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	<title>Regioblog &#187; DieBlogBurg</title>
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	<description>Artikel und Meinungen aus Südhessen</description>
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		<title>Wehrdienst verkürzt – Sozialdienste werden teurer</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 14:07:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DieBlogBurg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dieburg]]></category>

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		<description><![CDATA[
			
				
			
		

Die Bundesregierung hat am 17. Juni diesen Jahres die Verkürzung des Wehrdienstes von neun auf sechs Monate beschlossen. Soziale Einrichtungen stehen dem Spargesetz kritisch gegenüber. Auch die Lebenshilfe Dieburg e.V. , ein Verein für Menschen mit Behinderungen, ist vom Beschluss der schwarz-gelben Koalition betroffen. 

Banner der Lebenshilfe Dieburg e.V.

Wenn im August in Dieburg die neuen Zivis ihren [...]]]></description>
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<p><strong>Die Bundesregierung hat am 17. Juni diesen Jahres die Verkürzung des Wehrdienstes von neun auf sechs Monate beschlossen. Soziale Einrichtungen stehen dem Spargesetz kritisch gegenüber. Auch die <a href="http://www.lebenshilfe-dieburg.de/" target="_blank" class="liexternal">Lebenshilfe Dieburg e.V. </a>, ein Verein für Menschen mit Behinderungen, ist vom Beschluss der schwarz-gelben Koalition betroffen.</strong> </p>
<div><a href="http://www.dieblogburg.de/wp-content/uploads/2010/07/Lebenshilfe-banner.jpg" rel="shadowbox[post-1904];player=img;" target="_blank" class="liimagelink"><img class="size-medium wp-image-1912" src="http://www.regioblog.de/wp-content/plugins/wp-o-matic/cache/bb2ac_Lebenshilfe-banner-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>
<p>Banner der Lebenshilfe Dieburg e.V.</p>
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<p>Wenn im August in Dieburg die neuen Zivis ihren Dienst in der Aschaffenburger Straße 18 antreten, wird sich etwas Grundlegendes geändert haben. Nur noch sechs statt neun Monate werden sie Kinder mit Behinderungen bei dem Besuch einer Regel- oder Sonderschule begleiten und unterstützen, am Unterricht teilzunehmen. Die Schulische Integrationshilfe ist einer von sechs Aufgabenbereichen der Lebenshilfe Dieburg, die seit zwei Jahren im Gebäude des ehemaligen Katasteramtes zu finden ist. Rund 350 Mitglieder helfen im Ostkreis Darmstadt-Dieburg Menschen mit Behinderungen, ein Leben in weitgehender Selbstbestimmung und sozialer Integration zu ermöglichen. Zivildienstleistende waren bisher ein fester Bestandteil in der knapp 40-jährigen Geschichte der Lebenshilfe Dieburg. Dort kommen sie überwiegend in der Schulischen Integrationshilfe, der Persönlichen Assistenz und bei den 17 regelmäßig stattfindenden Freizeitgruppen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderung zum Einsatz. Die Verkürzung des Wehrdienstes führt aller Voraussicht nach zu einem Bruch mit dem bewährten System.</p>
<p><strong>Zivis auf dem Abstellgleis</strong></p>
<p>„Bei Stellen, in denen Zivis relativ schnell eingearbeitet werden können, gibt es keine Probleme mit der Verkürzung, aber im sozialen Bereich sehe ich kaum Möglichkeiten vernünftig zu arbeiten“, sagt Belinda Mann, eine von zwei gleichberechtigten Geschäftführerinnen der Lebenshilfe Dieburg. Mit ihrer Meinung ist sie nicht alleine. Vor allem im Rettungsdienst wird beklagt, dass sich ein Einsatz von Zivildienstleistenden durch die Verkürzung auf sechs Monate kaum noch lohne, da allein die Ausbildung mehrere Monate in Anspruch nehme.<span> </span><br />
Bei der Lebenshilfe ist es ähnlich. Die neuen Zivis lernen zu Beginn ihrer Dienstzeit in einem sechswöchigen Einweisdienst Hebetechniken, den Umgang mit Behinderungen, Wickeln und Füttern, immer zugeschnitten auf das jeweilige Kind, dass sie in ihrer Zeit bei der Lebenshilfe betreuen werden. Hinzu kommen Fortbildungsveranstaltungen, Urlaubstage und Ausfälle durch Krankheit. „Drei Monate brauchen unsere Zivis schon zum Freischwimmen“, weiß Mann.</p>
<p>Zur Zeit sind sieben Zivildienstleistende bei der Lebenshilfe tätig. In einer 38,5 Stunden Woche verbringen sie die größte Zeit (25 bis 30 Stunden) in der Schulischen Integrationshilfe. Mit sechs Monaten Dienstzeit könne man in diesem Bereich nichts mit den Zivis anfangen, kritisiert Mann das neue Gesetz. Dabei geht es ihr aber nicht nur um die Zeit, die durch die Einarbeitung wegfällt, sondern auch um die Menschen, die betreut werden. Schon am ersten Tag lernen die Zivis ihre Schützlinge kennen. Trotzdem dauert es eine gewisse Zeit, bis diese sich an ihre Helfer gewöhnt haben. „Ich habe in meiner Zivizeit bei der Lebenshilfe einen autistischen Jungen betreut und es hat schon zwei Monate gedauert, bis ich einen richtigen Zugang zu ihm gefunden hatte“, erzählt Fabian Römer. Der 23-jährige war zwischen 2006 und 2007 bei der Lebenshilfe tätig und sieht die Verkürzung des Zivildienstes in Bezug auf seine damalige Tätigkeit kritisch. Ein Schuljahr dauert in der Regel etwas mehr als zehn Monate. Für die betreuten Schüler sei der Personalwechsel mitten im Schuljahr eigentlich nicht zumutbar. Im Anschluss an den Regeldienst von neun Monaten hätten die Zivis meist freiwillig auf Honorarbasis weitergearbeitet, um zusammen mit ihren Schützlingen das Schuljahr abzuschließen, sagt Mann. Durch die neue Regelung funktioniert dieses Kalkül aber nicht mehr. Zwar besteht für die neuen Zivis die Möglichkeit, ihren Dienst freiwillig von sechs auf zwölf Monate zu verlängern, allerdings sind sie nach den ersten sechs Monaten jederzeit berechtigt zu gehen. Will und kann man sich nicht auf mündliche Zusagen verlassen, muss die Betreuung nun durch andere Kräfte sichergestellt werden.</p>
<p><strong>Eine Kostenexplosion</strong></p>
<div><a href="http://www.dieblogburg.de/wp-content/uploads/2010/07/Lebenshilfe-Freizeitgruppe.jpg" rel="shadowbox[post-1904];player=img;" target="_blank" class="liimagelink"><img class="size-medium wp-image-1915" src="http://www.regioblog.de/wp-content/plugins/wp-o-matic/cache/f1c9d_Lebenshilfe-Freizeitgruppe-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>
<p>Die Tanzgruppe &quot;Alla Hopp&quot; auf dem Sommerfest der Lebenshilfe</p>
</div>
<p>„Wenn es bei den sechs Monaten bleibt, werden wir künftig nur noch zwei Zivildienstleistende beschäftigen und ausschließlich in der Freizeitpädagogik einsetzen”, schildert Mann. Damit ergeben sich neue Probleme für die soziale Einsatzstelle. Künftig müssten die Aufgaben durch Mitarbeiter, die ein Freiwilliges soziales Jahr (FSJ) oder ein Berufsvorbereitendes soziales Jahr (BSJ) absolvieren, übernommen werden. Meist sind es jedoch Frauen, die sich für einen solchen Dienst bereit erklären. Auf 15 weibliche Bewerber für ein FSJ komme lediglich ein Mann. Bei den Absolventen des BSJ stehe die Quote bei fünf Frauen auf einen Mann. Zur Zeit sind es jedoch überwiegend männliche Kinder und Jugendliche, die es innerhalb der schulischen Integration zu betreuen gilt. Die würden sich leichter auf Männer einlassen als auf Frauen. Bei körperlich Behinderten sei es letztlich eine Kraftfrage. Da kämen meist nur Männer in Frage. „Wir hoffen, dass sich künftig viel mehr Männer für das FSJ und BSJ bewerben“, sagt Mann. Falls nicht ausreichend geeignete Bewerber vorhanden seien, müsse man auf angelernte Kräfte in Teil- und Vollzeit zurückgreifen. Eine angelernte Kraft in Vollzeit würde jedoch das Vierfache von dem Kosten, was ein Zivildienstleistender bekommt. Dies sind derzeit je nach Soldstufe rund 280 bis 600 Euro.<br />
Eine Kostenexplosion, die letztlich wieder auf den Staat zurückfällt: Die Lebenshilfe Dieburg bekommt Kostenübernahmen und Zuschüsse von öffentlichen Trägern wie das Sozialamt, daneben ist sie auf Spenden und Fördermittel angewiesen. „Im Endeffekt spart man damit kein Geld, weil die Betreuung und Pflege teurer wird“, meint Mann. Im Bereich der Freizeitpädagogik würde die Lebenshilfe mit Mehrkosten belastet, bei der Schulischen Integrationshilfe müsse der Staat drauflegen und bei der persönlichen Assistenz würde es den Kunden, den hilfsbedürftigen Menschen teuer zu stehen kommen.</p>
<p><strong>Politische Willkür</strong></p>
<p>Für Mann wäre ein verpflichtendes soziales Jahr die optimale Lösung. „Die sechs Monate helfen niemandem“, sagt sie. Das sei „Willkür der Politik“. Für eine Abschaffung der Wehrpflicht hatte sich auch die FDP zunächst eingesetzt. Die Union trat allerdings für die Beibehaltung ein. Die Verkürzung der Dienstzeit von neun auf sechs Monate ist der Kompromiss, der im Koalitionsvertrag beschlossen und nun umgesetzt wurde. Soziale Einrichtungen werden sich also künftig um geeignetes Personal streiten müssen. „Wir werden die Arbeitsbedingungen bei uns weiterhin so attraktiv wie möglich gestalten“, sagt Mann mit Blick auf die neu geschaffene Wettbewerbssituation. Das gesamte Ausmaß der finanziellen Belastung sei allerdings noch nicht absehbar. Im Moment habe man aber noch Glück. Die derzeit beschäftigten Zivis würden alle verlängern wollen. Doch die Aussichten sieht Mann eher düster: „Ich baue nicht mehr auf den Zivildienst, der wird abgeschafft, früher oder später.”</p>
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		<title>Schafes Bruder und wie Schafsbriefmarken die Welt erobern</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 13:30:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DieBlogBurg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dieburg]]></category>

