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	<title>Regioblog &#187; Andreas G.</title>
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	<description>Artikel und Meinungen aus Südhessen</description>
	<lastBuildDate>Fri, 03 Feb 2012 04:22:00 +0000</lastBuildDate>
	
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		<title>Nahverkehr im Raum Darmstadt: Millionen Euro von Studenten und doch überfüllt und verspätet</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Dec 2009 12:06:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator><a href="http://www.andreasgriess.de" rel="nofollow">Andreas G.</a></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als in Deutschland flächendeckend die Überdosis an preußischer Pünktlichkeit verteilt wurde, waren die Damen und Herren des hiesigen Nahverkehr-Unternehmens wohl grade im Urlaub. Anders ist es nämlich kaum zu erklären, dass ich mich wiederholt über verspätete Busse und dadurch verpasste Verbindungen aufregen musste. Und dass, obwohl meine Studienkollegen und ich pro Semester fast eine Million Euro an den RMV zahlen. Aber der Reihe nach…]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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		</div>
<div class="picleft"><div class="wp-caption alignleft" style="width: 410px"><a href="http://www.flickr.com/photos/wuerml/" target="_blank" class="liimagelink"><img alt="Bushaltestelle Dieburg Süd (cc) von wuerml" src="http://farm4.static.flickr.com/3345/3501572745_b4d5219d8d_d.jpg" title="Bushaltestelle Dieburg Süd (cc) von wuerml" width="400" /></a><p class="wp-caption-text">Bushaltestelle Dieburg Süd (cc) von wuerml</p></div></div>
<p>Als in Deutschland flächendeckend die Überdosis an preußischer Pünktlichkeit verteilt wurde, waren die Damen und Herren des hiesigen Nahverkehr-Unternehmens wohl grade im Urlaub. Anders ist es nämlich kaum zu erklären, dass ich mich wiederholt über verspätete Busse und dadurch verpasste Verbindungen aufregen musste. Und dass, obwohl meine Studienkollegen und ich pro Semester fast eine Million Euro an den RMV zahlen. Aber der Reihe nach…</p>
<p>Ich bin kein großer Fan von öffentlichem Nahverkehr, weil ich ihn aus meiner Heimat nicht gewohnt bin und ich es nicht mag, von festen Fahrzeiten abhängig zu sein. Seit ich in Dieburg studiere und in Pfungstadt wohne, stehen dem jedoch zwei Punkte gegenüber: Zum einen der Kostenfaktor, schließlich bezahle ich gezwungener Maßen mit meinem Semesterticket eine RMV-Flatrate, während meine Benzinkosten vom Verbrauch abhängen. Der zweite Punkt ist der Umweltschutz. Ich kann nicht nur klagen, aber selbst nichts tun. Das eigene Auto stehen zu lassen, ist da durchaus ein Anfang.</p>
<p>Soweit die Theorie. Die Praxis sieht jedoch anders aus und zwar wie folgt: Ich kann mich auf den Nahverkehr im Raum Darmstadt nicht verlassen. Verspätete, häufig zudem überfüllte Busse lassen mich wiederholt meine Anschlüsse verpassen. Dies ist besonders dann ärgerlich, wenn es sich um den Zug Richtung Frankfurt (fährt nur stündlich ab DA-Eberstadt) oder den Bus nach Dieburg (ebenfalls meist nur stündlich, in diesem Fall ab Luisenplatz) handelt. Grade jetzt im Winter sind die äußeren Umstände selten einladend, eine Stunde irgendwo zu warten. Und man wartet ja nicht nur, man verpasst auch Termine.</p>
<p>Vor einiger Zeit hatte sich die Wut soweit angestaut, dass ich RMV und DADINA eine Beschwerde-E-Mail sendete. Damals musste ich für einen wichtigen Unitermin nach Frankfurt. Mein Bus kam zu spät, ich verpasste dadurch die Bahn und musste mit dem Auto fahren. Ich musste Geld für Sprit und Parken bezahlen, war Hektik ausgesetzt und kam trotz allem zu spät. In meiner E-Mail schrieb ich auch noch von etwas anderem, was mich auf die Palme bringt: Denn während viele Fahrer die Pünktlichkeit nicht so stark verinnerlichten, fraßen sie den Kapitalismus scheinbar mit der Suppenkelle. Nur so kann ich es mir erklären, dass regelmäßig in aller Seelenruhe Tickets verkauft werden, statt eine Verspätung aufzuholen. Eigentlich sollten die Fahrer keine Zeit haben, abzukassieren. Aber es scheint wohl wichtiger zu sein, dass alle bezahlen (sogar für eine Leistung – Pünktlichkeit – die sie nicht bekommen), als dass sie eilig ans Ziel gebracht werden. Selbst eine Kompromisslösung – mehr Ticketautomaten – sind mir bisher nicht geläufig.</p>
<p>Wie nicht anders zu erwarten, musste ich auf eine Antwort auf meine E-Mail warten. Als ich das Thema fast vergessen hatte, schrieb der RMV, allein DADINA sei zuständig. Ich solle doch auf deren Antwort warten. Die kam erst mehrere Wochen nach meiner Initiative. Die Antwort enttäuschte mich daher umso mehr: Man bedauere alles, und es sei korrekt, dass die Linie P derzeit nur etwa 70 Prozent Pünktlichkeit habe- angestrebt seien 90 Prozent. Aber es gäbe derzeit so viele Baustellen. Zu der „Abkassier-statt-fahr-Sache“ gab es keine Stellungnahme. Auf die Idee, Fahrpläne anzupassen ist die DADINA scheinbar nicht gekommen. Ebenso wenig auf die Idee zumindest zu versuchen, mich milde zu stimmen (zum Vergleich: Bei einer eher scherzhaften Beschwerde, weil im Kaffee-Automaten auf dem Campus die Milch fehlte, bekam ich fünf Euro).</p>
