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LIMIT – der neue Roman von Frank Schätzing ist da Teil 2

Von Ingrid • 6. Nov 2009 • Kategorie: Meinung, Neu vorgestellt
Moon Landing (cc) Balakov

Moon Landing (cc) Balakov

In zwischen bin ich ein gutes Stück weitergekommen. Ich kann nicht mehr sagen, wann genau – aber irgendwo zwischen Seite 280 und Seite 350 habe ich ihn gefunden, den Frank Schätzing, den ich während der ersten 200 Seiten vermisst habe. Der Frank Schätzing, der mich schon mit „Der Schwarm“, „Tod und Teufel“ und „Mordshunger“ vollkommen in seinen Bann gezogen hat. Der einen packt und nicht mehr loslässt. Der einen dazu bringt, sich mit scheinbar trockenen wissenschaftlichen Details auseinander zu setzen, mehr noch, sie faszinierend zu finden und der einen geradezu dazu zwingt bis morgens um Vier weiter zu lesen, obwohl man doch eigentlich schon um Elf in`s Bett wollte.

Aber zurück zur Story: Unsere illustre Reisegesellschaft kommt auf dem Mond an. Gereist ist man von der OSS mit der Raumfähre Charon, Cliquen haben sich gebildet, Sympathien und Antipathien sind entstanden, begünstigt durch die Enge und das Gefühl, eingesperrt zu sein. Der psychische Druck auf Lynn steigt unmerklich.

Mit dem Lunar-Express trifft die Gruppe im Mondhotel GAIA ein, einem wirklich außergewöhnlichen Hotel, außergewöhnlich sogar dafür, dass es auf dem Mond, am Rande eines lunaren Grand Canyon steht. Aber mehr will ich an dieser Stelle dazu nicht verraten…..  Schätzing`s Schilderungen der verwendeten Materialien, der Schwierigkeiten beim Bau und die der technischen „Spielereien“ klingen absolut glaubwürdig und langweilen kein bisschen. Gemeinsam mit unseren Reisenden genießen wir den Komfort eines erstklassigen Hotels, sitzen an der Bar, spielen Golf, essen in einem der Restaurants. Doch einer aus der Gruppe ist nicht der, der er zu sein vorgibt. Schon in der ersten Nacht macht er sich  mit dem Lunar-Express auf den Weg, um ein ominöses Paket auf der Mondoberfläche zu bergen. Wer und was ist er? Ein Agent? Für wen arbeitet er? Frank Schätzing lässt uns im Unklaren darüber, welche Rolle dieser Mann spielt. Die Spannung steigt, als er bei seiner Rückkehr in`s Hotel überrascht wird.

Zwischenzeitlich entführt uns Schätzing in einen dritten Handlungsstrang. Loreena Keowa, Reporterin des Umwelt-Senders Greenwatch, ist entschlossen das missglückte Attentat auf Gerald Palstein aufzuklären. Gerald Palstein ist der strategische Leiter des Ölkonzerns EMCO. Die Ölindustrie aber ist tot, wird zum größten Teil abgelöst durch die Gewinnung von Helium-3 – auf dem Mond. Nur knapp ist er einem Mordanschlag entgangen und zwar kurz bevor er an der Stelle von Carl Hanna mit unserer Gruppe zum Mond reisen sollte.

Und dann finden wir uns in Shanghai wieder- bei Cyberdetektiv Owen Jerico, den wir ja bereits im 1. Teil kennen gelernt haben. Er ist auf der Suche nach der Dissidentin Yoyo. Fest steht, sie ist in Lebensgefahr. Aber durch wen? Und warum? Und für wen arbeitet der Killer Xin, ein Meister in der Kunst der Tarnung? Für die Polizei, die als Handlanger der Regierung üblicherweise Jagd auf Dissidenten macht, offenbar nicht. Was weiß Yoyo? Was ist so gefährlich, dass sie mitten in der Nacht überstürzt ihre Wohngemeinschaft verlässt? Xin heftet sich an ihre Fersen. Einer von Yoyos Mitbewohnern, Grand Cherokee Wang, ist bereit ihm Informationen über ihren Aufenthaltsort zu geben. Informationen, die er gar nicht besitzt. Das kostet ihn das Leben. In einer spektakulären Szene wird er von Xin mit dem Silver Dragon gejagt, einer Achterbahn, die das World Financial Center im 97. Stock umkreist. Er stürzt 500 Meter in die Tiefe.

