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	<title>Regioblog &#187; Meinung</title>
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	<description>Artikel und Meinungen aus Südhessen</description>
	<lastBuildDate>Fri, 03 Feb 2012 04:22:00 +0000</lastBuildDate>
	
	<language>de</language>
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		<title>Update: Regioblog geht zum 1.1.2011 offline</title>
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		<comments>http://www.regioblog.de/index.php/archives/2010/11/30/regioblog-geht-zum-1-1-2011-offline/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 30 Nov 2010 13:57:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Löwenstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Hessen]]></category>
		<category><![CDATA[Internetrecht]]></category>
		<category><![CDATA[JMStV]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieses Blog und mein Webserver gehen zum Ende des Jahres offline.

Der Grund ist der neue Jugendmedienstaatsvertrag (JMStV), der gerade verabschiedet wird und der Ende des Jahres in Kraft treten wird. Nach diesem Vertrag müßte ich alle meine Inhalte durchgehen und mit einem Alterslabel versehen. Dafür habe ich keine Zeit und es wäre auch nicht produktiv.

So, diesen Text habe ich ausgeliehen. Und ich übernehme die darin angekündigten Konsequenzen auch für Mich. als Herausgeber des Regioblog. Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 13.12. 20.20h.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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				<img src="http://api.tweetmeme.com/imagebutton.gif?url=http%3A%2F%2Fwww.regioblog.de%2Findex.php%2Farchives%2F2010%2F11%2F30%2Fregioblog-geht-zum-1-1-2011-offline%2F&amp;source=Gersprenz&amp;style=compact&amp;service=bit.ly&amp;b=2" height="61" width="50" /><br />
			</a>
		</div>
<img src="http://www.regioblog.de/wp-content/images/2010/11/JMStVScript.png"  width="600" height="544" class="size-full wp-image-5347" />
<blockquote><p>&#8220;Dieses Blog und mein Webserver gehen zum Ende des Jahres offline.</p>
<p>Der Grund ist der neue Jugendmedienstaatsvertrag (JMStV), der gerade verabschiedet wird und der Ende des Jahres in Kraft treten wird. Nach diesem Vertrag müßte ich alle meine Inhalte durchgehen und mit einem Alterslabel versehen. Dafür habe ich keine Zeit und es wäre auch nicht produktiv. </p>
<p>Für die Inhalte, die ab 16 oder ab 18 eingestuft sind (und das ist das Default-Label) müßte ich außerdem einen wirksamen Zugangsschutz mit Alterskontrolle implementieren. Einen solches zugelassenes Verfahren gibt es derzeit nicht, und wenn es das gäbe, wäre es nicht kostenfrei zu haben &#8211; und ich habe keine Lust, für meine kostenfrei angebotenen Inhalte Geld aufzuwenden.</p>
<p>Wenn ich das nicht mache, öffne ich mich einem beträchtlichen finanziellen Risiko durch Abmahnungen und das will ich nicht tragen.&#8221; </p></blockquote>
<p>Dieser etwas gekürzte Textauszug wurde eben von mir ausgeliehen beim <a href="http://blog.koehntopp.de/archives/2984-Offline-JMStV.html" target="_blank" class="liexternal">Blog von Kristian Köhntopp</a>, dass ebenfalls angekündigt hat zum 1.12. seine  Pforten zu schliessen, so  wie viele Andere.</p>
<p>Und ebenso, aus den selben Gründen, wird der Regioblog zum Jahreswechsel abgeschaltet.</p>
<p>Wer sich jetzt verwundert die Augen reibt, was hier bitte abgeht: Richtet eure Beschwerden an die  GRÜNEN und die SPD. Beide Parteien haben  auf Länderebene, z.B. die GRÜNEN in Nordrhein-Westfalen, dem neuen <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/JMStV" target="_blank" class="liexternal">JMStV</a> zugestimmt  oder werden dies demnächst tun! </p>