<p>Vielleicht bin ich als Student aber nur der Bonuskunde, denn bezahlen muss ich sowieso. 84,80 Euro gehen aktuell pro Halbjahr aus dem Semesterbeitrag an den RMV. Das klingt nach nicht so viel. Aber bei circa 11.000 Studenten allein an der Hochschule Darmstadt durchaus eine beachtliche Menge Geld. Hinzu kommen noch Gelder durch Studenten der efh und TU Darmstadt. Um es noch einmal deutlich zu machen: Allein durch Studenten der Hochschule Darmstadt erhält der RMV halbjährlich fast eine Million Euro! Dabei fahren die meisten Busse und Bahnen sowieso, auch in den Semesterferien.<br />
Was ich und viele andere Studenten als Gegenleistung bekommen enttäuscht grade in Anbetracht dieser Zahlen enorm: Verspätungen und das andere Extrem – Busse die einfach mal zu früh fahren – haben sicherlich fast jeden schon mal zur Weißglut gebracht. Besonders die „Studentenlinien“ (z.B. der Bus H oder die Busse zum Campus Dieburg) sind regelmäßig überfüllt. Nach und von Dieburg kommt man ohnehin nur suboptimal.</p>
<p>Ärger ist also vorprogrammiert. „Und dann kann man nicht einmal aus Protest schwarz fahren!“, wie eine Studienkollegin neulich meinte.</p>
<p>Dieser Artikel richtet sich selbstverständlich nicht gegen die Angestellten der Verkehrsunternehmen persönlich. Mit vielen habe ich bereits sehr positive Erfahrungen gemacht, wenn auch selbstverständlich nicht mit allen. </p>
<p>Berichte zu eigenen Erfahrungen in den Kommentaren gerne gesehen.<br />
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		<title>13 Semester- Das ist unser Film!</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Nov 2009 17:59:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator><a href="http://www.andreasgriess.de" rel="nofollow">Andreas G.</a></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Montagabend gab es im Audimax der TU Darmstadt eine besondere Vorführung. Eine Vorabpräsentation des Films „13 Semester“ (http://www.13semester.de/) von Frieder Wittich. In die Kinos kommt er offiziell erst am 7. Januar. Dieser Film, Wittlichs Erstlingswerk als Kino-Regisseur, spielt hauptsächlich in Darmstadt, wo er größtenteils auch gedreht wurde. Viele der Szenen wurden im TU-Gelände aufgezeichnet, viele der Komparsen sind TU-Studenten. Alles zusammen mehr als Grund genug, in Form der Vorpremiere „Danke“ zu sagen.]]></description>
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		</div>
<div class="picleft"><div id="attachment_3544" class="wp-caption alignleft" style="width: 410px"><a href="http://www.regioblog.de/wp-content/images/2009/11/13semester.png" class="liimagelink"><img src="http://www.regioblog.de/wp-content/images/2009/11/13semester-screenshot-website.png" alt="13semester Screenshot Website" title="13semester Screenshot Website" width="400"  class="size-full wp-image-3544" /></a><p class="wp-caption-text">13semester Screenshot Website</p></div></div>
<p>Montagabend gab es im Audimax der TU Darmstadt eine besondere Vorführung. Eine Vorabpräsentation des Films „13 Semester“ (<a href="http://www.13semester.de/" target="_blank" class="liexternal">13semester Website</a>) von Frieder Wittich. In die Kinos kommt er offiziell erst am 7. Januar. Dieser Film, Wittlichs Erstlingswerk als Kino-Regisseur, spielt hauptsächlich in Darmstadt, wo er größtenteils auch gedreht wurde. Viele der Szenen wurden im TU-Gelände aufgezeichnet, viele der Komparsen sind TU-Studenten. Alles zusammen mehr als Grund genug, in Form der Vorpremiere „Danke“ zu sagen.</p>
<p>Persönlich muss ich zugeben, vom Film bis kurz vor dem Termin nichts, aber auch gar nichts mitbekommen zu haben. Das wäre vielleicht auch auf ewig so geblieben, wenn eine aufmerksame Dozentin meines Studiengangs nicht angeregt hätte, mit dem gesamten Themenfindungs-Kurs diesen Termin zu besuchen und uns Karten organisiert hätte.</p>
<p>Vor dem Film gab es einige Worte des anwesenden Regisseurs, dann ging es los. Nach und nach vertiefte ich mich immer stärker in den Film und hatte zum Ende ganz vergessen, in einem TU-Hörsaal zu sitzen. Inhaltlich geht es in „13 Semester“ hauptsächlich um „Momo“, der nach seinem Abitur nach Darmstadt kommt, um Wirtschaftsmathematik zu studieren. Nach und nach lernt er die Stadt, das Studentenleben und seine große Liebe kennen. Er stößt auf verschiedene Probleme, vermag es aber meistens wieder aufzustehen.</p>
