Ja, bei diesem trüben Wetter fällt es vielen schwer, nicht schwermütig zu werden. Der Monat beginnt schon mit dem Gedenken an unsere Toten zu Allerheiligen und Allerseelen. Dann kommt der „ehemalige“ Feiertag, der Buß- und Bettag dazu. Wir haben den Volkstrauertag, an dem das ganze Volk zu Trauer und Gedenken aufgerufen ist.
Trauer und Tod verbindet sich bei mir mit Friedhof – - aber da klingeln zur Zeit bei mir alle Alarmglocken und die Nackenhaare sträuben sich mir.
Denn wer wie ich im Stadtteil Zeilhard wohnt, der hat bei Tod und Sterben ab Januar tief in die Tasche zu greifen, tiefer als andere in den übrigen Stadtteilen Reinheims. Wir müssen uns dann als Tote erster Klasse begreifen, denn wir müssen erheblich mehr für unsere Beerdigung bezahlen.
Wenn ein normales Reihengrab in Reinheim, Spachbrücken und Ueberau 710 € kosten wird, zahlen wir erster Klasse 950 € – obwohl wir genauso tot sind, wie unsere Freunde in den anderen Ortsteilen. Das ist nur ein Bespiel.
Dieses zweierlei Maß verdanken wir unserer uneinsichtigen Mehrheit in Reinheim. Die CDU hatte noch versucht, die Mehrheit zum Überdenken der Gebühren zu bewegen. Das war vergeblich. Da wird nicht mehr nachgedacht.
Einige haben schon gefrotzelt, dass wir halt für die schöne Aussicht mehr bezahlen müssen… andere erwägen bereits, woanders sterben zu wollen.
Aber mal Spaß beiseite: ich empfinde das als ungerecht. Seit 10 Jahren gibt es den neuen Friedhof in unserem Stadtteil und wir hatten gleiche Gebühren in ganz Reinheim. Jetzt treibt die Finanznot Reinheims diese seltsamen Blüten.
Wir sind doch eine Stadt und sollen uns doch auch als zu unserer Stadt zugehörig fühlen!? Oder spielt das im Tode keine Rolle mehr?
Vielleicht sollte die Stadt ein Integrationsprogramm für Georgenhausen-Zeilhard auflegen – - denn auch beim schnellen Internet-Zugang wird der Stadtteil sträflichst vernachlässigt.
Nun, denke ich an diese Dinge, ist meine trübe Stimmung dahin und es brodelt in mir!