<p>Wider besseres Wissen, aus &#8220;<a href="https://twitter.com/#!/gruenenrw/status/9305356467445760" target="_blank" class="liexternal">parlamentarischen Zwängen</a>&#8220;. Mit meinen Worten: Aus Gründen des Machterhalts werfen die GRÜNEN mit ihrer Zustimmung zum JMStV ihre Glaubwürdigkeit über Bord, egal was im eigenen Programm an anderen Zielen für sinnvolle Netzpolitik steht.</p>
<p><strong>Updates 1:</strong><br />
Am 1.12. wurde bei Heute.de eine gute Zusammenfassung zur aktuellen Situation veröffentlicht, <a href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/25/0,3672,8159705,00.html" target="_blank" class="liexternal">dort</a> bitte nachlesen um was es hier eigentlich geht.</p>
<p><strong>Updates 2:</strong><br />
Am 2.12 veröffentlichte Netzpolitik.org eine übersichtliche Liste von Artikeln, die sich fachkundig mit den juristischen Folgen des neuen JMStV für Blogger beschäftigen. Wer bisher die beschwichtigenden Erklärungen von Rechtsanwalt Udo Vetter im Kopf hatte, der wird nach dem Lesen der <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/jmstv-aus-juristischer-sicht-wer-will-nochmal-wer-hat-noch-nicht/" target="_blank" class="liexternal">dort  bei Netzpolitik </a>verlinkten kritischen Anmerkungen einen anderen  Eindruck über die höheren Risiken für Blogbetreiber bekommen.   </p>
<p><strong>Update 3 vom 08.12. 12:44</strong><br />
Die Anwaltspraxis <a href="http://spreerecht.de/" target="_blank" class="liexternal">Schwenke und Dramburg</a> hat einen Flowchart (unter Creative Common Licence), also einen Ablaufplan, erstellt mit dem durchgespielt werden kann welcher Aufwand sich im Einzelnen mit dem JMStV für Blogbetreiber ergibt.<br />
<a href="http://spreerecht.de/jugendschutz/2010-12/flow-chart-zum-neuen-jugendmedienschutz-staatsvertrag-jmstv" target="_blank" class="liimagelink"><img src="http://spreerecht.de/wp-content/uploads/2010/12/jmstv_anleitung_1_flowchart.png" alt="Flowchart" title="Flowchart" width="600px" /></a><br />
Der lesenswerte <a href="http://spreerecht.de/jugendschutz/2010-12/flow-chart-zum-neuen-jugendmedienschutz-staatsvertrag-jmstv" target="_blank" class="liexternal">Artikel dazu</a> erklärt mehr…</p>
<p><strong>Update 4 vom 13.12. 20:20h:</strong><br />
Wie erwartet hat auch in Berlin die SPD in der letzten Woche dem JMStV mit ihrer Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus zugestimmt. Ich habe den Reden der SPD Abgeordneten live zugehört.  Diese Woche wird dann  auch die SPD in Nordrhein-Westfalen dem Staatsvertrag zustimmen, gemeinsam mit den Grünen, so wurde das <a href="http://www.pottblog.de/2010/12/13/in-nrw-wollen-die-spd-und-die-gruenen-fraktion-dem-umstrittenen-jugendmedienschutz-staatsvertrag-jmstv-jetzt-doch-noch-zustimmen/" target="_blank" class="liexternal">heute bekannt</a>.<br />
So ein verlogenes Pack. Von Internet keine Ahnung.</p>
<p>Was anderes, bessere Nachrichten: Am 11.12 wurde ich auf dem Kreisparteitag der Piraten Darmstadt-Dieburg auf den zweiten Platz der Liste für den hiesigen Kreistag gewählt. Ich war auf Platz 1 gesetzt, habe aber mit Norbert auch Platz zwei getauscht, weil er demnächst Teilzeit arbeitet und deshalb mehr für die Piraten tun kann als ich. Ihr könnt uns am 26. März wählen. Damit kann ich meinen Entschluss, selbst in der regionalen Politik mitzumischen erreichen. Ich will in der Politik etwas bewegen, anstatt zu kritisieren und Verbesserungsvorschläge von Aussen zu machen, wie ich es im Regioblog seit 2004 gemacht habe.<br />
Doch wir brauchen bis zum 20. Januar 2011 mindestens 142 Unterstützerunterschriften, damit unsere Partei zur Wahl überhaupt das erste Mal zugelassen wird. Unterschreiben kann jeder, der mit seinem Erstwohnsitz im Landkreis Darmstadt-Dieburg wohnt. Die Unterschrift verpflichtet zu nichts, und wird auch nicht veröffentlicht. Sie hilft uns einfach nur, um zur Kommunalwahl zugelassen zu werden. Wenn wir diese Hürde einmal genommen haben, dann können wir immer wieder antreten.<br />