<p>Natürlich ist „13 Semester“ mehr oder weniger der klassische Studentenfilm, bedient viele Klitsches, kann aber auch mit einigen Überraschungen aufwarten. Nicht alle Vorurteile werden aufgenommen, was dafür sorgt, dass der Film in meinen Augen ein recht authentisches Bild der Studentengeneration zeichnet. So liebt beispielsweise Hauptcharakter „Momo“ die ganze Zeit (wie der Titel sagt 13 Semester) dieselbe Frau. Durchaus entsteht ein Kontrast zum in der aktuellen Generation sowieso in der Regel falschen Vorurteil der schnellen Liebe bevorzugenden Studenten.</p>
<p>Der Film ist größtenteils lustig, hat aber auch traurige Momente. Die Stimmung im TU-Audimax war natürlich blendend, vor allem, wenn sich das Publikum in einigen Szenen (sinnbildlich) selbst wieder erkannte oder „typisch Darmstädter“ Probleme wie die Wohnungsknappheit zum Thema wurden.<br />
<p><a href="http://www.regioblog.de/index.php/archives/2009/11/24/13-semester-das-ist-unser-film/"><em>Anklicken, um Video zu starten</em></a></p><br />
Ich persönlich habe den Film sehr genossen. „13 Semester“ objektiv bewerten kann ich jedoch nicht. Ob der Film auch etwas für Studenten aus anderen Städten oder gar Nicht-Studenten ist, kann ich schwer sagen. Fest steht, als Darmstädter Student hat man einen vollkommen anderen Zugang zu diesem Film.</p>
<p>Das gilt auch für mich, obwohl der Film inhaltlich an der TU spielt und „meine“ h_da nur einmal indirekt vorkommt (eine Szene spielt in der Mensa Schöfferstraße). Ich habe, wie viele meiner Kollegen, ein wenig das Gefühl gehabt, dass dies ein Film „für und über uns“ ist. Und deshalb habe ich mir bereits fest vorgenommen, „13 Semester“ nach Erscheinen zu meiner DVD-Sammlung hinzuzufügen. </p>
<p>Persönlich kann ich den Gestern anwesenden und Fragen beantwortenden (Drehbuchautoren, Regisseur, Hauptdarsteller, Produzent) nur danke sagen und ihnen wünschen, dass der Film ein Erfolg wird.<br />
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		<title>Leute, ich will nicht shoppen!</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 15:55:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator><a href="http://www.andreasgriess.de" rel="nofollow">Andreas G.</a></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Langsam aber sicher fangen die Shoppingzentren in der Region Rhein-Main an, mir auf den Zeiger zu gehen. Seit einigen Wochen gibt es nun das Loop 5 in Weiterstadt. Die Plakate zur Eröffnung hängen noch immer an vielen Stellen. Im Radio ist es jedoch etwas leiser geworden.]]></description>
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			</a>
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<p>Langsam aber sicher fangen die Shoppingzentren in der Region Rhein-Main an, mir auf den Zeiger zu gehen. Seit einigen Wochen gibt es nun das Loop 5 in Weiterstadt. Die Plakate zur Eröffnung hängen noch immer an vielen Stellen. Im Radio ist es jedoch etwas leiser geworden.</p>
<p>Das scheint die Konkurrenz nutzen zu wollen, um ihrerseits zur Werbeattacke zu blasen. „Soll es größer, schöner, besser sein?“ werde ich mehrmals am Tag aggressiv singend gefragt. „Nein!“ möchte ich jedes Mal entgegnen, erhört werde ich jedoch nicht. Der Werbespot gehört zum NordWestZentrum Frankfurt, angeblich auch dort 150 Geschäfte. Schön für sie. Ich brauche nichts.</p>
<p>Auch MyZeil will mich mit Radiowerbung anlocken. Geht’s noch? Wo soll eigentlich das ganze Geld herkommen, was wir vershoppen sollen? In den vergangenen Jahren hieß es immer wieder, die Bürger hätten weniger Geld, doch überall sprießen Shopping-Zentren aus dem Boden. Das ist doch krank!</p>
<p>So sehen es sicherlich auch die Geschäftsleute innerhalb der Städte. Die Folgen der neuen Shopping-Kultur konnte ich in meiner alten Heimat am Niederrhein bereits erkennen. Auch dort wohnte ich in einem kleinen Dorf. Kleidung oder Schuhe kaufen konnte man dort jedoch schon seit einigen Jahren nicht mehr, alles wanderte in die konzentrierten Shopping-Areale aus.</p>
<p>Vermutlich gefällt die Entwicklung auch dem Einzelhandel und den Cafés in beispielsweise Darmstadt nicht. So ist es wohl nicht verwunderlich, wenn ich, Shopping-Werbung schon vollkommen überdrüssig, auch noch mit Werbung für den verkaufsoffenen Sonntag in Darmstadt zugetrallert werde.</p>
<p>Der Bürger, seit Jahren treffender als Konsument zu bezeichnen, scheint aber dem Kaufrausch wie wild ergeben zu sein. Zumindest tauchte das Loop 5 diesen Samstag erneut im Radio auf. Nicht aber im Werbeblock, sondern im Verkehrsbericht. Einmal mehr wurde die Autobahnabfahrt Weiterstadt wegen Überfüllung geschlossen. Echo-Online titelt derweil „<a href="http://www.echo-online.de/suedhessen/darmstadt-dieburg/weiterstadt/art1302,109041" target="_blank" class="liexternal">Gute Zwischenbilanz für Verkehrssituation rund um den Einkaufsriesen</a>“, schließlich laufe es ja fünf Tage die Woche rund. Ein Fazit, dass sich mir genauso wenig erschließt, wie der Shopping-Wahn selbst…<br />
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		<title>Der Politiker von der Tankstelle</title>
		<link>http://www.regioblog.de/index.php/archives/2009/11/03/der-politiker-von-der-tankstelle/</link>
