
Das ist der CDU-Neuvorschlag für den Landesvorsitz und Hessischen Ministerpräsident, bisheriger Innenminister Volker Bouffier
CDU-Kreisvorstände schlagen Volker Bouffier zum nächsten Landesvorsitzenden und Ministerpräsidenten vor
Bad Nauheim (pdh) Der Schock war langsam gewichen. Am Abend des Tages der historischen Bekanntgabe des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch, alle seine politischen Ämter bis Herbst 2010 niederzulegen, trafen sich die hessischen CDU-Kreisvorstände in Bad Nauheim zur geändert Tagesordnung, die nur noch einen Punkt enthielt: Ausgucken und Vorschlagen eines Nachfolgers für den Landesvorsitzenden und Ministerpräsidenten.
Dieser Vorschlag muss dann beim Landesparteitag der hessischen CDU am 12. Juni erfolgreich umgesetzt werden, was aber nur noch eine Formsache sein wird. Die Kreisoberen tagten lange und gebaren einstimmig einen Vorschlag, der erwartet worden war: der affärenerprobte derzeitige hessische Innenminister Volker Bouffier.
Wie es offiziell heißt, haben die nicht öffentlich tagenden Vorsitzenden den Nachfolger einstimmig auserkoren, was durchaus mit kontroversen Diskussionen verbunden gewesen sein muss, denn die Verkündung dieses einmütigen Votums wurde immer wieder verschoben, weil es noch reichlich Diskussionsbedarf gegeben habe. Alles nur wegen Elogen und Lobhudeleien? Und nicht, weil auch noch Christean Wagner und Franz-Josef Jung vorgeschlagen wurden?
Ganz bestimmt, denn die CDU in Hessen scheint ein Faible für Untersuchungsausschüsse zu haben, wenn sie einstimmig eine stark beschädigte Hauptperson in eben diesem Ausschuss in Sachen dubioser Ernennung des Schutzpolizeichefs in Hessen als zukünftigen Parteivorsitzenden und Ministerpräsident sehen will.
Das alles ficht Koch und Bouffier an diesem Abend nicht an, denn Koch berichtet etwas müde aber fröhlich über die einstimmige Nominierung seines designierten Nachfolgers, und dieser erzählt gut aufgelegt, dass er vieles bewahren und einiges Neues bringen will, weil ja neue Leute auch modernisieren können müssen.
Es klingt nach fröhlicher Verjüngung des politischen Programms in Hessen. Vielleicht hätten einige Teilnehmer des bunten Unions-Abend zuvor einmal nachlesen müssen, dass der „neue Mann“ geschlagene sechs Jahre älter ist als der „Alte“.