Deswegen brauchen wir diesmal etwas Unterstützung, also deine Unterschrift: Um zu unterschreiben, nutze das Darmstadt-Dieburg Formular für <a href="http://bit.ly/hVC56A" target="_blank" class="liexternal">Unterstützungsunterschriften</a>, fülle es aus und schicke es per Post an: PIRATEN Darmstadt-Dieburg; Postfach 1153; 64801 Dieburg. Wir kümmern uns um die Rücksprache mit deinem Einwohnermeldeamt, damit deine Unterschrift für unsere Unterstützung auch wirklich gültig ist und zählt.<br />
Wenn du zum Ausfüllen Fragen hast, dann kann ich weiterhelfen: <a href="http://www.regioblog.de/index.php/kontakt-und-impressum/" class="liinternal">Kontakt</a>.</p>
<p>Was sich die GRÜNEN  gegenüber ihren Wählern zum Thema Netzpolitik an Verlogenheit leisten ist für jeden ein Schlag ins Gesicht, der das Internet für freie Meinungsäußerung, z.B. in einem Blog nutzt. Den GRÜNEN ist das eigene Parteiprogramm nichts wert. Wer auf das grüne Wahlprogramm reinfällt, ist selbst schuld.</p>
<p>Ich habe den Regioblog seit 2004 betrieben, unter dem Motto &#8220;Artikel und Meinungen aus Südhessen&#8221;. Über 1.200 Artikel und viele Bilder und Kommentare wurden veröffentlicht.  Einige von mir aufgedeckte Themen wurden überregional z.B. in der Frankfurter Rundschau  beachtet. Über 50 Interviews, Radiosendungen und Podcasts wurden von mir, Freunden und stillen Förderern im Hintergrund produziert. </p>
<p>Meine Gesprächspartner waren Bundestagsabgeordnete, medienpolitische Sprecher der Landtagsparteien, Landratskandidaten, Bürgermeister und regionale Akteure der Wirtschaftsförderungen und Tourismusverbände. Und auch immer wieder Berichte über andere Blogger aus Südhessen, oder gemeinsame Arbeiten mit diesen. Auch Absolventen des Studiengangs Online Journalismus waren hier öfters zu lesen.<br />
Von allen so um 2004 an den Start gegangenen Blogs ist der Regioblog der letzte südhessische Blog, der noch online ist und einen lokalen Fokus hat.</p>
<p>Mächtig stolz bin ich darauf, die vier Abweichler aus der SPD Fraktion Wochen vor der entscheidenden Abstimmung, die zum Scheitern der Yspilanti Regierung führte, richtig vorhergesagt zu haben. </p>
<p>Auch das Aufdecken der bei der Landkreisverwaltung in der &#8220;falschen Akte abgelegten&#8221; Gewässerkarten mit der bis dahin unveröffentlichten Darstellung der Vergiftungen von Gersprenz, des Darmbachs und anderer Flüsse durch Pestizide und Düngemittelrückstände geht auf mein Konto. Wobei der Google Earth Karten Mashup heute noch oft aufgerufen wird.</p>
<p>Das spätere Scheitern des Zweckverbandes Region Starkenburg wurde hier wiederholt frühzeitig in seinen Gründen analysiert. Der bundesweite erste Podcast mit einem Landrat, Matthias Wilkes der CDU Bergstrasse, zu seinen Vorbehalten gegen den Zweckverband Starkenburg ging im Regioblog auf Sendung.</p>
<p>Es war immer meine Devise, den Regioblog für andere Meinungen und Standpunkte offen zu halten. Unter den Autoren waren des öfteren auch Abgeordnete und meinungsstarke Akteure aller anderen demokratischen Parteien zu lesen. Viele Parteispitzen hat diese offenen Meinungsäußerungen außerhalb der eigenen internen Parteizirkel irritiert.<br />
Trotz aller unterschiedlichen Standpunkte ist mir dabei eines gelungen: Niemals wurde mir unterstellt, lediglich Propaganda zu betreiben.<br />
Hier konnte jeder, der anfragte ungekürzt zu Wort kommen. Wobei Lügen, Beleidigungen und falsche Unterstellungen von mir konsequent moderiert wurden, was übrigens nur sehr selten der Fall war.</p>
<p>Ihr werdet mich weiterlesen können, wobei ganz ehrlich: Wie und Wo weiß ich noch nicht. Bis dahin folgt mir auf Twitter, als <a href="http://twitter.com/gersprenz" target="_blank" class="liexternal">Gersprenz</a>.<br />
