
Medienhaus Südhessen in Darmstadt – zieht um nach Rüsselsheim
Bach betreibe Arbeitsplatzvernichtung, Tarifflucht und Lohndrückerei
Michelstadt/Odenwaldkreis (pdh) Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) im Odenwaldkreis fordert den Präsidenten der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt, Dr. Hans-Peter Bach, zum Rücktritt auf. In einer Pressemitteilung erklären der DGB-Kreisvorsitzende Harald Staier (Höchst) und DGB-Regionssekretär Horst Raupp (Darmstadt):
“Bach betreibt in seinen Unternehmen Darmstädter Echo und MaxiMail Arbeitsplatzvernichtung, Tarifflucht und Lohndrückerei – auch hier im Odenwaldkreis. Als oberster Repräsentant der südhessischen Wirtschaft hat sich Bach damit disqualifiziert. Sein Rücktritt als IHK-Präsident ist längst überfällig”.
Nach Presseberichten hatte Bach bereits im vergangenen Jahr allen beschäftigten Druckern gekündigt und einem Teil von ihnen eine Anstellung im neuen Rüsselsheimer Druckhaus zu tariflosen Dumpinglöhnen angeboten. Danach mussten weitere etwa 170 Mitarbeiter des Medienhauses Südhessen ihre Sachen packen. Alle Kundencenter außerhalb Darmstadts und die Betriebskantine wurden geschlossen, um Kosten zu sparen und den Gewinn zu erhöhen..
Das Medienhaus Südhessen vertreibt das Darmstädter Echo und die Lokalausgaben Groß-Gerauer Echo, Starkenburger Echo, Rüsselsheimer Echo, Ried Echo und Odenwälder Echo. Die verkaufte Gesamtauflage ist in den letzten Jahren auf wochentags 117.000 Exemplare gesunken. Neben den Tageszeitungsgeschäft betreibt der Verlag kostenlos verteilte Werbe-Wochenzeitungen und den Postdienstleister MaxiMail.
Zusammen mit der Verlagsgruppe Rhein-Main (Allgemeine Zeitung, Wiesbadener Kurier u.a.) baut das Verlagshaus in Rüsselsheim zurzeit ein neues Druckzentrum. Beide Häuser zusammen entlassen alle etwa 500 Drucker und übernehmen offiziell keinen der ehemaligen in den Druckereien Beschäftigten, um im neuen Haus ohne Tarifbindung zu Dumpinglöhnen etwa 200 neue Mitarbeiter einstellen zu können.
Besondere Brisanz erhält die Vorgehensweise des Darmstädter Verlegers Dr. Hans-Peter Bach durch den Umstand, dass er gerade vor der Kündigungswelle in seinem Verlagshaus zum Präsidenten der Industrie- und Handesskammer Darmstadt gewählt worden war. So fragt die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, ob so die sozial verantwortliche Politik des obersten Repräsentanten der Starkenburger Wirtschaft aussehe. Seither streikten die Drucker des Darmstädter Verlagshauses einige Male spontan und legten dabei auch den Innenstadtverkehr in Darmstadt lahm.
Als journalistisch fragwürdig wird die Entwicklung in Südhessen angesehen. War bereits zuvor oftmals von journalistisch nicht ausgebildeten Freien Mitarbeitern sogar über politische Ereignisse beispielsweise im Odenwaldkreis berichtet worden, so informieren bereits vermehrt Parteien in Eigenregie über ihre Veranstaltungen. Auch Vereine und Gemeinden liefern mittlerweile kostenlose Texte und Fotos von den Geschehnissen, die früher von Redakteuren oder Mitarbeitern besucht wurden. Selbst alt gediente Redakteure schütteln hinter vorgehaltenem Echo bedenklich ihre Köpfe. Wer solle denn noch eine Tageszeitung kaufen und lesen, so einer von ihnen, deren Texte die Leser selbst zuvor geschrieben haben?



@hofferbert [Moderationshinweis: Ihren Kommentar sperre ich wegen der dort aufgestellten Behauptungen über Gerichtsverfahren gegen das Medienhaus und Herrn Bach. Für eine eigenen Überprüfung was stimmt und was nicht habe Ich derzeit einfach keine Zeit übrig. Viel Glück und Gruß, Peter Löwenstein]