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Ampeln oder Kreisel?

Von Angelika Froede • 20. Jan 2010 • Kategorie: Regionales

Schon vor 20 Jahren konnte man im Urlaub in Frankreich problemlose Verkehrslösungen durch Kreisel bestaunen. Seit einigen Jahren sind Kreisel auch im benachbarten Bayern gang und gäbe. Bei uns hier im Darmstadt-Dieburger Raum setzen sie sich nur zögernd durch. Groß-Zimmern ging mit gutem Beispiel voran und baute an der Kreuzung zur Waldstraße einen ersten Kreisel. Und von da ab lief der Verkehr dort reibungslos.

Jetzt hat inzwischen Dieburg, zunächst nur im Stadtgebiet, später auch entlang der alten B 26 mindestens 5 Kreisel gebaut – und jetzt läuft auch dort der Verkehr problemlos. Oftmals heißt es ja, dass das nur möglich sei, weil sich das Verkehrsaufkommen im Rahmen hält. Aber ich habe auch schon Kreisel in Berlin, Paris und anderen Metropolen erlebt, wo das Verkehrsaufkommen das unserer Region weit überstieg.

Nun, so werden Sie fragen – was sollen diese allgemeinen Betrachtungen zu Kreisel in anderen Regionen, was bedeutet das für uns?

Reinheim zum Beispiel liegt an einer Bundesstraße mit erheblichem Verkehrsaufkommen. Ein Antrag der CDU-Fraktion vor etwa 8 Jahren, an der Kreuzung B 38/Königsberger Straße einen Kreisel anstelle der Ampelanlage zu bauen wurde abgelehnt.

Jetzt stehen ja um Reinheim herum größere Baumaßnahmen im Zuge des Baus der Umgehungsstraße an. Ein Kreisel wird an der Zufahrt aus Spachbrücken – aber nicht an der neuen B 38 – sein, sondern erst nachdem man an einer Ampel abgebogen ist.

So wird zur Zeit auch ein Spangenstück zwischen der B 38 alt und der B 38 neu zwischen Spachbrücken und Reinheim geplant. Man glaubt es kaum, aber die Anbindung an die neue B 38 soll auch über eine Ampelanlage erfolgen!

Zwei Argumente aus einer Expertise sollen hier angeführt werden: Die Topographie sei für einen Kreisel an dieser Stelle (im Gefälle) nicht geeignet. Ist sie es dann für eine Ampel? Und kann man heute nicht ein wenig das Gelände modellieren?

Aber das zweite Argument ist atemberaubend: die Streckencharakteristik weise nun mal Ampeln auf – und da solle man doch nicht davon abweichen.

Will man durch eine Neuplanung für Straßen flüssigen Verkehr ermöglichen, oder Stopp and Go durch Ampeln? Will man in der Zukunft die Umwelt schonen, oder durch Warte- und Haltezeiten unnötige Abgase in die Umwelt blasen?

Will man auf Jahrzehnte hinaus teure Wartungskosten für Ampelanlagen bezahlen oder diese Kosten minimieren?

Die Lobby der Ampelanlagenhersteller scheint hier gute Arbeit zu machen. Ob sich auch einmal eine Kreisel-Lobby bildet?

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