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In Dieburg ist er allerseits bekannt: der Schäfchenmaler Hans Peter Murmann. Leute jeden Alters grüßen ihn, pausieren für ein kurzes Gespräch &#8211; oftmals in anderen Sprachen. Doch hinter seiner besonderen Lebensgeschichte und seinen international verbreiteten Schäfchenbildern, die der Cartoonist seit über 30 Jahren malt, verbirgt sich noch eine weitere außergewöhnliche Geschichte. Die Geschichte, wie seine [...]]]></description>
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<p><strong>In Dieburg ist er allerseits bekannt: <a href="http://www.hammlets.de/" target="_blank" class="liexternal">der Schäfchenmaler Hans Peter Murmann</a>. Leute jeden Alters grüßen ihn, pausieren für ein kurzes Gespräch &#8211; oftmals in anderen Sprachen. Doch hinter seiner besonderen Lebensgeschichte und seinen international verbreiteten Schäfchenbildern, die der Cartoonist seit über 30 Jahren malt, verbirgt sich noch eine weitere außergewöhnliche Geschichte. Die Geschichte, wie seine Schafe um die Welt reisten und er so zu seiner weltweit einzigartigen Sammlung von Briefmarken kam, für die sich nun sogar das Bundespostmuseum interessiert.</strong></p>
<p>
<div><img class="size-thumbnail wp-image-1925" src="http://www.regioblog.de/wp-content/plugins/wp-o-matic/cache/25cc6_CIMG68504-150x150.jpg" alt="Hans Peter Murmann: Ein Schäfchenbild entsteht " width="150" height="150" />
<p>Hans Peter Murmann: Ein Schäfchenbild entsteht </p>
</div>
<p>In unzähligen Ländern ist Hans Peter Murmann schon gewesen, hat dort gearbeitet und gelebt. Seine Tätigkeiten umfassten nahezu jede Branche: Soldat, Privatlehrer, Lagerarbeiter, Hoteldolmetscher, Reiseführer, Gastwirt, EDV-Trainer, Redakteur und freier Graphiker. Er ist ein Sprachtalent und offen für alles &#8211; ein Lebenskünstler eben. „Mein Leben basiert auf Zufällen“, lacht Hans Peter Murmann. Das trifft auch auf seine Schäfchenbilder zu. Warum es ausgerechnet ein Schaf war, das er am 15. Februar 1978 gegen 10 Uhr an die Tafel des Seminarraums der Bundeswehr malte, weiß er nicht. Fest steht nur, dass er nach dem mit Militärhut und Camouflage-Look versehenen Schaf &#8211; das die Verspätung des leitenden Soldaten verkündete &#8211; nie wieder ein anderes Tier gemalt hat.</p>
<p>
<p><p>Seit diesem Tag ist das Malen der pelzigen Tiere fester Bestandteil seines Lebens. Für jedes Ereignis malt Murmann das passende Schafs-Cartoon. Oft im „Diborscher“ Dialekt. In vielen Cafés und Läden der Dieburger Innenstadt zieren seine Bilder die Wände. Die Zeichnungen sind in zahlreichen Zeitungen im In- und Ausland erschienen (u.a. Freundin, Rheinische Post, Mannheimer Morgen, Offenbach-Post, Mallorca Magazin, Phuket News/Thailand).</p>
<p>
<p>
<div><a href="http://www.dieblogburg.de/wp-content/uploads/2010/07/auswahl4.jpg" rel="shadowbox[post-1907];player=img;" target="_blank" class="liimagelink"><img class="size-thumbnail wp-image-1929 " src="http://www.regioblog.de/wp-content/plugins/wp-o-matic/cache/25cc6_auswahl4-150x150.jpg" alt="&quot;Wählerisch&quot; - Von Hans Peter Murmann" width="150" height="150" /></a>
<p>&quot;Wählerisch&quot; &#8211; Von Hans Peter Murmann</p>
</div>
<p>Dass seine Schäfchen sogar irgendwann den Weg auf Briefmarken fanden, ist einem weiteren Zufall zu verdanken. 1987 arbeitete Murmann in einem kleinen EDV-Betrieb. Als sein Kollege die morgendliche Post verteilte, hielten beide kurz inne, um die Briefmarken zu betrachten. „Einer der eingegangenen Briefe war mit einer der in der damaligen BRD üblichen stockhäßlichen und inhaltlich völlig überflüssigen Sondermarken beklebt“, erinnert sich Murmann. Sein Kollege sprach daraufhin den Satz aus, der alles Weitere ins Rollen brachte: &#8220;Da hätte man auch eine Sondermarke zum Idiotenkongress in Nuschel am Grätz machen können.” Gesagt getan: Murmann entwarf die erste Schafsbriefmarke zu genanntem Thema: ein völlig wirr blickendes Schaf mit hängender Zunge. Er beschloss, die Marke in Umlauf zu bringen und gründete noch am gleichen Tag den “Welt-Schafspostverein”.</p>
<p>
<p>Zu seiner eigenen Überraschung kamen ein Großteil der Umschläge an. Als der Cartoonist seine erste vom Dieburger Postamt gestempelte Schafsbriefmarke in den Händen hielt, war sein Ehrgeiz geweckt. Mit einem alten HP-Drucker entwarf er Briefmarken für alle Länder der Welt – und noch mehr! Jedes deutsche Bundesland, jeder Staat der USA und sämtliche Emirate bekamen eine eigene Marke. Selbstverständlich mit satirischen Motiven. So befindet sich auf der Sondermarke des Irans ein in einer Tschador verhülltes Schaf zum „Women&#8217;s Liberation Day“. Abgestempelt und unversehrt schaffte eine von zehn dieser Marken den Weg zurück zu seinem Erschaffer. Teils warf Murmann die Briefumschläge, die lediglich ein leeres Blatt Papier enthielten, selbst ein. Größtenteils halfen ihm seine vielen Freunde und Bekannten, indem sie die bereits frankierten Briefe mitnahmen und auf ihren Reisen einwarfen.</p>
