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Odenwaldschule – Direktorin spricht von “aktivem Täterschutz”

Von -pdh- • 11. Mrz 2010 • Kategorie: Südhessen
Max Priebe, Schülervertreter, schreibt einen Tag nach der PK seine Biologie-Abiturarbeit, Schulleiterin Margarita Kaufmann entschuldigt sich bei den Opfern

Max Priebe, Schülervertreter, schreibt einen Tag nach der PK seine Biologie-Abiturarbeit, Schulleiterin Margarita Kaufmann entschuldigt sich bei den Opfern

Pressekonferenz zum Missbrauchsskandal an Odenwälder Eliteinternat

Heppenheim (pdh) Eine ausweichende Antwort ist auch eine, so darf getrost die Replik gedeutet werden, die Schulleiterin Margarita Kaufmann einem Journalisten gab, der während der Pressekonferenz am Donnerstag nach den fehlenden Mitgliedern des Vorstands der Odenwaldschule fragte. Sie sei immerhin im Vorstand, und der anwesende Geschäftsführer der Odenwaldschule, Meto Salijevic, ebenso.

Die Antwort ging selbstverständlich an der Frage vorbei, denn natürlich wollte die Presse wissen, warum die Vorsitzende Sabine Richter-Ellermann und ihre weiteren Vorstandsmitglieder nicht zur Pressekonferenz gekommen waren, nachdem in den letzten Tagen von kompletten Rücktritt des Vorstands berichtet worden war, dieser anscheinend jedoch überhaupt nicht daran denkt, die Verantwortung für die Vertuschung während der letzten Jahre zu übernehmen. Stattdessen wird kolportiert, dass die offensive Aufarbeitung des Missbrauchsskandals durch die heutige Schulleitung nicht die ungeteilte Zustimmung des Gesamtvorstands findet.

Schulleiterin Margarita Kaufmann entschuldigt sich bei den Opfern

Schulleiterin Margarita Kaufmann entschuldigt sich bei den Opfern

Im Rahmen einer Pressekonferenz an der Odenwaldschule in Heppenheim hat Schulleiterin Margarita Kaufmann am Donnerstag weitere Details des Skandals veröffentlicht. Sie beschuldigte ihren Vorgänger Gerold Becker schwerer Vergehen und hatte dabei Mühe, Tränen zurückzuhalten.

“Wir haben die ehemaligen Schüler um Vergebung gebeten”, sagte sie in der Pressekonferenz. “Die Schule hat große Schuld auf sich geladen. “Nichts kann das Leid ungeschehen machen.“

Medienauftrieb in der Odenwaldschule

Medienauftrieb in der Odenwaldschule

Bis zum Donnerstag haben sich 33 ehemalige Schüler gemeldet und von Missbrauch berichtet, davon etwa 40 Prozent Mädchen. “Was wir gelesen und gehört haben, hat uns verstummen lassen”, sagte Margarita Kaufmann am Donnerstag. ,,Wir sind zutiefst erschüttert”, sagte die Schulleiterin unter Tränen, ,,und sind beschämt, was an unserer Schule jungen Menschen angetan wurde. Wir sind betroffen über das Leid, das ihnen zuteil wurde.”

Man wisse, dass der frühere Schulleiter von Schülern und Eltern darauf angesprochen worden war, dass ein Lehrer Übergriffe an Jugendlichen durchführte. Der Schulleiter habe diesen Lehrer geschützt. ,,Das war aktiver Täterschutz”, sagte die Schulleiterin. Die Missbrauchsvorgänge sollen sich von den sechziger Jahren bis 1991zugetragen haben.

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