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LIMIT – der neue Roman von Frank Schätzing, Versuch eines Review Teil 1

Von Ingrid • 2. Nov 2009 • Kategorie: Meinung, Neu vorgestellt
A classic future (cc) von Lee Sie

Aclassic future (cc) von Lee Sie

Vielleicht ging es Ihnen in den letzten Tagen auch so wie mir. Ich stand im Buchgeschäft meiner Wahl und vor der Entscheidung: der neue Schätzing oder der neue Dan Brown?

Nun – Frank Schätzing hat das Rennen gemacht! Versuch eines Review deswegen, weil das Buch über 1300 Seiten stark ist und seine Leser in unterschiedlichen Handlungssträngen in eine aufregende, aber manchmal auch verwirrende  Reise einmal um die Welt und darüber hinaus entführt. Frank Schätzing lädt uns mit seinem neuen Roman ein in`s Jahr 2025, in eine – gar nicht mehr allzu ferne – Zukunft.

Die Story beginnt im Jahr 2024 mit einem tragischen Unfall. Bei einem Außeneinsatz auf der Raumstation OSS wird ein Shuttlepilot in den Weltraum katapultiert und stirbt. Danach erwartet uns ein Zeitsprung ins Jahr 2025. Eine Insel im Pazifik dient als Bodenstation für einen Fahrstuhl in den Weltraum – bis hin zu eben dieser Raumstation OSS. Eine illustre Gesellschaft superreicher Exzentriker aus aller Welt trifft sich hier, eingeladen von Julian Orley, dem Erbauer der Station und Inhaber von Orley Enterprises. Die Vorstellung der einzelnen Charaktere zieht sich über viele Seiten, sicher wichtig, aber zuweilen etwas langatmig. Leider, denn hier verliert der Roman an Spannung.

Wir lernen unter Anderem den etwas undurchsichtigen Carl Hanna aus Kanada kennen, dann den Schauspieler Finn O`Keefe, der in seiner Rolle als „Perry Rhodan“ Berühmtheit erlangt hat, Evelyn Chambers, die amerikanische Talklady Nummer eins, Rebecca Hsu, CEO ihres eigenen taiwanesischen Luxuskonzerns sowie einen russischer Stahlbaron samt Gattin. Dann sind da noch Lynn Orley, Julians Orleys Tochter, Architektin des Mondhotel`s Gaia und psychisch labil, ihr Bruder Tim und seine Frau Amber. Sie alle bereiten sich auf eine Reise in die OSS und von da aus weiter zum Mond vor.

Im nächsten Kapitel geht die Reise weiter, diesmal nach Shenzhen in Südchina. Hier begegnen wir Owen Jericho, einen Cyber-Detektiv und Spezialisten für Netzkriminalität aller Art. Er ist auf der Jagd nach dem Kopf eines Pädophilenrings und begibt sich dabei in große Gefahr. Denn anders als es die Bezeichnung Cyber-Detektiv vermuten lässt, bewegt sich Owen Jericho nicht ausschließlich im Web, sondern er sucht persönlich das „Paradies der Kleinen Kaiser“ auf, um den Drahtzieher, Ma Liping dingfest zu machen. Als ihm das gelungen ist, bittet ihn ein chinesischer Freund und Geschäftsmann, Yoyo Chen, eine untergetauchte Dissidentin,  zu suchen.

Auf der Isla de Las Estrellas sind wir inzwischen am dritten und letzten Abend der Reisegruppe eingetroffen. Am nächsten Tag soll die Reise weitergehen zur Raumstation OSS. Erste Spannungen unter den Reiseteilnehmern machen sich bemerkbar.

Fazit der ersten knapp 200 Seiten: Frank Schätzing macht es seinen Lesern diesmal nicht ganz leicht. Wie immer, ist auch dieser Roman hervorragend recherchiert, allein die “Dankesliste” am Ende des Buches liest sich wie das “Who is Who” aus Wissenschaft und Technik: Thomas Reiter, ISS- und Mir-Astronaut, Dr. Reinhold Ewald, Mir-Astronaut und Physiker, Ranga Yogeshwar, Physiker und Wissenschaftsmoderator, und, und, und…  Das Thema Erschließung neuer Energiequellen, um das es letztendlich geht (was ich aber bisher mehr oder weniger nur dem Klappentext entnommen habe) ist brandheiss und in Kombination mit der Fiktion der Reise ins All schreit es geradezu nach einer tollen Story. Wenn da nur nicht die zuweilen langatmigen Dialoge wären!

Der bisher für mich aufregendste Handlungsstrang war der um den Detektiv Owen Jericho-  aber was der nun wieder mit der eigentlichen Geschichte zu tun hat, ist noch völlig unklar.

So bin ich ein bisschen im Zwiespalt: es hat mich noch nicht richtig gepackt aber dennoch will ich wissen wie es weiter geht und wo alles endet. Also bleibe ich dran. In ein paar hundert Seiten melde ich mich wieder!

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Ein Kommentar »

  1. Interessante Review-Form. “In ein paar Hundert Seiten melde ich mich wieder”. Gefällt mir, die Idee

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