<p>
<p>
<p><div><a href="http://www.dieblogburg.de/wp-content/uploads/2010/07/mallorca012.jpg" rel="shadowbox[post-1907];player=img;" target="_blank" class="liimagelink"><img class="size-thumbnail wp-image-1931" src="http://www.regioblog.de/wp-content/plugins/wp-o-matic/cache/25cc6_mallorca012-150x150.jpg" alt="Schafspost aus Mallorca" width="150" height="150" /></a>
<p>Schafspost aus Mallorca</p>
</div>
<p>So schafft Murmann das fast Unmögliche: nach fünf Jahren ist seine Sammlung komplett. Eine abgestempelte Schafsbriefmarke aus jedem Land der Welt. Oftmals kam es natürlich auch zu Schwierigkeiten. „Bei Verbreitung des Atatürk-Schafes auf der türkischen Briefmarke wurden meine Freunde verhaftet!” Murmann kann ein Lachen nicht unterdrücken. “Dabei habe ich in der Satzung des Weltschafspostvereins doch extra festgelegt, dass ich nur für Nachgebühren oder Prozesskosten hafete, nicht aber für Schäden, die aus eigener Dummheit entstehen.” Die befreundeten Türkei-Urlauber hatten die Briefe mit den falschen Marken im Hotel an der Rezeption abgegeben, anstatt sie in einen Briefkasten zu werfen. Die Polizei wurde verständigt, die Urlauber inhaftiert. Im ganzen Trubel wurde jedoch vergessen, die Briefe zu kassieren. Daher kamen einige in Deutschland an. Auch das finnische Postamt war nicht entzückt, als ein Schaf an Stelle des finnischen Löwen von der Marke blickte. Es gab eine Anzeige.</p>
<p>
<p>
<p><p>Sogar das kleine Land Bhutan mit den strengen Einreiseregelungen ist in seiner Sammlung vertreten. Um dort einreisen zu können, muss man laut Auswärtigem Amt ein Gast der Regierung sein. Murmann lernte durch seinen Lehrvertrag an der Dieburger Berufsschule einen begeisterten Kletterer kennen, den seine nächste Klettertour nach Bhutan führen sollte. Die Urlaubs-Schafspost folgte ein paar Wochen später. Auch beim Vatikan waren mehrere Anläufe nötig. Da die Post des Vatikans Briefe noch per Hand abstempelt, fielen die heiligen Schäfchen auf. Erst nach 100 Versuchen kam eine Marke vom Vatikan gestempelt an.</p>
<p>
<p>
<p>
<div><a href="http://www.dieblogburg.de/wp-content/uploads/2010/07/liechtenstein01.jpg" rel="shadowbox[post-1907];player=img;" target="_blank" class="liimagelink"><img class="size-thumbnail wp-image-1918 " src="http://www.regioblog.de/wp-content/plugins/wp-o-matic/cache/25cc6_liechtenstein01-150x150.jpg" alt="Schäfchenpost aus Lichtenstein" width="150" height="150" /></a>
<p>Schäfchenpost aus Lichtenstein</p>
</div>
<p>Wenn der Zufall Murmann doch mal im Stich lies, schaffte er selbst Abhilfe. Niemand hatte Pläne, nach Alabama zu reisen. So griff der Schäfchenmaler zum Telefonbuch von Alabama, suchte sich eine beliebige Nummer heraus und rief dort an. Er erklärte sein Vorhaben und sein Gesprächspartner war begeistert von der Aktion. Er versprach die Briefe, die Murmann ihm zukommen ließ, einzuwerfen. „Eine Sache wäre da noch“, unterbrach er den Amerikaner: „Weil Alabama ein schwarzenfeindlicher Staat ist, ist auf der Briefmarke ein rassistisches Motiv!“ Genauer gesagt trägt das Schaf auf der Marke eine weiße Kutte des Ku-Klux-Klans und hält ein brennendes Andreas Kreuz in die Höhe. Zudem ist das Motto der Sondermarke die „Offene Meisterschaft im Teeren und Federn“. Die Antwort kam schnell und mit einem Lachen: „Don&#8217;t worry! I am black!“ Die Marken fanden abgestempelt ihren Weg nach Deutschland.</p>
<p>
<p><p>Nun besitzt Hans Peter Murmann also eine einzigartige Briefmarkensammlung von großem Wert. Fünfstellige Summen wurden ihm schon angeboten und auch das Bundespostmuseum hat großes Interesse an der ungewöhnlichen Sammlung. Doch Murmann steht vor einem Dilemma: Da die kostenbaren Marken mit einem alten Drucker hergestellt wurden, sind sie nicht lichtbeständig &#8211; Ausstellungen würden sie somit zerstören. Vieles hat Murmann ausprobiert, sogar das Raumfahrtzentrum hat er um Rat gebeten. Keine Folie, keine Idee konnte das Verblassen verhindern. „Stell ich sie aus, gehen sie kaputt. Halte ich sie weiter unter Verschluss, bekommt niemand die Marken zu sehen“, erklärt Murmann.</p>
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		<title>Das Lokale lieben lernen: Eine Lektion</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 09:00:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DieBlogBurg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dieburg]]></category>

