Eignungstest, Bewerbungsgespräch und Feedback
„Fit for life“ findet im Jugendzentrum Groß-Umstadt statt und soll den Jugendlichen der 9. Hauptschulklasse der Ernst-Reuter-Schule helfen, den Übergang von der Schule in den Beruf möglichst gut vorbereitet anzugehen. Das Seminar dient der beruflichen Orientierung und soll die Jugendlichen möglichst früh an das Thema Berufswahl heranführen.
Im letzten Seminar der zweiten Runde des Schulsozialarbeitsprojektes der Kinder und Jugendförderung der Stadt Groß-Umstadt ging es nun ans Eingemachte. Als erstes musste ein Eignungstest absolviert werden, maximal siebzig Punkte konnten erreicht werden. Aufgaben zur Allgemeinbildung, logischem Denken, Abstraktionsvermögen, Mathematik sowie Rechtschreibung standen auf dem Programm.
Die Schüler wurden darauf hingewiesen, dass es wichtig ist, sich auf sich selbst zu konzentrieren und Abschreiben gar nichts bringt. Auch gibt es keine Noten für den Test. Er dient lediglich dazu, eine Testsituation zu simulieren und möglichst viel vom individuellen Kenntnisstand im Bezug auf berufliche Auswahltests zu erfahren.
Das Ergebnis war etwas ernüchternd, jedoch „macht Übung den Meister“ und Wiederholung ist die Mutter aller Fähigkeiten. Entsprechende Adressen gibt es im Internet z.B. unter www.schule-ausbildung.de. Frau Heuß, der gute Geist des Hauses, kümmerte sich wie immer um das leibliche Wohl der Ernst-Reuter Schüler.
Danach musste sich jeder Schüler einem Bewerbungsgespräch stellen. Hier war den Schülern trotz der Tatsache, dass es sich um eine „simulierte“ Situation handelte, die Aufregung deutlich anzumerken. „Höflichkeit ist eine Zier, weiter kommt man ohne ihr.“ Wer diese alte Berliner Weisheit zu ernst nimmt, könnte in einem Bewerbungsgespräch erhebliche Probleme bekommen.
Ständig die Nase hochziehen, oder sie immer mit dem Finger zu reiben wie „Wicki der Wikinger“, wenn er eine gute Idee hat, sind in einem Bewerbungsgespräch keine angemessenen Verhaltensweisen. Die Grundvoraussetzungen, wie Höflichkeit, Sauberkeit, ordentliche Kleidung und Pünktlichkeit sind die Eckpfeiler eines jeden Auftretens in einer Bewerbungssituation. Das kann jeder erfüllen und sollte es auch tun. Die Kür ist der Informationstand über den jeweiligen Beruf und den Betrieb, bei dem man sich bewirbt. Hier bietet das Internet vielseitige Möglichkeiten sich über den Traumberuf bzw. die Firma zu informieren.
Nervös zu sein ist okay, aber umgehen lernen mit der Nervosität, sie akzeptieren und sich durch angemessene Vorbereitung in die bestmögliche Position bringen sind die Knackpunkte bei einem Vorstellungsgespräch. Das wurde für einige zu einer Glanzvorstellung, andere hingegen fühlten sich wie ein alleingelassener Eiswürfel in der Wüste Gobi. Da zeigten das geringe Wissen über den Beruf, fehlende Umgangsformen und ein katastrophales Erscheinungsbild schnell, woran es hier und da fehlte. Wer in ein Vorstellungsgespräch geht, sollte sich mit sich selbst beschäftigen und auseinandersetzten. Viele Dinge, die Arbeitgeber verlangen und abfragen, werden in der Ausbildung ohnehin benötigt.
Nicht umsonst ist bei „Fit for Life“ die Frage, was kann ich und was nicht, wo liegen meine Stärken und wo habe ich Defizite und wie kann ich mich verbessern, ein zentrales Anliegen des gesamten Projektes. Selbstanalyse ist Grundlage für einen ganz wichtigen Baustein, das Selbstbewusstsein. Wer daran nicht ernsthaft arbeitet, wird große Probleme haben, sich einen Zugang in die Welt der Erwerbsarbeit zu erkämpfen.
Abschließend erhielt jeder Schüler ein ausführliches Feedback zu seinem Bewerbungsgespräch, in dem alle positiven Ansätze hervorgehoben, Verhaltensalternativen sowie die gemachten Fehler diskutiert und erklärt wurden.