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</ul>

	Die Schlagworte zu diesem Artikel: <a href="http://www.regioblog.de/index.php/tag/digitale-medien/" title="Digitale Medien" rel="tag">Digitale Medien</a>, <a href="http://www.regioblog.de/index.php/tag/hessen/" title="Hessen" rel="tag">Hessen</a>, <a href="http://www.regioblog.de/index.php/tag/internetrecht/" title="Internetrecht" rel="tag">Internetrecht</a>, <a href="http://www.regioblog.de/index.php/tag/jmstv/" title="JMStV" rel="tag">JMStV</a>, <a href="http://www.regioblog.de/index.php/tag/parteien/" title="Parteien" rel="tag">Parteien</a>, <a href="http://www.regioblog.de/index.php/tag/piratenpartei/" title="Piratenpartei" rel="tag">Piratenpartei</a><br />
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		</item>
		<item>
		<title>Auf Kaperfahrt im Parlament</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Nov 2010 13:17:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Löwenstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kreistag]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Darmstadt]]></category>
		<category><![CDATA[Darmstadt-Dieburg]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunalwahl 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Regioblog-Herausgeber in die Piratenpartei einzutreten wirkt bei mir nach, ihr merkt es selbst: Diese Webseiten stehen in meiner Liste der wichtigen regelmässigen Arbeiten mittlerweile ziemlich weit unten. Ich kann verstehen, dass Einige von Euch darüber motzen. 

Andererseits geht es mir damit besser. Anstatt als Beobachter im Regioblog weitere Jahre Kritik zu üben und Vorschläge für eine bessere Politik zu machen gestalte ich das politische Geschehen jetzt selbst mit, in einer Partei, die mir Spass macht und mir alleine schon deshalb mehr bieten kann als SPD und Grüne zusammen. 

Wenn ihr übrigens glaubt, dass die Piratenpartei den alten Volksparteien derzeit immer neue Steilvorgaben zum Kopieren ins eigene Parteiprogramm anbietet, dann solltet ihr weiterlesen…]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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		</div>
<p>Als Regioblog-Herausgeber in die Piratenpartei einzutreten wirkt nach und ihr merkt es selbst: Diese Webseiten stehen in meiner Liste der wichtigen Arbeiten mittlerweile ziemlich weit unten. Ich kann verstehen, dass Einige von Euch darüber motzen. </p>
<p>Andererseits geht es mir damit besser. Anstatt als Beobachter im Regioblog  weitere Jahre Kritik zu üben und Vorschläge für eine bessere Politik zu machen gestalte ich das politische Geschehen jetzt selbst mit, in einer Partei, die mir Spass macht und mir alleine schon deshalb mehr bieten kann als SPD und Grüne zusammen. </p>
<p>Meine Prioritäten haben sich also verschoben, seit ich die Piratenpartei kennen gelernt habe. Viel Zeit, 18 Monate, habe ich mir dabei gelassen. Solange besuchte ich die Stammtische der Piraten, mit einigen Pausen, bevor ich mich Ende September zum Eintritt entschlossen habe.</p>
<p><strong>Wo sehe ich die Piratenpartei?</strong><br />
Die Piraten sind eine junge Partei, in vielen Punkten unsortiert. Vor ihr liegt der größere Teil der Lernkurve, wie man die eigenen Ziele auf die Strasse und ins Parlament bringt. Doch sie lernt schnell und gründlich, wozu auch gehört sich gelegentlich komplett zu blamieren, ein paar Tage die eigenen Wunden zu lecken um danach wieder aufzustehen und weiter zu machen. </p>
<p>Ich bewundere mit welchem Schwung die Piratenpartei immer wieder antritt und durch die grundsätzlich öffentlich geführten Diskussionen der gemachten Fehler, aber auch der neuen Ideen lernen will. Das dies eine erfolgreiche Strategie ist kapieren mittlerweile auch die Volksparteien.  </p>