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(c) colorpix.de

Die Sonne scheint noch zaghaft hinter den Häusern der Dieburger Fußgängerzone hervor, als ich mich an diesem Morgen mit Stift, Block und Kamera ausgerüstet auf den Weg mache. Ich studiere Online-Journalismus im zweiten Semester und beschäftige mich derzeit zum ersten Mal mit dem Thema Lokaljournalismus. Mein Plan an diesem Tag: Spontan-Portraits. Ein Experiment mit [...]]]></description>
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<p>(c) colorpix.de</p>
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<p>Die Sonne scheint noch zaghaft hinter den Häusern der Dieburger Fußgängerzone hervor, als ich mich an diesem Morgen mit Stift, Block und Kamera ausgerüstet auf den Weg mache. Ich studiere Online-Journalismus im zweiten Semester und beschäftige mich derzeit zum ersten Mal mit dem Thema Lokaljournalismus. Mein Plan an diesem Tag: Spontan-Portraits. Ein Experiment mit mir und den Bürgern Dieburgs. Die Augen offen halten nach interessanten Plätzen, Läden oder Menschen und den Leuten spontan tolle Geschichten entlocken. Das muss einfach gut gehen!</p>
<p>In einem Seminar rund um Recherche sagte ein Professor mal ein paar Sätze zu mir, die mich bis zu dem heutigen Tag voller Vorfreude prägen sollten: „Wählen Sie jeden Tag einen neuen Weg zu Ihrer Hochschule. Gehen Sie mit offenen Augen durch die Welt. Das ist es, was einen guten Journalisten ausmacht.“ Was mich letztendlich im beschaulichen Dieburg erwarten sollte, konnte ich mir bei bestem Willen nicht vorstellen.</p>
<p>Ich beginne meine Tour an einem großen Parkplatz. Nachdem mein kleiner Studentenflitzer geparkt ist, schlendere ich über einen mit Bäumen bepflanzten Platz und meine Augen huschen über alles, was eine Geschichte hergeben könnte. Hier sitzen ältere Männer bei einem Kaffee in der Sonne und anderswo lädt ein Bauer riesige Kürbisse von einem Wagen in einen Hinterhof. Ich fühle mich gut und schlendere weiter. In der Nähe einer Kirche treffe ich einen älteren Herrn auf einem klapprigen Fahrrad. In dem Körbchen auf seinem Gepäckträger stapeln sich alte Zeitungen, ein Cowboyhut und Unmengen an Karotten. Das riecht förmlich nach Geschichten. Ich spreche den Mann an: „Verzeihung? Sie sind sicher Dieburger, nicht wahr?“. „Oh ja das bin ich, wie kann ich Ihnen helfen junger Mann?“, antwortet der ältere Mann. Prompt wittere ich meine Chance und beginne mein Projekt vorzustellen: Lokaljournalismus in das Internet bringen, interaktive Diskussion mit den Autoren über ihre Artikel, Studenten am Werk – ich laufe zu Höchstform auf. Plötzlich: „Ach wissen sie junger Mann, ich wohne eigentlich nebenan &#8211; in Münster. Machen sie es gut“, spricht er &#8211; steigt auf seinen Drahtesel und radelt davon. Was war das? Naja, vielleicht sollte ich an der Vorstellung des Projektes arbeiten. „Weiter geht’s“, denke ich mir. Erst mal warm werden.</p>
<p>Mein Weg führt mich weiter, zu einem kleinen Laden in der Fußgängerzone. Ein Mann in einem Anzug steht in der engen Tür zu dem Verkaufsraum. Große Schweißflecken zeichnen sich bis zu seinem Jackett durch und hinter ihm wird der Blick frei in einen Laden voller Stoff, Hüte und Kleinkram. Unordnung wo man hinsieht. Eine Perle, genau das habe ich gesucht. Ich zücke einen meiner Flyer und mache mich auf zu dem sympathisch scheinenden Mann. „Guten Tag ich komme von der BlogBurg.de, einem Projekt von Studenten rund um Dieburg und seine Geschichten und….“. „Ah ja sehr nett, lassen sie doch einen Flyer hier, ich schließe den Laden gerade“, fährt mir der Herr ins Wort. „Nun dann haben sie doch sicher einen Moment….“.  Rumms – die Tür schließt sich vor mir und ich sehe ein weißes Schild mit der Aufschrift ‚Geschlossen‘ vor mir baumeln. Langsam macht sich Missmut in mir breit. Irgendetwas scheine ich falsch zu machen. Aber noch will ich nicht aufgeben.</p>
<p>Ich wandere weiter durch die Innenstadt. Schön es ist hier, bisher hatte ich das Hochschulgelände noch nicht wirklich verlassen. Ich sehe am Straßenrand einen Autohändler, der seine Autos mit einem grünen Lappen poliert. In meinem Kopf erscheinen sofort hunderte von Geschichten, die mir dieser Mann sicher erzählen könnte. Ich spreche ihn an, stelle mich vor. Das gewohnte Prozedere. Mich schauen daraufhin entsetzte Augen an. „Suchen sie negative Schlagzeilen oder was?“, werde ich gefragt. Ich verneine und erkläre auf eine andere Art, was ich gerade zu herauszufinden versuche. Die Stimmung kippt, wie ich es lange nicht mehr erlebt hatte. „Verschwinden sie oder ich rufe die Polizei, sie können das doch bei ihrer Hochschule machen und nicht hier im Ort!“, höre ich den Mann wettern. Ich packe meinen Flyer ein und verschwinde. In mir seufzt es. Langsam verliere ich die Freude.</p>
<p>Ein letzter Versuch, mittlerweile sind vier Stunden vergangen. Viele Passanten, einige Läden und eigentlich alle verweigerten mir bereits das Gespräch.  Ich habe viel an meiner Ansprache gearbeitet. Etliche Versionen ausprobiert, doch entweder war da keine Zeit bei meinem Gegenüber, keine Lust oder sogar etwas Unfreundlichkeit. Auf dem Weg zurück zu meinem Auto, sehe ich einen kleinen Wohnwagen, dort werden Nummernschilder gepresst und verkauft. Zwei Damen mittleren Alters sitzen auf Klappstühlen davor und warten auf Kunden, neben ihnen ein alter Grill. Ich richte meine Haare mit der Hand und mache mich auf den Weg. „Guten Tag ich komme von der Blogburg.de“, spreche ich ein weiteres Mal meine mittlerweile perfektionierte Ansprache herunter. Die Damen sind sehr kooperativ, doch müssen sie zuerst ihren Chef um Erlaubnis fragen. Es folgt ein Telefonat, wie es demotivierender nicht sein könnte. Man deutet mir schon während des Redens an, dass mein Plan nicht aufgehen wird und spricht weiter über das gemeinsame Grillen am Samstag und ob man nicht Wurst mitbringen solle. Ich grummel in mich hinein und trete ohne ein einziges Interview den Rückweg zu meinem Auto an.</p>
<p>Kein guter Tag und trotzdem habe ich etwas gelernt. Auf dem Heimweg in meinem Auto kommt mir der Satz meines Professors wieder in den Kopf. Ich gehe nun mit offeneren Augen durch die Welt, ich habe den ersten Schritt zu einem guten Journalist gemacht und trainiert mich vorzustellen. Auch werde ich liebend gerne neue Wege zur Hochschule wählen, aber zukünftig mit ausgemachtem Termin und Ankündigung.</p>
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		<title>Hochschulbibliothek Dieburg: Öffnungszeiten werden ab Juli gekürzt</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 08:06:07 +0000</pubDate>
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Die Öffnungszeiten der Bibliothek am Campus Dieburg werden zum 1. Juli gekürzt. Am Dienstag hat die Bibliothek nur noch bis 16 Uhr statt bis 17 Uhr sowie am Mittwoch und Donnerstag sogar nur noch bis 14 Uhr statt bis 16 Uhr geöffnet. Aufgrund des nicht befürworteten QV-Mittelantrags (Mittel zur Verbesserung der Qualität der Studienbedingungen) durch [...]]]></description>
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<p>Bisher wurden die studentischen Hilfskräfte komplett vom Fachbereich Media finanziert. Um finanzielle Entlastung zu schaffen wurde ein zentraler QV-Mittelantrag der Fachbereiche Wirtschaft und Media gestellt. Im Wintersemester 2008/09 wurde bereits ein solcher Antrag, allerdings zur Erweiterung der Öffnungszeiten der Zentralbibliothek Darmstadt, in Höhe von 230.000 Euro bewilligt. Die Bibliothek in Dieburg bekommt bisher keine finanzielle Unterstützung.</p>
<p>Und das so kurz vor den Prüfungswochen: Viele Studenten nutzen die Arbeitsräume in der Bibliothek zum Lernen für die anstehenden Prüfungen. Zwar gibt es Ausweichmöglichkeiten in die Arbeitsräume im Hochschulgebäude, jedoch sind diese für alle Studenten zugänglich. Lautere Diskussionen stören die Konzentration. Gruppenarbeiten gestalten sich somit schwierig.</p>
<p>Ab Juli sollen am Campus Unterschriften gesammelt werden. Ziel ist es, der Hochschulleitung in Darmstadt deutlich zu machen, dass die rund 2000 Studenten am Campus Dieburg auch am Nachmittag eine regelmäßig geöffnete Bibliothek brauchen.</p>
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		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 08:03:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DieBlogBurg</dc:creator>
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		<description><![CDATA[
			