Owen Jericho war in der Zwischenzeit nicht untätig und hat Yoyos Spur aufgenommen. Er vermutet sie in Quyu, der vergessenen Welt. Einer Welt innerhalb der Stadt Shanghai. Dort gelten andere Gesetze, ein idealer Ort um Unterzutauchen. Und genau da findet Jericho sie, in ihrem provisorischen Unterschlupf in einem stillgelegten Stahlwerk. Aber – Xin ist Ihnen dicht auf den Fersen und es kommt zu einer gnadenlosen Jagd. Nur mit knapper Not entkommen Yoyo und Jericho dem Killer.

Fazit bis Seite 550:
Ein Zug auf dem Mond? Raumanzüge nach Maß, in denen man nicht aussieht wie das berühmte Michelin-Männchen sondern voll beweglich ist? Avatare, die uns vertreten, wenn unsere persönliche Anwesenheit nicht zwingend erforderlich ist? Eine Achterbahn die das Dach eines 97 Stockwerke hohen Wolkenkratzers umkreist? So unglaublich das alles auf den ersten Blick klingt: wenn man „Limit“ liest, fühlt man sich hinein versetzt in eine Welt, die fiktiv und doch nicht mehr allzu weit entfernt von der unseren ist. Was ist möglich, was ist Fiktion? Viele der genannten Techniken sind in Grundzügen schon entworfen oder in Planung. Und falls nicht – in unserer Vorstellung ist alles möglich! Ich kann kaum erwarten zu erfahren, wie es weitergeht – aber bis zur “Auflösung” habe ich zum Glück noch fast 800 Seiten lang Zeit.

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2 Kommentare »

  1. Also ich habe “Der Schwarm” geliebt und war enorm gespannt auf das neue Buch.
    Aber leider war es mir viel zu langatmig – ich hab dann bei ca Seite 500 aufgegeben.
    Was da im Blofg beschrieben ist mit: “Aber – Xin ist Ihnen dicht auf den Fersen und es kommt zu einer gnadenlosen Jagd. Nur mit knapper Not entkommen Yoyo und Jericho dem Killer.” zieht sich über 50 Seiten – da habe ich dann definitiv nicht mehr mitgemacht. So sehr die einzelnen Angaben eine Zukunftswelt entwerfen, die eigentlich fast möglich ist – kaum Übertreibungen (der Weltraumfahrstuhl scheint mir, so wie Schätzimg ihn beschreibt unbaubar) und wie immer ein prinzipiell logisches Szenarium vorhanden ist war für mich diese enorme Langatmigkeit eine Riesenenttäuschung. Ob es dann in der zweiten Hälfte besser wird hab ich eben wirklich nicht mehr herausfinden wollen.

  2. Ich selber quäle mich auch gerade durch den Roman “Limit”. Finde ihn von der Handlung her, schon ganz in Ordnung und spannend, aber doch etwas zu sehr in die Länge gestreckt. Wer mal einen wirklich spannenden Roman(e), über derzeit realistische Raumfahrt lesen möchte, dem kann ich nur die beiden Romane “Mars” und “Die Rückkehr zum Mars” von Ben Bova empfehlen. Beide haben gegenüber Limit, jeweils “nur” die Hälfte an Seiten, fesseln aber von Bginn an, ungemein!

    Der besagte Weltraumfahrtstuhl, wurde übrigens schon Ende der 60er, Anfangs der 70er, sehr gut in dem Roman “Fahrstuhl zu den Sternen” von Sir Arthur Charles Clarke, beschrieben.

    Wer möchte kann ja mal auf meinen eigenem Blog unter: http://Zeitsonde.blogspot.com nachschauen, dort stelle ich öfters mal, ein meines Interesse nach, lesenswertes Buch vor.

    Frohe Weihnacht!!!

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