folgen. Auf der Höhe im Bereich der Sansenhofer Mahd stößt der Wanderweg auf dem Limes, dem wir nun in südlicher Richtung folgen.
Erneut an der hessisch-bayerischen Grenze kommen wir an einem seltenen Lagerstein vorbei, der als Grenzmarkierung das Mainzer Rad zeigt. Er markierte den Grenzverlauf zwischen der Grafschaft Erbach und dem Kloster Amorbach. Nach Überqueren der B 47 führt der Weg am gräflichen Wildgatter vorbei nach Mangelsbach. Unmittelbar vor diesem Weiler biegen wir rechts ab. Kurz nach Waldeintritt befindet sich auf der rechten Seite des Wanderweges der „Hohle Stein“. Diese Steinhöhle soll dem Schinderhannes als Unterschlupf gedient haben. Der von hier steil bergab führende Waldweg mündet in einen ausgebauten Forstweg, der durch den Ingelheimer Wald zurück nach Würzberg führt.
Treffpunkt zu dieser Wanderung durch stille Täler und tiefe Wälder ist um 9:30 Uhr in Würzberg kurz nach Ende der Hauptstraße am Abzweig zur Heinstermühle Die Länge der Wanderung beträgt knapp 18 km, die Wanderzeit etwa 5 ½ Stunden. Zur Mittagsrast ist Rucksackverpflegung vorgesehen. Anmeldungen bei Rainer Türk, Tel./Fax 06207/3100 bzw. info@owk-affolterbach.de