				
			
		

Die Umstellung des Studiensystems auf Bachelor- und Master-Studiengänge ist wohl die bekannteste Änderung im Bologna-Prozess, bei dem europaweit Studiengänge umgebaut werden. Widerstand gegen Bologna gab es von Anfang an, auch in Form studentischer Proteste. Die Kritik reicht von Perspektivlosigkeit am Arbeitsmarkt über Verschulungsvorwürfe bis zu Schwierigkeiten beim Übergang zum Master. Laut Hochschulrektorenkonferenz sind mittlerweile 81 [...]]]></description>
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<p><strong><a href="http://www.dieblogburg.de/wp-content/uploads/2010/07/Auf-der-Karriereleiter-nach-oben.jpg" rel="shadowbox[post-1835];player=img;" target="_blank" class="liexternal"></a><a href="http://www.dieblogburg.de/wp-content/uploads/2010/07/Auf-der-Karriereleiter-nach-oben.jpg" rel="shadowbox[post-1835];player=img;" target="_blank" class="liexternal"></a><a href="http://www.dieblogburg.de/wp-content/uploads/2010/07/Auf-der-Karriereleiter-nach-oben.jpg" rel="shadowbox[post-1835];player=img;" target="_blank" class="liimagelink"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-1836" src="http://www.regioblog.de/wp-content/plugins/wp-o-matic/cache/09014_Auf-der-Karriereleiter-nach-oben-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a>Die Umstellung des Studiensystems auf Bachelor- und Master-Studiengänge ist wohl die bekannteste Änderung im Bologna-Prozess, bei dem europaweit Studiengänge umgebaut werden. Widerstand gegen Bologna gab es von Anfang an, auch in Form studentischer Proteste. Die Kritik reicht von Perspektivlosi<a href="http://www.regioblog.de/wp-content/plugins/wp-o-matic/cache/09014_Studentenalltag.jpg" rel="shadowbox[post-1835];player=img;" class="liinternal"></a>gkeit am Arbeitsmarkt über Verschulungsvorwürfe bis zu Schwierigkeiten beim Übergang zum Master. Laut Hochschulrektorenkonferenz sind mittlerweile 81 Prozent aller Studiengänge an deutschen Hochschulen auf die Abschlüsse Bachelor oder Master umgestellt. So weit, so gut. Doch wie zufrieden sind die Studenten mit dem neuen System? Wir haben Dieburger Studenten befragt, die den Bachelor bereits abgeschlossen haben.</strong></p>
<p><strong>Teilst du den Vorwurf, der Bachelor sei zu verschult?</strong></p>
<p>Steffanie Preisser (Bachelor Wissenschaftsjournalismus, Master Unternehmenskommunikation/PR)<br />
„Es handelt sich um Vollzeitstudiengänge. Klar, brauchen die Studenten auch Zeit, um nebenbei noch etwas anderes zu machen, aber grundsätzlich ist es okay, dass es verschult ist. Man lernt in Gruppen, dadurch ist der Lerneffekt zumindest in den journalistischen Studiengängen größer. Ich empfinde es eher als vorteilhaft, dass der Studiengang verschult ist. Mir hat das Studium Spaß gemacht hat, deswegen habe ich das einfach nicht so empfunden. Auch der Prüfungsdruck war angemessen. Jetzt in Mainz im Master-Studiengang ist es härter. Der Lernumfang für eine Modulprüfung ist enorm.“</p>
<p>Carolin Reif* (Bachelor Information Science and Engineering (ISE)/Informationswissenschaft, Master Information Science &amp; Engineering)<br />
„Das Grundstudium erinnerte tatsächlich sehr an Schule. Vorlesungen, Übungen, Klausuren, ein festgeschriebener Stundenplan (was ich aber nicht schlimm fand). Erst ab dem dritten Semester konnte man dann zwischen verschiedenen Wahlpflichtkursen und Projekten wählen und auch eine bestimmte Studienrichtung einschlagen.“</p>
<p><strong>Wie hast du den Prüfungs- und Leistungsdruck empfunden?<a href="http://www.regioblog.de/wp-content/plugins/wp-o-matic/cache/09014_Studentenalltag.jpg" rel="shadowbox[post-1835];player=img;" class="liimagelink"><img class="alignright size-full wp-image-1837" src="http://www.regioblog.de/wp-content/plugins/wp-o-matic/cache/09014_Studentenalltag.jpg" alt="" width="275" height="206" /></a></strong></p>
<p>Carolin Reif<br />
„Am Ende des Semesters musste immer alles auf einmal und gleichzeitig passieren. Was ich als belastend empfand, waren die vielen Prüfungen und vor allem Prüfungsvorleistungen. Einer unserer Professoren bezeichnete den Bachelor gerne als ‘Prüfungsmarathon’.“</p>
<p>Philip Russel* (Bachelor Information Science and Engineering (ISE)/Informationswissenschaft, Master Information Science &amp; Engineering)<br />
„Klar, der Prüfungsdruck ist hoch und zum Ende des Semesters wird auch die Zeit immer knapp, um alle Projekte beenden zu können und für die Prüfungen ausreichend vorbereitet zu sein.“</p>
<p>Albert Koschek* (Bachelor Information Science and Engineering (ISE)/Informationswissenschaft, Master Wirtschaftsinformatik)<br />
„Studieren ist kein Zuckerschlecken, sonst würde es jeder machen wollen. Während meines Bachelors dachte ich zeitweise schon, dass der Prüfungs- und Zeitdruck auch während des Semesters zu hoch ist. Der Prüfungs- und Zeitdruck im Master ist allerdings noch einmal um Welten höher. Der Anspruch ist deutlich heftiger. Druck ist relativ.“</p>
<p><strong>Wie gestaltete sich der Übergang in den Master?</strong></p>
<p>Carolin Reif<br />
„Konkrete Ideen, wie es beruflich für mich weitergehen sollte, fehlten und so fiel die Entscheidung für den ISE-Master hier in Dieburg dann nicht schwer. Ich war sowieso schon an der Hochschule, hatte mich in Darmstadt eingelebt, Zulassungsbeschränkungen gab es auch keine. Der Master in Dieburg war naheliegend und für mich die einfachste und sinnvollste Entscheidung. Ich empfinde ihn auch durchaus als vernünftige Weiterführung bzw. Ergänzung des Bachelors.“</p>
<p>Stefanie Preisser<br />
„Meine Bachelorarbeit hat sich mit PR beschäftigt. Und dabei habe ich festgestellt, dass mir noch mehr Hintergrundwissen beispielsweise in BWL und Marketing fehlt. Nach sechs Semestern hatte ich einfach das Gefühl noch nicht ganz fertig zu sein. Dann habe ich begonnen mich nach Master-Studiengängen umzuschauen. In Mainz und Stuttgart habe ich mich dann noch während des laufenden Semesters beworben.“</p>
<p><strong><a href="http://www.dieblogburg.de/wp-content/uploads/2010/07/Studenten.jpg" rel="shadowbox[post-1835];player=img;" target="_blank" class="liimagelink"><img class="alignleft size-medium wp-image-1838" src="http://www.regioblog.de/wp-content/plugins/wp-o-matic/cache/09014_Studenten-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a>Wie zufrieden warst du insgesamt mir dem Bachelor?</strong></p>
<p>Carolin Reif<br />
„Ich habe mich im Bachelor-Studiengang an der Hochschule immer sehr aufgehoben gefühlt. Die Betreuung war gut und ich habe viel Neues gelernt. Insgesamt hat mir die Mischung zwischen den eher trockenen naturwissenschaftlichen Inhalten und den kreativen journalistischen Inhalten gut gefallen.<br />
Das Studieren in Dieburg bietet Vorteile: Die Gruppen sind meistens klein und die Betreuung durch die Dozenten ist sehr gut.“</p>
<p>Philip Russel<br />
„Wir hatten trotz des straffen Plans auch noch Zeit zum Feiern, Freizeit, einen Nebenjob und freie Entfaltung.“</p>
<p><strong>Was kann deiner Meinung nach am Bachelor noch verbessert werden?<br />
</strong></p>
<p>Carolin Reif<br />
„Natürlich gibt es auch diverse Punkte, die am Bachelor zu kritisieren sind, dazu zählt beispielsweise die geringe Anzahl an Wahlpflicht-Veranstaltungen, so dass die Betonung doch eher auf ‚Pflicht’, als auf ‚Wahl’ lag.<br />
Ich hatte keine großen Schwierigkeiten das Studium in Regelstudienzeit zu beenden. Als ‘Engineer’, was ich ja laut Titel sein soll, fühle ich mich allerdings nicht. Die informationstechnische Ausrichtung, mit der wir uns von anderen informationswissenschaftlichen Studiengängen unterscheiden, finde ich gut und sinnvoll, sie müsste an einigen Stellen aber auch nochmal überdacht und überarbeitet werden. Insgesamt bietet unser ISE-Bachelor aber eine gute Basis.“</p>
<p>Albert Koschek<br />
„Rückblickend empfinde ich die Inhalte als etwas zu ‚lasch’. Mir haben einfach vorbereitende Inhalte gefehlt, die es ermöglichen, eine strategische Sichtweise auf die Geschehnisse in Unternehmen einzunehmen. Es hätten Qualifikationen vermittelt werden sollen, die es ermöglichen, Führungsverantwortung in Unternehmen einzunehmen.<br />
Ich habe auch den Eindruck, der Anspruch der Hochschule Darmstadt lag in dem Studiengang ISE lediglich darin, zukünftige Mitarbeiter auszubilden, die maximal im mittleren Management ihr &#8220;Glück&#8221; finden können. Wirkliche Führungs- und Innovationsfähigkeiten mit strategischem Weitblick werden nicht vermittelt.“</p>
<p>* Die Namen der Studierenden wurden auf deren Wunsch geändert.</p>
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		<title>Bloggen, was den Pott bewegt</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 11:56:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DieBlogBurg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dieburg]]></category>