<p>Der Preis dafür ist hoch: Jeder noch so blödsinnige neue Programmpunkt, jedes offen erkennbar schwachsinnige Vorhaben kann bei der Piratenpartei seine Bühne finden und wird ratzfatz über Nacht in tiefgreifenden Positionsfindungen bundesweit thematisiert. Leider rücken solche Diskussionen um Themen (die eigentlich keine Chance haben) immer wieder spektakulär in die öffentliche Aufmerksamkeit und verdecken dabei den Blick auf den Kern der schon abgeklärten Parteiinhalte. </p>
<p>Für eine junge Partei, die keinen Bauchladen mit einem &#8220;Von allem ein bisschen&#8221; Programm anbieten will ist das ziemlich aufregend und manchmal auch zermürbend.</p>
<p><strong>Die Volksparteien schottern sich selbst: Weil die neuen Programmpunkte den Vorständen auf dem Land nix bedeuten</strong><br />
Eine alte Partei scheint Vorteile zu haben, wenn erstmal das eigene Programm nach vielen Parteitagen schußfest wurde. Kräfteraubende Diskussionen entfallen, weil die meisten auf den ersten Blick mit dem Prädikat &#8220;Neu&#8221; hoch poppenden Themen bei genauer Betrachtung in der Antragskommission schon früher mit einem Positionspapier oder Programmbeschluss  grundsätzlich geklärt wurden. Alte Parteien beherrschen deshalb das routinierte und geschmeidige Einsortieren von neuen Inhalten in das eigene Programm perfekt. Solange das Neue nicht wirklich Neu ist.</p>
<p>Und das ist bei den Themen Netzpolitik und dem Umgang mit digitalen Medien schlicht der Fall: Beide sind für die Mehrheit der SPD- und Grünen Mitglieder Alienthemen. </p>
<p>Das Internet ist in den Mittelpunkt der Kommunikation junger Menschen gerückt und damit unverzichtbar für die laufende Erneuerung unserer (!!)  kulturellen Werte geworden. </p>
<p>Ich rede hier nicht über eine Justierung von etwas verstaubten kulturellen Werten im christlich-abendländischen Wertekanon, es geht vielmehr um die Klärung, wie unsere zukünftigen, global überall nahezu zeitgleich zu erlebenden kulturellen Werte ausgetauscht werden können. Ungehindert &#8211; oder reglementiert. </p>
<p>Es geht nur vordergründig um die Klärung bekannt klingender Fragen: Was ist Öffentlichkeit &#8211; und wo beginnt das Private. Ist Öffentlichkeit nur religionsgläubigen Männern vorbehalten? Was ist eine digitale Kopie vor dem Gesetz wert, und welche Rechte hat der Urheber des Originals daran (…falls es jemals ein Original gab und falls es überhaupt einen Urheber gibt, der nach dem bisherigen Rechtsempfinden als solcher auch gelten darf in Zeiten, in denen &#8220;Urheber&#8221; immer größere Teile ihrer Manuskripte, Drehbücher oder Musikstücke aus anderen Vorlagen kopieren und in immer neuen Versionen mischen).</p>
<p>Vordergründig deshalb, weil wir die Fragen im lokalen Kontext  diskutieren, und dabei übersehen, dass für die globale Klärung derselben Fragen Kriege geführt werden.</p>
<p>Neue Positionen der alten Parteien zu Digitalen Medien und Netzpolitik werden erst jetzt ganz langsam in SPD und den Grünen mehrheitsfähig, finden erst jetzt langsam die notwendige Aufmerksamkeit im Berliner Veranstaltungszirkus der alten Volksparteien mit netzpolitischen barcamps und Kongressen ( … aktuelle Eindrücke dazu von <a href="http://www.twitter.com/mrtopf" target="_blank" class="liexternal">mrtopf</a>: <a href="http://mrtopf.de/blog/politik-politics/nk10/" target="_blank" class="liexternal">&#8220;Es braucht mehr Mut! – Eindrücke vom netzpolitischen Kongress der Grünen&#8221;</a>).</p>
<p>Doch die alten Parteien scheitern dabei an der wichtigsten Voraussetzung für Erneuerung: An Menschen, welche die im Parteiprogramm verordnete Erneuerung in der eigenen Partei umsetzen können und dafür in den eigenen Reihen auch Mehrheiten gewinnen können.</p>