		<comments>http://www.regioblog.de/index.php/archives/2009/11/03/der-politiker-von-der-tankstelle/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 03 Nov 2009 09:34:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator><a href="http://www.andreasgriess.de" rel="nofollow">Andreas G.</a></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bei Recherchen stößt man mitunter auf äußerst merkwürdige Nebenergebnisse. So neulich ein Kommilitone und ich. Es ging im weitesten Sinne um Frankfurt. Und wenn man über Frankfurt berichten will, kommt man an einer Person nicht vorbei: An Markus Frank. Der ist Politiker der CDU und in der Mainmetropole Dezernent für Wirtschaft, Personal und Sport. Das verrät zumindest die Website der Stadt…]]></description>
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<div class="picleft"><div class="wp-caption alignnone" style="width: 410px"><a href="http://www.flickr.com/photos/pokpok/" target="_blank" class="liimagelink"><img alt="Tankstelle (cc) pokpok313" src="http://farm2.static.flickr.com/1213/1107837950_b27fc03f7e_d.jpg" title="Tankstelle (cc) pokpok313" width="400" /></a><p class="wp-caption-text">Tankstelle (cc) pokpok313</p></div></div>
<p>Bei Recherchen stößt man mitunter auf äußerst merkwürdige Nebenergebnisse. So neulich ein Kommilitone und ich. Es ging im weitesten Sinne um Frankfurt. Und wenn man über Frankfurt berichten will, kommt man an einer Person nicht vorbei: An Markus Frank. Der ist Politiker der CDU und in der Mainmetropole Dezernent für Wirtschaft, Personal und Sport. Das verrät zumindest die Website der Stadt…</p>
<p><strong>Bei Anruf Tankstelle</strong></p>
<p>Um mehr über den Herrn zu erfahren fragten wir unseren treuen Freund Google. Die Suchabfrage „Markus Frank CDU“ führte uns unter anderen zur Seite der CDU-Fraktion Frankfurt. Hier wird Frank als Fraktionsvorsitzender vorgestellt. Wobei diese Aussage nur bedingt stimmt. Besucht man die Fraktionshomepage nämlich ganz normal und betrachtet die Fraktionsmitglieder, sucht man den Namen Markus Frank vergeblich. Fraktionsvorsitzender ist hiernach Dr. Horst Kraushaar. Über Google jedoch findet man noch den Eintrag über Markus Frank und wird direkt auf die noch immer existierende Unterseite weitergeleitet. Und eben dort steht unter Funktion: Fraktionsvorsitzender.</p>
<p>Mein Kommilitone interessierte sich primär für Kontaktdaten. Diese fand er auf der Fraktionsseite unter anderen in Form von zwei Telefonnummern. Zwei Nummern? Nein, eigentlich ist die dienstlich und private vollkommen identisch, nur anders in Zahlengruppen aufgeteilt, so dass es nicht auffällt.</p>
<p>Zum Hörer gegriffen und die Nummer gewählt staunte mein Studienkollege nicht schlecht, als sich am anderen Ende ein Tankstellenmitarbeiter meldete und meinem verwunderten Kommilitonen ausrichtete, er sei nicht im Büro des Wirtschaftsdezernenten gelandet.</p>
<p><strong>Das Internet vergisst nichts- Websitebetreiber manchmal schon</strong></p>
<p>Das war schon die zweite Sackgasse, denn zuvor führte uns die genannte Suchabfrage auf die Seite frank05.de. Darauf geklickt liest man, dass die Seite derzeit überarbeitet würde. „Bitte schauen Sie in einigen Tagen wieder vorbei“, steht geschrieben. Dass sich in den nächsten Tagen jedoch wirklich etwas tut, ist eher zweifelhaft.</p>
<p>Die wayback-machine <a href="http://www.archive.org/" target="_blank" class="liexternal">www.archive.org</a> bietet eine Möglichkeit, ältere Versionen von Homepages zu betrachten. Die letzte hier zu findende Version von frank05.de ist vom 21. Mai 2008. Damals stand als neuste Mitteilung auf der Seite eine Danksagung an alle Unterstützer im Bundestags-Wahlkampf- wohlbemerkt dem von 2005! Frank05.de ist und war eine eingeschlafene Seite für Markus Franks Bewerbung um ein Direktmandat für den Bundestag 2005.</p>
<p><strong>Der KFZ-Meister mit zwei Positionen</strong></p>
<p>In einem weiteren Versuch steuerten wir die Seite der CDU-Hessen an. Auch hier wird der „KFZ-Meister“ Markus Frank fälschlicher bzw. inaktueller Weise als Fraktionsvorsitzender vorgestellt. Scrollt man weiter findet man unter Funktionen zusätzlich noch den Eintrag „Stellvertretender Vorsitzender der CDU Fraktion Frankfurt am Main“. Immerhin fand mein Kommilitone wieder eine Telefonnummer- diesmal eine, bei der eine informierte Sekretärin den Hörer abnahm.</p>
<p>Unter den Kontaktdaten findet sich auch ein Link zu einer weiteren Homepage des Politikers: <a href="http://www.markus-frank.de/" target="_blank" class="liexternal">www.markus-frank.de</a>. Klickt man diesen an, wird man direkt zu esso-frank.de weitergeleitet. Da ist sie wieder, die Tankstelle. Genau genommen sind es sogar zwei. Laut Homepage ist Markus Frank deren Geschäftsführer. Aber sicher sein sollte man sich da besser nicht…<br />