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Hauptberuflich hat Jens Matheuszik mit Medien, Journalismus und dem Web 2.0 eigentlich nichts zu tun. Der Gründer und Betreiber vom „Pottblog“, einem der erfolgreichsten Regionalblogs der Republik, arbeitet bei einer Krankenversicherung. „Einige meiner Kollegen wissen, dass ich blogge, aber das sind nicht unbedingt viele“, erzählt der Bochumer. Die Personalabteilung wisse jedoch von seinen IT-bezogenen Nebentätigkeiten [...]]]></description>
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<p>Kommentieren, dem Autor zeitnah Feedback geben, mit den Nutzern interagieren, gegenseitig profitieren: All das fasziniert Matheuszik am „Social Web“. Aktuelle Entwicklungen im Zuge der Zeitungskrise betrachtet er hingegen mit Sorge: „Die Verlage streichen Stellen und legen Lokalredaktionen zusammen, das bekommt der journalistischen Qualität nicht gut.“ So gebe beispielsweise die WAZ-Gruppe ein unrühmliches Beispiel für Einsparungen auf Kosten der Berichterstattung ab. Zunehmend werden dort Regionalausgaben eingestellt beziehungsweise mit anderen Lokalteilen zusammengelegt. So auch im Kreis Recklinghausen: Dort wurden einzelne Ausgaben durch einen Lokalteil für das gesamte Kreisgebiet ersetzt. Der Trend gehe in Richtung überregionale Mantelredaktionen, welche an Stelle kleiner Lokalredaktionen treten und die publizistische Erfassung komplett übernehmen – selbstverständlich mit geringerem Personalaufwand. So könne die Lokalzeitung nicht gerettet werden, zeigt sich Matheuszik überzeugt. Auch die Versuche der Regionalblätter in der Blogosphäre Fuß zu fassen, verleiten ihn eher zum schmunzeln. Bei den Bloggern von „DerWesten“ herrsche beispielsweise hohe Fluktuation – trotz Bezahlung bei einigen zentralen Blogs. Und der Leser als „Bürgerreporter“ diene eher der Kosteneinsparung denn der Qualitätssteigerung.</p>
<p>Generell seien die Internetstrategien vieler Verlage wenig durchdacht. Bei der FAZ fänden sich zum Beispiel kostenpflichtige Netzartikel für Abonnenten mitunter ganz einfach – und ohne Bezahlung – über das Google-Nachrichtenangebot wieder. So macht man sich, da ist sich der Profiblogger sicher, im Netz keine Freunde. Auch innovative Ideen wie das Geo-Tagging würden nicht genutzt oder seien schlecht umgesetzt. Und manch ein Blatt verzichte gleich ganz auf die Lokalberichterstattung im Netz. „Twitter“ als Kommunikationskanal sei vielen Zeitungen und so manch einem Redakteur gänzlich unbekannt. „Ich nutze Twitter sowohl zur Information als auch zur Kommunikation“, sagt Matheuszik. Leider verstehen seiner Meinung nach einige klassische Medien das System nicht. Da werde beispielsweise von der Bundesversammlung, die die Nachfolge des zurückgetretenen Horst Köhler zu wählen hat, berichtet und allgemein von der Twitter-Community oder der “Quelle: Twitter” berichtet &#8211; als ob man beispielsweise von einer Telefon-Community oder “Quelle: Brief” berichten würde.</p>
<p>Mit anderen Bloggern trifft er sich aber auch ganz real auf Veranstaltungen und Konferenzen. So war Matheuszik kürzlich in Berlin auf der „re:publica“, einer Art Familientreffen der Blogger-Kollegen und anderer Web 2.0-Enthusiasten, die sich alljährlich treffen. Aber auch zu BarCamps, pl0gbars und ähnlichen Veranstaltungen ist er oft unterwegs &#8211; und dort meistens dann auch eher “offline”, sprich: das Notebook bleibt zugeklappt. Zu seinen eigenen Blog-Favoriten zähle unter anderem der Journalisten-Blog „Ruhrbarone“ und den „Coffee And TV“-Blog rund um popkulturelle Themen. Wird es in zehn Jahren überhaupt noch eine gedruckte Zeitung, Lokalzeitung, geben? „Das kann wohl niemand vorhersagen“, meint Jens Matheuszik. Doch gerade die lokalen Blätter müssten sich wieder auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren, alles andere mache sie unglaubwürdig, denn niemand brauche eine Ruhrgebietsausgabe der FAZ oder von SPIEGEL ONLINE. Die Leute wollen über Ereignisse und Geschehen vor Ort informiert worden. Der Ruhrpottblogger macht es vor: Er ist nah dran an den Menschen, schaut hinter die Kulissen, hält die Augen offen. Jens Matheuszik ist ein Ruhrpottler mit Leib und Seele – eben auch im digitalen Leben.</p>
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		<title>„Ich denke manchmal, ich bin im Kindergarten und nicht an der Hochschule“</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 13:40:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DieBlogBurg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dieburg]]></category>