<p>Anders als bei der  Piratenpartei ist in der Vita der gealterten Mitglieder der Volksparteien kein gewachsener Resonanzboden eigener Erfahrungen mit &#8220;dem Internet&#8221; entstanden der bei den neuen Themen zu schwingen anfangen könnte. Stattdessen blockieren Vorurteile,  substanzlose Argumente und ein falscher Stolz auf die eigene mit dem Alter erworbene Kompetenz  die faire Beschäftigung mit &#8220;dem Internet&#8221;. </p>
<p>Die meisten Parteimitglieder aller Volksparteien und der Linken ab einem Alter von ~ 45 Jahren leben eine andere Wertekultur, die von &#8220;dem Internet&#8221; unberührt blieb, und zum Fremdkörper in unserem neuen kulturellen Wertekanon geworden ist.  Die Träger der alten Wertekultur zeichnen sich nicht nur aus durch das unbedingte Beharren auf der Fortdauer des eigenen kulturellen Wertekanons, -das war schon immer so-, sondern auch dadurch, dass sie die Inhaber  politischer Macht sind, in ihrem Ortsverein, im Rathaussessel, im Fraktionsvorstand. </p>
<p>Vorstände, Arbeitsgemeinschaften und Bundesparteitage der alten Volksparteien können zu den Themen Digitale Medien und Netzpolitik an neuen Positionen beschliessen was immer ihnen einfällt: Die Altvorderen in den Kommunen werden ihnen nicht folgen, weil sie es nicht mehr können. </p>
<p>Bestenfalls werden in den jetzt zu beschliessenden kommunalen hessischen Wahlprogrammen der alten Volksparteien nur rudimentäre Fetzen der neuen Bundespositionen zu Netzpolitik und digitalen Medien erkennbar sein.</p>
<p>Und deswegen schottern sich die alten Volksparteien derzeit selbst.</p>
<p>Die Piratenpartei Darmstadt und Darmstadt &#8211; Dieburg tritt an um in den Kreistag Darmstadt-Dieburg und das Darmstädter Parlament einzuziehen. Und die Chance dazu haben wir!</p>
<p>Sieben Jahre lang habe ich den Regioblog gestaltet, und ihr habt ihn gelesen. Mittlerweile zweifele ich selbst daran ob es Sinn macht den Regioblog wie bisher (…oder überhaupt) fortzusetzen, solange ich die Mitarbeit bei den Piraten für wichtiger halte.</p>
<p><small><br />
Noch eine Bitte an Euch:</p>
<p><strong>Spendet für die Piratenpartei</strong><br />
Piratenpartei Deutschland KV Darmstadt<br />
Kontonummer : 4611004<br />
BLZ: 50890000<br />
Volksbank eG Darmstadt<br />
Stichwort: Wahlkampf Darmstadt</p>
<p>Die Chancen Piraten im Parlament zu erleben steigen mit einem guten Wahlkampf, und der kostet Geld!</small></p>
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</ul>

	Die Schlagworte zu diesem Artikel: <a href="http://www.regioblog.de/index.php/tag/darmstadt/" title="Darmstadt" rel="tag">Darmstadt</a>, <a href="http://www.regioblog.de/index.php/tag/darmstadt-dieburg/" title="Darmstadt-Dieburg" rel="tag">Darmstadt-Dieburg</a>, <a href="http://www.regioblog.de/index.php/tag/kommunalwahl-2011/" title="Kommunalwahl 2011" rel="tag">Kommunalwahl 2011</a>, <a href="http://www.regioblog.de/index.php/tag/parteien/" title="Parteien" rel="tag">Parteien</a><br />
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		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Thesen zu den Grünen: Träger der Macht oder Urheber politischer Leitbilder?</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 14:53:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Löwenstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Die GRÜNEN]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunalwahl 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Parteien]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wertediskussion]]></category>

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		<description><![CDATA[Ganz kurz eine erste Sammlung von auf dem Stammtisch in Darmstadt gärenden Thesen, wie wir Unterschiede zwischen der Piratenpartei und den Grünen diskutieren, ausgelöst durch die Copy &#038; Paste Aktion einer grünen Landes AG. Programmatische Inhalt im Entwurf des öffentlichen einsehbaren Piratenpad der Hessen sind offenbar höchst attraktiv. Doch ist es wirklich so einfach, neue programmatische Inhalte in den Wahlkampf einzuführen: Kopieren, was woanders im Original diskutiert wird, und dann auf die eigene Umsetzungsstärke der eigenen Parteistrukturen bei diesen aufgepfropften Themen hoffen? Ob der Wähler Original von der Kopie unterscheiden kann?]]></description>