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		<title>Atommüll-Endlagerung in Darmstadt…</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Oct 2009 03:03:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator><a href="http://www.andreasgriess.de" rel="nofollow">Andreas G.</a></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[… und zwar an der Hochschule, Campus Schöfferstraße. Natürlich geschah das Ganze nur als Vortrag und zwar als erster aus der Reihe „Energie für die Zukunft“, einem Gemeinschaftsprojekt der „grünen Tochter“ der HSE, NATURpur, und der Hochschule Darmstadt.]]></description>
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<div class="picleft"><div class="wp-caption alignleft" style="width: 410px"><img alt="Angst vor versteckten Risiken? (cc) sven kindler" src="http://farm4.static.flickr.com/3491/3899926078_853883f9a6.jpg" title="Angst vor versteckten Risiken? (cc) sven kindler" width="400"  /><p class="wp-caption-text">Angst vor versteckten Risiken? (cc) sven kindler</p></div></div>
<p>… und zwar an der Hochschule, Campus Schöfferstraße. Natürlich geschah das Ganze nur als Vortrag und zwar als erster aus der Reihe „Energie für die Zukunft“ (<a href="http://www.energie-fuer-die-zukunft.de/index.html" target="_blank" class="liexternal">http://www.energie-fuer-die-zukunft.de/index.html</a>), einem Gemeinschaftsprojekt der „grünen Tochter“ der HSE, NATURpur, und der Hochschule Darmstadt.</p>
<p>Genau genommen lautete das Thema des Vortrags am Donnerstagabend „Sicherheitsanforderungen für die Endlagerung von radioaktiven Abfällen und CO2“. Da mich das Thema interessiert, ließ ich es mir nicht nehmen, die Veranstaltung zu besuchen. Begleitet von einer Freundin, die ebenso wie ich dem Thema Atomkraft und Atommülllagerung sehr kritisch gegenüber steht, nahmen wir im Vorlesungsraum des Fachbereichs Elektrotechnik Platz. Dass es Elektrotechniker und nicht etwa Raumplaner waren, die die Veranstaltung organisierten, mussten wir leider auch später beim Buffet bemerken, aber dazu später.</p>
<p>Der eingeladene Referent war Michael Sailer. „Das könnte wirklich interessant werden“, war mein erster Eindruck, schließlich kombinierte Sailer direkt zweierlei Dinge: Fachlich als Vorsitzender der bundesdeutschen Entsorgungskommission (für vor allem Atommüll) sicher eine Autorität und optisch, vor allem mit seinen langen Haaren, zumindest dem Stereotyp eines Ökos entsprechend.</p>
<p>Leider konnte sein Referat meine Erwartungen nur bedingt erfüllen, denn es verlief sehr sachlich. Nicht, dass ich etwas gegen den sachlichen Umgang mit dem Thema hätte, ganz im Gegenteil. Aber für mich persönlich wurde es immer dann spannend, wenn Michael Sailer „aus dem Nähkästchen“ plauderte. Zum Beispiel, als er aus der Sicht seiner Kommission über die Vorgänge um die Lagerung von deutschem Atomabfall in Sibirien (http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,655139,00.html) sprach oder als er über das schwierige Verhältnis zu Politikern mit ihren unterschiedlichen Vorstellungen berichtete. Schockierend waren auch die Fotos, die er aus dem Atommüllager Asse zeigte.</p>
<p>Aber das waren Ausnahme-Momente. In der Regel ging es um die nötigen Anforderungen für ein Endlager und zuvor auch ein wenig über die technischen Voraussetzungen für CO2-Einlagerung im Erdreich. Beide Themenbereiche wurden ob der begrenzten Zeit natürlich nur recht oberflächlich behandelt. Daher war für mich, und andere am Thema Interessierte, nicht viel dabei, dass nicht aus der Berichterstattung im TV oder den Zeitungen schon bekannt ist.</p>
<p><strong>Interessante Publikums-Reaktionen</strong><br />
Interessant zu beobachten war das immer wieder auftauchende Schmunzeln oder Kopfschütteln, wenn der Referent von „millionen Jahren“ sprach, die ein solches Endlager zu überdauern habe. Besonders grotesk war dies, als er zusammen mit dem Publikum darüber nachdachte, was in so langer Zeit alles passieren könnte. Die Frage, wie lange sich an ein Endlager erinnert werden würde, blieb den meisten Zuhörern wohl noch einige Zeit im Kopf.</p>
<p>Verwundert bis geschockt reagierte das Publikum, als Sailer auf die Menge an Atommüll zu sprechen kam. Von über 25.000 Kubikmetern sprach er. Und das sei nur der hochradioaktive, wärmeentwickelnde Abfall. Dass bei diesem darauf geachtet werden muss, dass die Temperatur 200°C nicht überschreitet, war wohl für fast alle außerhalb der Vorstellungskraft. Genauso, wie dass noch einmal ca. 270.000 Kubikmeter nicht wärmeentwickelnder Atommüll hinzukommt. </p>
<p>Michael Sailer überraschte viele Zuhörer auch mit ein paar Daten zu Gorleben. Er betonte, dass es entgegen der Behauptungen einiger Politiker bis heute keinen Eignungsnachweis für das mögliche Endlager gibt. Zudem dauert die Prozedur von der Festlegung auf ein Lager bis zur eigentlichen Einlagerung des Atommülls laut seiner Aussage etwa 20 bis 30 Jahre. Freilich ein Zeitraum, den kaum eine Regierung übersteht, was die Sache alles andere als vereinfache, wie Sailer zu berichten wusste. Nach etwas über einer Stunde ging der Vortrag mit Sailers Schlussstatement zu Ende, in dem er sich für eine ergebnisoffene Standortsuche an mehreren infrage kommenden Orten aussprach.</p>