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Warum steht im Herrenklo der Mensa Dieburg ein Speibecken? Welchen Sinn hatte die berühmt-berüchtigte EU-Gurkenverordnung? Und was ist eigentlich aus den Ratten geworden, die vor sechs Jahren für die vorübergehende Schließung der Mensa gesorgt haben? Rainer Marquardt hat die Antworten. Der 61jährige leitet seit bald zwei Jahren die Mensa am Mediencampus Dieburg und ist verantwortlich [...]]]></description>
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<p><strong>Warum steht im Herrenklo der Mensa Dieburg ein Speibecken? Welchen Sinn hatte die berühmt-berüchtigte EU-Gurkenverordnung? Und was ist eigentlich aus den Ratten geworden, die vor sechs Jahren für die vorübergehende Schließung der Mensa gesorgt haben? Rainer Marquardt hat die Antworten. Der 61jährige leitet seit bald zwei Jahren die Mensa am Mediencampus Dieburg und ist verantwortlich für die Verköstigung von 200 bis 500 Studenten, die dort täglich zu Mittag essen.</strong></p>
<p><a href="http://www.dieblogburg.de/wp-content/uploads/2010/07/mensa.jpg" rel="shadowbox[post-1824];player=img;" target="_blank" class="liimagelink"><img class="alignleft size-medium wp-image-1826" src="http://www.regioblog.de/wp-content/plugins/wp-o-matic/cache/383ef_mensa-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a>Im Jahre 2004 ging eine Meldung aus Dieburg durch die Medien der ganzen Republik. Selbst <a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,292162,00.html" target="_blank" class="liexternal">bei Spiegel Online ist heute noch zu lesen</a>, dass die örtliche Mensa damals vorübergehend geschlossen werden musste, weil die Küche von Ratten und Kakerlaken bevölkert war. Damals war Rainer Marquardt zwar längst noch nicht hier beschäftigt. Über das Thema spricht er trotzdem nicht gerne: „Da war vor Jahren mal was, und wir müssen jetzt mit dem Image leben.“ Die Sorgen mancher Studenten, in der Mensa könnten immer noch allerlei Kriechtiere ihr Unwesen treiben, sind allerdings völlig unbegründet. Mittlerweile finden zusätzlich zu den halbjährlichen Kontrollen des Gesundheitsamtes noch weitere, regelmäßige Prüfungen statt – einmal im Monat untersucht ein Kammerjäger die Mensa von innen wie außen. Stolz zeigt Marquardt den dicken Aktenordner mit den Berichten der Firma: Die zehnseitigen Urteile fallen durchweg positiv aus.</p>
<p>Ein Schandfleck befindet sich allerdings im Speisesaal, wo das Dach undicht ist und sich an einer Stelle Schimmel gebildet hat. Im kommenden Frühjahr wird jedoch das komplette Dach ausgetauscht, womit auch dieses Problem behoben sein wird. Ansonsten wirkt die Mensa hinter den Kulissen äußerst sauber und gepflegt. Dafür sind neben den sechs Mitarbeitern Marquardts auch Helfer aus der Behindertenwerkstatt Dieburg verantwortlich. Die seien im Übrigen „besser als viele gewöhnliche Arbeitnehmer“, weiß der Küchenchef, vor allem in Sachen Pünktlichkeit und Leistungsbereitschaft.</p>
<p><strong>Hochschule oder Kindergarten?</strong></p>
<p>Eine Verbindung zwischen Personal und Studenten besteht indes aus einer Art Gästebuch, das vor dem Speisesaal ausliegt. Dort sollen Lob wie auch Kritik eingetragen werden. Allerdings fällt vor allem die Kritik oft harsch und nicht besonders konstruktiv aus: „Heute wieder nur Müll aufm Speiseplan“ oder „Vielen Dank für 5 Tage Dünnpfiff“ sind zwei aktuelle Beispiele. „Ich denke manchmal, ich bin im Kindergarten und nicht an der Hochschule“, sagt Marquardt. Ein berühmtes Gericht, das immer wieder für Irritationen sorgt, ist zum Beispiel das „Chili con Carne mit Kaffee“. So mancher Student soll schon enttäuscht abgezogen sein, weil er zum Chili keine Tasse Kaffee bekommen hat. Dieser ist natürlich direkt im Gericht enthalten – das Fleisch wird mit gemahlenen Kaffeebohnen angebraten und soll so ein leichtes Aroma annehmen.</p>
<p>Was in der Mensa wann auf den Tisch kommt, wird schon weit im Voraus festgelegt: „Dass es heute Schollenfilet gibt, wussten wir schon Mitte April.“ In sogenannten Speiseplansitzungen stellt das Mensapersonal regelmäßig die Pläne für den übernächsten Monat zusammen. Die lange Vorlaufzeit sei unter anderem nötig, um die günstigsten Lieferanten zu finden und die Zutaten einzukaufen. Das Studentenwerk Darmstadt gibt dabei für alle Mensen in Darmstadt und Dieburg regelmäßig Sammelbestellungen auf. Je mehr man gleichzeitig ordert, desto günstiger wird es – nur so könne man hinterher ein Schweinegyros mit Tsatsiki für 1,60 Euro anbieten.</p>
<p><strong>Ein Speibecken für die Herrentoilette</strong></p>
<p>Als zusätzliche Einnahmequelle wird die Mensa Dieburg immer wieder als Veranstaltungsstätte vermietet. „Vor allem türkische Familien feiern häufig Hochzeiten mit mehreren hundert Gästen“, erzählt Marquardt. Da brauche man eben einen großen Raum für die Feier hinterher – wie zum Beispiel den Speisesaal der Mensa. Etwa 30 Mal im Jahr wird das Gebäude für solche und andere Feierlichkeiten vermietet. Daher komme übrigens auch das Speibecken in der Herrentoilette, erzählt der Küchenchef. Bei bestimmten Anlässen werde eben viel getrunken. Auf den Wunsch einiger Gäste hin habe man daher das Speibecken installiert – das sei allerdings schon viele Jahre her.</p>
<p>Während er mit einem überdimensionalem Stabmixer eine ganze Eimerladung Ananas zerkleinert, klärt Marquardt dann ganz nebenbei noch ein ewiges Rätsel auf: „Was ist eigentlich die Daseinsberechtigung einer Kommission, die den zulässigen Krümmungsgrad von Gurken festlegt?“ Diese Frage habe er sich selbst lange Zeit gestellt – bis die berühmt-berüchtigte „EU-Gurkenverordnung“ dann im vergangenen Jahr außer Kraft trat. „Vorher haben wir die Gurken einfach in die Maschine gesteckt und hinten kamen lauter gleiche Stücke raus.“ Mit den krummen Gurken von heute gehe das leider nicht mehr – die müssen jetzt wieder ganz wie in alten Zeiten von Hand geschnitten werden.</p>
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		<title>Inklusion statt Ausgrenzung</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 09:26:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DieBlogBurg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dieburg]]></category>