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<div class="picleft"><img alt="copy paste (cc) von Yann!s" src="http://farm3.static.flickr.com/2296/2401421989_e05053cbf7.jpg" title="copy paste (cc) von Yann!s" width="600" /></div>
<p>Ganz kurz eine erste Sammlung von auf dem Stammtisch in Darmstadt gärenden Thesen, wie wir Unterschiede zwischen der Piratenpartei und den Grünen diskutieren. Die Überlegungen wurden ausgelöst durch die Copy &#038; Paste Aktion einer grünen Landes AG, aus unserem PiratenPad in ihre Inhalte zur Kommunalwahl 2011. Unsere gegenwärtigen Inhalte, als Entwurf im öffentlich Piratenpad der Hessen einsehbar, sind offenbar höchst attraktiv. Doch ist es wirklich so einfach, neue programmatische Inhalte in den Wahlkampf einzuführen: Kopieren, was woanders im Original diskutiert wird, und dann bei diesen aufgepfropften Themen auf die Umsetzungsstärke der eigenen Parteistrukturen, hier einer Landes-AG  hoffen?</p>
<p>Wir schauen gespannt zu und reden darüber, werfen Steine in den Teich:</p>
<ul>
<li>Die Werte der politikinteressierten Jugend floaten via dialogorientierter Medien, die der altvorderen Grünen Politiker auf dem Land via Leitmedien. Die Kommunikationsbrücke zwischen beiden ist sehr schmal geworden.</li>
<li>Altvordere Grüne in Orts- und Kreisvereinen filtern instinktiv nur die traditionellen kommunalen Inselthemen, die für den jetzigen Koalitionspartner attraktiv sind. Dadurch wurden sie zu  Symbionten, deren politisches Wertebild und Wahlinhalte vom Wirt SPD dominiert werden. Bisher kaum auch kaum inder Diskussion: Viele grüne Kreisverbände und Ortsvereine leben in den Kommunen unterschiedlichste grüne Insel Wahlprogramme , die sich einem interkommunalen Dialog und einer landesweiten Harmonisierung grüner Themeninhalte verweigern würden. Die kommunalen Ortsvereine sind sich heute untereinander fremder als beim <a href="https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Realo" target="_blank" class="liexternal">Realo</a>- Fundi Streit in den 80&#8242;ern. </li>
<li>Mit dem neuen Thema &#8220;Netzpolitik und Digitale Medien&#8221; bietet sich den Grünen ein historisch einmaliges Problem ihrer Geschichte. Es ist ein Themen-Alien: Die Vita der altvorderen grünen Entscheider außerhalb der Städte bietet dazu keinen Resonanzboden. Damit ist auch das erste Programmthema erkennbar geworden, dass von der grünen Parteispitze aus nach Unten durchgesetzt werden soll &#8211; und an dessen Assimilation in der Kommunalpolitik tätige Grüne außerhalb der Städte scheitern werden.</li>
<li> Wenn man die Frage stellt, &#8220;Ähneln ländliche Grüne Ortsvereine immer mehr Sekten?&#8221; dann antworten junge Grüne &#8220;Ja&#8221;. Altvordere Grüne sagen &#8220;Nein&#8221;. Wobei sich die Jungen dann schon von der Mitarbeit bei den Grünen im Ort verabschiedet haben, vor allem in kleineren Orten unter 25.000 Einwohnern, wo Altvordere die Grünen machtorientiert mit traditionellen Themen gestalten.</li>
<li>Die Wege der machtorientierten Aktiven beider Parteien unterscheiden sich erheblich: Inkompetente delegationsgeile Sympathen machen bei den Piraten den Social-Media Tschaka-Tschaka in Aktivenlisten und via Twitter, um im Liquid Feedback der Piraten mehr auf sie delegierter Stimmkraft  zu erlangen &#8211; und sie werden kompetenten Unsympathen vorgezogen. Mir fällt auf, dass Erstere dabei regelmäßig selbst für kein Amt kandidieren, sondern lieber entscheiden wollen, wer ein Amt bei den Piraten bekommt.</li>