<p>Wenn man mich fragt, hätte die Veranstaltung gerne länger dauern dürfen. Vor allem die Fragerunde am Ende wurde mehr oder weniger abgewürgt. Referent Michael Sailer machte seine Aufgabe gut, aber wie schon erwähnt, hätte ich mir tiefergehende Informationen und mehr persönliche Eindrücke gewünscht. Stellenweise fühlte ich mich nämlich wie auf einer Info-Veranstaltung für Anwohner. Trotzdem bereue ich nicht, hingegangen zu sein.</p>
<p>In der Hoffnung auf noch ein paar gute Gespräche verließen meine Begleitung und ich den Vortragsraum. Die Zuhörer waren noch zu einem kleinen Imbiss verbunden mit der Möglichkeit zum Meinungsaustausch eingeladen. Wie der jedoch in einem engen Gang stattfinden sollte, in dem sogar das Buffet nur mit langem Anstellen von der Seite zu erreichen war, bleibt das Geheimnis der Organisatoren.</p>
<p>Zeitpunkt und Themen der nächsten Vorträge kann man hier erfahren: <a href="http://www.energie-fuer-die-zukunft.de/programm/programm.html" target="_blank" class="liexternal">http://www.energie-fuer-die-zukunft.de/programm/programm.html</a><br />
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		<title>Neueröffnung Loop 5 – Warum zu viel Werbung auch nicht gut ist!</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Oct 2009 19:26:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator><a href="http://www.andreasgriess.de" rel="nofollow">Andreas G.</a></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Diese Woche habe ich gefühlte 10.000 Mal im Radio Werbung für das Loop 5 gehört. Dieses neue Einkaufszentrum bei Weiterstadt wurde nämlich Freitag und Samstag offiziell eröffnet. Zu den Radiospots gesellten sich noch mindestens genauso viele Plakate an fast jeder Straßenbahnhaltestelle in Darmstadt und Umgebung. Kurzum: Man wurde vollgespammt. <strong>Mit Video</strong>]]></description>
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<div class="picleft"><div id="attachment_3487" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img src="http://www.regioblog.de/wp-content/images/2009/10/loop5-300x225.png" alt="Loop5 Website Screenshot" title="loop5" width="300" height="225" class="size-large wp-image-3487" /><p class="wp-caption-text">Loop5 Website Screenshot</p></div></div>
<p>Diese Woche habe ich gefühlte 10.000 Mal im Radio Werbung für das Loop 5 gehört. Dieses neue Einkaufszentrum bei Weiterstadt wurde nämlich Freitag und Samstag offiziell eröffnet. Zu den Radiospots gesellten sich noch mindestens genauso viele Plakate an fast jeder Straßenbahnhaltestelle in Darmstadt und Umgebung. Kurzum: Man wurde vollgespammt.</p>
<p>Selbst bei Twitter war ich nicht sicher. Dort stand unter anderem „Nicht zu verstehen: Im #loop5 tropft es durch die Decke. Hier hats auch Teppichboden. Sieht jetzt schon nich mehr sauber aus.“</p>
<p>Während diese Nachricht über Twitter reinkam, wartete ich auf meinen Besuch. Eine Schulfreundin kam nach Darmstadt und wir wollen ein wenig durch die Stadt schlendern. Aber bei dem Wetter? Es regnete schon seit Stunden und außer dem Hund schien das niemanden zu gefallen. Was also machen? Eine Stunde (und weitere fünf Radiospots) später gebe ich schließlich auf und unterwerfe mich der  tiefenpsychologischen Werbewirkung. Frauen und Einkaufszentrum- das passt ja. Auf zum Loop 5!</p>
<p>Das war aber keine so gute Idee. Drücken wir es mal vorsichtig aus: Ich war wohl nicht der einzige, der –sei es nun durch Werbung oder Wetter- sich vom neuen Einkaufszentrum angezogen fühlte. Und nun die ungeschönte Wahrheit: Es kamen so viele Menschen, dass die Polizei die Autobahnabfahrt der A5 bei Weiterstadt komplett sperrte- in beide Richtungen. Von Darmstadt kommend ist das natürlich direkt doppelt ärgerlich, denn bis zur nächsten Abfahrt (um zu wenden) sind es doch ein paar Radumdrehungen mehr.</p>
<p>Südhessen schien im Einkaufswahn. Ob wirklich etwas gekauft wurde steht natürlich auf einem anderen Blatt. Ich erinnere mich noch an die Eröffnung des CentrO in Oberhausen- einem ähnlichen Großeinkaufszentrum. Das existiert zwar immer noch, aber längere Zeit gehalten haben sich nur wenige der Geschäfte. Und wenn, dann meist die großen Ketten, die man ohnehin überall findet. Auf der anderen Seite- so erlebt man beim Einkaufsbummel jedes Mal andere Geschäfte. Man kann sich halt alles schön reden!</p>
<p>Was man sich nicht schön reden kann sind einige Menschen. Die Dame im Auto vor mir meckerte an der gesperrten Abfahrt lauthals den Polizisten an, warum man sie nicht einkaufen lasse. In so Momenten denk ich mir immer nur „Deutschland!“</p>