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Im Kreis Darmstadt-Dieburg wird zum Schuljahr 2011/12 eine „inklusive Schule“ eröffnet. Mit dem Projekt verbindet sich das Ziel, Kindern und Jugendlichen mit Behinderung mehr Teilhabe zu ermöglichen. 
Im deutschen Bildungssystem werden Kinder schon frühzeitig in die verschiedenen Bildungswege geführt. Nach der Grundschule entscheidet das Leistungsvermögen über die weitere Schullaufbahn. Dabei sind Kinder und Jugendliche mit [...]]]></description>
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<p><strong>Im Kreis Darmstadt-Dieburg wird zum Schuljahr 2011/12 eine „inklusive Schule“ eröffnet. Mit dem Projekt verbindet sich das Ziel, Kindern und Jugendlichen mit Behinderung mehr Teilhabe zu ermöglichen. </strong></p>
<p><a href="http://www.dieblogburg.de/wp-content/uploads/2010/06/Tafel-und-Kind.jpg" rel="shadowbox[post-1464];player=img;" target="_blank" class="liimagelink"><img class="alignleft size-medium wp-image-1467" src="http://www.regioblog.de/wp-content/plugins/wp-o-matic/cache/54884_Tafel-und-Kind-300x268.jpg" alt="Quelle: http://www.pixelio.de/" width="238" height="212" /></a>Im deutschen Bildungssystem werden Kinder schon frühzeitig in die verschiedenen Bildungswege geführt. Nach der Grundschule entscheidet das Leistungsvermögen über die weitere Schullaufbahn. Dabei sind Kinder und Jugendliche mit Behinderung aber auch Kinder aus sozial schwachen und nicht-deutschen Familien die Verlierer. Eine Alternative dazu könnte das sogenannte „inklusive Bildungssystem“ sein. In einer „inklusiven Schule“ geht es darum, dass alle Kinder – und zwar unabhängig von Leistungsvermögen und möglicher Behinderung – gemeinsam unterrichtet werden.</p>
<p><a href="http://www.dieblogburg.de/wp-content/uploads/2010/06/Mobilitaet_mit_Rollstuhl.jpg" rel="shadowbox[post-1464];player=img;" target="_blank" class="liimagelink"><img class="alignright size-medium wp-image-1468" src="http://www.regioblog.de/wp-content/plugins/wp-o-matic/cache/54884_Mobilitaet_mit_Rollstuhl-219x300.jpg" alt="" width="219" height="300" /></a>Befürworter von Inklusion berufen sich auf die <a href="http://www2.institut-fuer-menschenrechte.de/webcom/show_page.php/_c-556/_nr-9/i.html" target="_blank" class="liexternal">UN-Behindertenrechts-Konvention</a>. Sie trat am 26. März 2009 in Kraft und die Vertragsstaaten – darunter auch Deutschland – erkennen damit das Recht behinderter Menschen auf Bildung an. Die Konvention fordert ein inklusives und kein integratives Bildungssystem. Letzteres wird zum Teil schon in Deutschland praktiziert. Während Integration immer noch von einer Zwei-Gruppen-Theorie ausgeht, in der lediglich versucht wird <em>die anderen Kinder</em> in die Gruppe <em>der normalen Kinder</em> einzugliedern, will Inklusion Dazugehörigkeit.</p>
<p>Auch der Kreisbeigeordnete und Schuldezernent des Landkreises Darmstadt-Dieburg Christel  Fleischmann (Bündnis 90/Die Grünen), ist davon überzeugt, dass „Integration nur eine Übergangslösung sein kann“. Fleischmann sieht in der UN-Konvention einen klaren Auftrag zu mehr Inklusion. „Voraussetzung ist“, sagt Fleischmann, „dass es nicht nur im Schulsystem, sondern auch in der Gesellschaft zu einem Umdenken kommen muss“.</p>
<p><strong>Erste Gehversuche in Deutschland</strong></p>
<p>Einzelne Bundesländer erproben bereits das inklusive Schulmodell. Im Juni 2009 hat Bremen als erstes Bundesland die Inklusion in sein neues Schulgesetz aufgenommen. In Schleswig-Holstein lernt bereits die Hälfte der behinderten Kinder gemeinsam mit nicht-behinderten Altersgenossen. Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sind für ein Nebeneinander von gemeinsamem Unterricht und Förderschulen.</p>
<p>Wie im Bildungssektor üblich werden die 16 Bundesländer unterschiedliche Wege gehen. „Auch in der hessischen Landesregierung“, so Christel Fleischmann, „ist der Beschluss der UN-Konvention langsam angekommen.” Bisher steht noch nichts über Inklusion im Hessischen Schulgesetz. In der Fortschreibung, die aktuell jedoch bis in das Jahr 2012 verschoben wurde, soll es laut Fleischmann dann erstmals Erwähnung finden. „Inklusion wird zwar in das Gesetz aufgenommen, doch leider viel zu spät und auch dann bleibt wohl noch viel Spielraum für Interpretationen übrig“, sagt Fleischmann. Das Thema müsse sehr ernst genommen werden. „Deswegen werden im Kreis Darmstadt-Dieburg zum Schuljahr 2011/12 inklusive Schulangebote modellhaft eingerichtet“, kündigt er an. Eine Grundschule und eine Förderschule würden zusammenarbeiten, um ein neues Schulmodell in Hessen auf den Weg zu bringen. „Da sind Schulleiter, Lehrer und Eltern, die einem inklusiven Schulsystem offen und vorurteilsfrei gegenüber stehen“.</p>
<p>Man habe sich darauf geeinigt, keine Eignungsprüfung vor der Einschulung zu verlangen, sondern werde die Eltern entscheiden lassen, ob ihr Kind &#8211; behindert oder nicht behindert &#8211; diese inklusive Grundschule besuchen soll: „Dafür schaffen wir momentan die Grundlage.“ Lediglich der Übergang in weiterführende Schulen sei noch unklar. „Es wird ein langer Weg mit vielen Pannen und vielleicht auch Ungerechtigkeit. Man muss aber irgendwann mal anfangen, und es gibt Leute, die bereit sind, dieses Wagnis einzugehen.“ Um dieses Projekt umzusetzen, müsse man außerdem noch spezielle Maßnahmen ergreifen: „Erhöhter personeller Einsatz, vor allem für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, ist notwendig.“ Derzeit werden laut Christel Fleischmann die baulichen Voraussetzungen geschaffen &#8211; eine barrierefreie Schule soll ermöglichen, dass Rollstühle problemlos fahren können und es behindertengerechte technische Hilfsmittel gibt.</p>
<p><strong>Viele Kinder lernen von vielen Kindern</strong></p>
<p><a href="http://www.dieblogburg.de/wp-content/uploads/2010/06/Alle-Kinder-födern.jpg" rel="shadowbox[post-1464];player=img;" target="_blank" class="liimagelink"><img class="alignleft size-medium wp-image-1469" src="http://www.regioblog.de/wp-content/plugins/wp-o-matic/cache/54884_Alle-Kinder-födern-300x219.jpg" alt="" width="300" height="219" /></a>Was einen inklusiven gemeinsamen Unterricht betrifft, gibt es viele Unsicherheiten: Senken leistungsschwache Kinder vielleicht das allgemeine Leistungsniveau? Birgt gemeinsamer Unterricht nicht die Gefahr, dass leistungsschwächere und körperlich behinderte Kinder isoliert werden?</p>
<p>Viele Untersuchungen und Studien zeigen, dass eine anregende und durch Vielfalt gekennzeichnete Lerngruppe eine bessere Entwicklung ermöglicht, als in einer Lerngruppe ohne Vielfalt. In einem Bericht zum gemeinsamen Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Schülern kommt Ulf Preuss-Lausitz vom <a href="http://www.ewi.tu-berlin.de/" target="_blank" class="liexternal">Erziehungswissenschaftlichen Institut an der Technischen Universität</a> in Berlin, zu dem Ergebnis, dass leistungsschwächere Kinder vom Anregungsgehalt gemischter Klassen profitieren. Die Befürchtung, dass durch die Integration behinderter Kinder Nachteile für andere Kinder entstehen könnten, kann von Preuss-Lausitz nicht bestätigt werden. Gemeinsamer Unterricht führt dazu, dass nicht nur bessere soziale Kompetenzen, sondern auch bessere Schulleistungen erreicht werden können.</p>
<p><strong>Ein neues gesellschaftliches Denken</strong></p>
<p>Ein inklusives Schulsystem in Deutschland ist zwar ein schwieriges Projekt, aber möglich, wenn die personellen und finanziellen Voraussetzungen geschaffen werden: Das haben die Modellversuche hier und die Erfahrungen in anderen Ländern gezeigt. Im Verbund mit der Grundschule, vorschulischen Bildungseinrichtungen und auch den Gymnasien können sich inklusive Modelle entwickeln, die dem aussondernden Schulsystem ein Ende machen.<br />
Christel Fleischmann ist der Meinung, „dass Inklusion ein wichtiger Baustein ist, um Ausgrenzung in unserer Gesellschaft zu überwinden“. Außerdem glaubt er, „dass es ein langwieriger Prozess wird, dessen Notwendigkeit vielen Menschen erst einmal bewusst werden muss“. Der erste Schritt sei, das dreigliedrige Schulsystem, so wie es jetzt in Deutschland ist, grundsätzlich in Frage zu stellen.</p>
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