<p>PS: Vielleicht hätte ich bei der Werbung genauer hinhören sollen, ich erinnere mich daran, dass irgendwie von Warteschleifen fliegen die Rede war…</p>
<p><a href="http://www.loop5.de" target="_blank" class="liexternal">Website Loop5</a></p>
<p>Auch Echo-Online berichtet mittlerweile von ersten Eindrücken, mit einem ähnlichen Video:&#8221;<a href="http://echo-online.de/suedhessen/template_detail.php3?id=798241" target="_blank" class="liexternal"> „Loop 5“: Leiser Weckruf für den Einkaufsriesen</a>&#8220;.</p>
<p><em>Passend dazu ein Youtube Video von der Eröffnung einen Tag zuvor</em><br />
<object width="560" height="340"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/fh0FyKDzkms&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/fh0FyKDzkms&#038;hl=de&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="560" height="340"></embed></object><br />
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		<title>„Die neuen Erstis sind da!“</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Oct 2009 15:12:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator><a href="http://www.andreasgriess.de" rel="nofollow">Andreas G.</a></dc:creator>
				<category><![CDATA[Südhessen]]></category>
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		<description><![CDATA[Kurz vor Eins. Ich stehe mit ein paar meiner Kommilitonen vor einem Vorlesungsaal in Dieburg. Ich warte darauf, dass die neuen Erstis herauskommen, da ich mit einigen im Anschluss eine kurze Campustour machen soll. Ein Mädel aus der Fachschaft drückt mir eine leere Tüte Mars in die Hand, denn die Neulinge sind nach Schokoriegeln in Gruppen aufgeteilt. Etwa zehn Minuten später habe ich gemeinsam mit einem Kollegen eine Gruppe von etwa einem Duzend „Marsmenschen“ am Hals. Wobei nicht wirklich am Hals, denn die Jungs und Mädels sind alle nett und ich mache den Job auch freiwillig und somit gerne.]]></description>
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<p>Kurz vor Eins. Ich stehe mit ein paar meiner Kommilitonen vor einem Vorlesungsaal in Dieburg. Ich warte darauf, dass die neuen Erstis herauskommen, da ich mit einigen im Anschluss eine kurze Campustour machen soll. Ein Mädel aus der Fachschaft drückt mir eine leere Tüte Mars in die Hand, denn die Neulinge sind nach Schokoriegeln in Gruppen aufgeteilt. Etwa zehn Minuten später habe ich gemeinsam mit einem Kollegen eine Gruppe von etwa einem Duzend „Marsmenschen“ am Hals. Wobei nicht wirklich am Hals, denn die Jungs und Mädels sind alle nett und ich mache den Job auch freiwillig und somit gerne.</p>
<p>Erste Verwunderung: Meine Gruppe aus OJlern und WJlern (Online- und Wissenschaftsjournalisten) besteht fast nur aus Jungs. „Wie ist denn die Mischung so bei euch?“ „Etwa Fifty-Fity!“- Kaum zu glauben, besteht mein Semester doch fast nur aus Frauen. Die Neuen bekommen also alles zu Gesicht, was sie für die nächste Zeit brauchen (könnten). Natürlich kann sich kaum einer von ihnen alle Wege merken, das war bei uns nicht anders. Komisch, schließlich ist dieser quadratische, im Stile eines Flughafen-Terminals aufgebaute Campus eigentlich idiotensicher. Möchte man meinen. Aber man wird immer wieder eines besseren belehrt- rumirrende Leute auf der Suche nach „ihrem Raum“ gibt es das Ganze Semester über. Natürlich bin auch ich gelegentlich mit dabei.</p>
<p>Selbstverständlich muss man als „Alteingesessener“ auch versuchen die vielen Fragen zu beantworten. Obwohl ich das Gefühl hatte, es waren weniger als wir sie hatten. Sollte die Einführungsveranstaltung diesmal besser gewesen sein? Oder die Erstis? Wer weiß… „Wie groß ist der Lernaufwand?“ „Wie sind die Dozenten so?“ Fragen, wie auch ich sie mir gestellt habe und nun merke ich, wie schwer es ist darauf eine Antwort zu finden, denn das muss man irgendwie selber herausfinden. Aber ich weiß auch, man will es vorher wissen.</p>
<p>Zwischendurch bekomme ich den Stundenplan der Erstsemester-Studenten zu Gesicht. „Wie ihr habt Englisch nur als Wahlfach?“ Haben sie tatsächlich. Und so kommt ein Gespräch über Kursbelegung und Prüfungen auf. Und schnell bin ich mit meinem Latein am Ende. Der Grund: Die Neuen sind die ersten OJler, die auf Bachelor studieren. Ich mache noch das Diplom und bin daher denkbar ungeeignet irgendetwas zu „Credit Points“ zu sagen. „Nein ich weiß wirklich nicht was das heißt und nein, ich habe den Bologna-Prozess nicht verbrochen, nicht einmal in dieser Form gutgeheißen!“ Meine Gruppe scheint mir deshalb nicht böse, zumal ich versuche, sie an jemanden zu verweisen, der ihnen Antwort geben kann. Es scheint fast, als wollen die Bachelor den Bachelor noch weniger als die Diplomer den Bachelor. Bitte was? „Ich arbeite noch an meinen Sätzen!“</p>
<p>Während der Führung ein bisschen Smalltalk: Die Leute reden sich untereinander an, kennen sich wohl schon zum Teil. Es erinnert mich nur wenig an meinen krampfhaften Versuch, sich möglichst schnell möglichst viele Namen zu merken. Ich denke kurz darüber nach und stelle fest, dass mein jetziger Freundeskreis sich sehr schnell aus den Menschen ergeben hat, die ich in den ersten Tagen, bei Campusführung oder ähnlichen kennen lernte. Ob die Neuen die mögliche Bedeutung der heutigen Gruppeneinteilung ahnen? Doch der Bachelor-Abschluss (hey, die sind zeitgleich mit mir fertig!) holt mich zurück in die Gegenwart. Auch die gleiche Anzahl von Männern und Frauen im Semester verwundert mich noch immer- mit all den sich daraus ergebenen Konsequenzen. Es scheint als seien die Neuen wirklich eine ganz andere Generation, in einem ganz anderen System.</p>
<p>Weiter geplaudert: „Wer von euch sucht denn noch eine Wohnung in Darmstadt?“ Unzählige Finger gehen hoch. Es scheint, dass sich andere Dinge nie ändern. Es ist halt irgendwie alles anders und doch das gleiche. Ach ja, bis auf das Wetter, das war bei uns mit Abstand besser. Gut für uns, denn den ersten Tag und mit ihm das Wetter, vergisst man wohl nie.<br />
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		<title>Die Macht der einen Stimme</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Sep 2009 12:57:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator><a href="http://www.andreasgriess.de" rel="nofollow">Andreas G.</a></dc:creator>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerbeteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Darmstadt]]></category>
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		<description><![CDATA[Warst du am Sonntag wählen? Ich hoffe ja. Nun etwas, das deinen Glauben in die Demokratie vielleicht bitter erschüttern wird: Trotz der viel zu niedrigen Wahlbeteiligung haben laut vorläufigen Endergebnis 43.357.542 Deutsche eine gültige Zweitstimme abgegeben. Was bedeutet das für dich oder mich? Es bedeutet, dass deine Stimme ein Gewicht von ziemlich genau 0,00000230640380859229 Prozent hatte. Ja richtig gesehen, erst in der sechsten Nachkommastelle spielst du eine Rolle!]]></description>
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<p> Warst du am Sonntag wählen? Ich hoffe ja. Nun etwas, das deinen Glauben in die Demokratie vielleicht bitter erschüttern wird: Trotz der viel zu niedrigen Wahlbeteiligung haben laut vorläufigen Endergebnis 43.357.542 Deutsche eine gültige Zweitstimme abgegeben. Was bedeutet das für dich oder mich? Es bedeutet, dass deine Stimme ein Gewicht von ziemlich genau 0,00000230640380859229 Prozent hatte. Ja richtig gesehen, erst in der sechsten Nachkommastelle spielst du eine Rolle!</p>
<p>Das wirkt auf den ersten Blick sehr ernüchternd. Grade deshalb lohnt ein Blick auf absolute Zahlen. Und auch wenn es am Ergebnis nicht viel ändert, darf jeder Wähler beim Anblick der absoluten Zahlen denken: Wenn ich anders gewählt hätte, stände dort keine sagen wir Sieben am Ende, sondern eine Sechs. Zumindest ich fühle mich gut beim Gedanken, dass diese Zahlen, ob beim Bundeswahlleiter oder in Zeitungen und Blogs die sie verwenden, anders aussähen, hätte ich anders entschieden.</p>
<p>Doch es gab auch die mega-knappen Entscheidungen. Eine davon ausgerechnet direkt bei uns, im Wahlkreis Darmstadt (186). Bei den Erststimmen kamen sowohl Brigitte Zypries (SPD) als auch Andreas Storm (CDU) auf 35,0 Prozent der Stimmen. Hinter den beiden wurde Daniela Wagner von den Grünen mit 12,1 Prozent der Stimmen Dritte. Sie zieht aber über die Landesliste der Grünen in den Bundestag.</p>
<p>Aber zurück zu den beiden mit ihren 35,0 Prozent. Siegerin im Wahlkreis ist letztendlich Brigitte Zypries, die auch 2005 den Wahlkreis gewann. Doch war es damals noch recht deutlich, betrug der Vorsprung diesmal genau 46(!) Stimmen. Wisst ihr was 46 Stimmen sind? Das ist in etwa ein Wahlhelfer. Ein Wahlhelfer der SPD, der sich in den letzten Wochen darum bemühte, Stimmen zu sammeln, Überzeugungsarbeit zu leisten. Oder es ist ein Wahlkämpfer der CDU, der genau das nicht tat. Oder ein Wahlkampfauftritt von Brigitte Zypries, an dem sie Unentschlossene zu Wählern für sich machen konnte. Oder eben ein nicht gemachter Auftritt ihres Konkurrenten. 46 Stimmen sind eine kleine Entscheidung. 46 Stimmen sind vielleicht sogar du! </p>
<p>Wie gewaltig diese 46 Stimmen sind, wird noch deutlicher wenn man bedenkt, dass Andreas Storm nun nicht im Bundestag sitzt, weil sein Listenplatz aufgrund von Überhangmandaten dieses Mal nicht ausreichte. Hätte er gewonnen, wäre er selbst ein solches- und so hätten 46 Stimmen auf einmal nicht die oben genannte lange Zahl bedeutet, sondern jeweils etwas über 0,16 Prozent. Als einer von dann 623 Sitzen im Bundestag.</p>
<p>Weitere interessante Rechenbeispiele mit absoluten Zahlen hat übrigens Wolfgang Michal auf carta.info angestellt: <a href="http://carta.info/15549/sieben-unbequeme-wahrheiten/" target="_blank" class="liexternal">http://carta.info/15549/sieben-unbequeme-wahrheiten/</a><br />
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