<li>Bei den Grünen sind die Ämter seit langem in den selben Händen etablierter Machtzirkel. Die altvorderen Spitzen in den Orts- und Kreisvereinen wehren gegenwärtige jene Themen ab, bei denen sie entweder keine eigene Kompetenz haben, oder keinen unmittelbaren Resonanzboden in ihrer eigenen verbleibenden Zeitspanne eines für die SPD aktiven Koalitionspartners erkennen können. Und sie würden ihren Abgang als Scheitern ihres Lebenswerkes werten.</li>
</ul>
<p>Die Diskussion geht weiter…</p>
<p><small>Bild: &#8220;copy paste&#8221; (cc) von <a href="http://www.flickr.com/photos/yannisag/" target="_blank" class="liexternal">Yann!s</a></small><br />
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		<title>1 Jahr, 3 Monate, keine Glaubwürdigkeit – Was hätte Tauss beachten müssen?</title>
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		<pubDate>Fri, 28 May 2010 11:11:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Löwenstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Internetrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Kinderpornografie]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich habe kurz vor der Verurteilung von Tauss ein Interview mit dem Vorstand der <a href="http://www.priormart.com/de">PriorMart AG</a>, Peter Schilling, geführt. PriorMart bietet mit dem Motto "...Ihr Copyright braucht ein Zuhause" eine interessante Leistung an: Die Sicherung der eigenen Gedanken und Ideen, Stichwort Urheberrecht. Anders als beim eigenen Backup oder dem eigenen Tagebuch ist diese Sicherung auch vor Gericht glaubwürdig, als "Hinterlegung" beim Notar. Hätte Tauss eine notarielle Hinterlegung genutzt? Peter Schilling war sofort zu einem Interview bereit.]]></description>
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<div class="picleft"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3067/2831381756_df969fb0cd_d.jpg" width="600" alt="(cc) Kriechstrom" title="(cc) Kriechstrom">
<div style="clear:left;">Bild: &#8220;Geplätscher&#8221; (cc) von <a href="http://www.flickr.com/photos/kriechstrom/" target="_blank" class="liexternal">kriechstrom</a></div>
</div>
<p> Das Urteil ist gesprochen: 1 Jahr und drei Monate auf Bewährung. Ich habe ein Urteil erwartet, dass Tauss abstraft. Seine Ignoranz im Umgang mit geltendem Recht hat mich von Anfang an genervt.<br />
Was hätte Tauss beachten müssen, um der Verurteilung zu entgehen? Glaubwürdig bleiben? Wer ermittelt, und dabei aus welchen Gründen auch immer meint, sich über geltende Gesetze hinwegsetzen zu müssen muss seine Motive auch Monate später noch glaubwürdig und außergewöhnlich gut dokumentiert darstellen können. </p>
<blockquote><p>Staatsanwältin Stephanie Egerer-Uhrig ließ von Anfang an keinen Zweifel daran, dass sie die Erklärungen Tauss&#8217;, er habe nicht aus pädophilem Interesse, sondern als politischer Aufklärer in der Szene recherchiert, für nicht mehr als eine &#8220;Schutzbehauptung&#8221; hält. Stringent hat sie in ihrer Argumentation vor Gericht die Widersprüche in den Aussagen des kinderlos verheirateten 56-Jährigen gezeigt.</p></blockquote>
<p><small>Quelle <a href="http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,697300,00.html" target="_blank" class="liexternal">Spiegel Online</a></small></p>
<p><strong>Wie hätte Tauss es besser machen können, um seine Glaubwürdigkeit zu behalten? </strong></p>
<p>Ich habe kurz vor der Verurteilung von Tauss ein Interview mit dem Vorstand der <a href="http://www.priormart.com/de" target="_blank" class="liexternal">PriorMart AG</a>, Peter Schilling, geführt. PriorMart bietet mit dem Motto &#8220;&#8230;Ihr Copyright braucht ein Zuhause&#8221; eine interessante Leistung an: Die Sicherung der eigenen Gedanken und Ideen, Stichwort Urheberrecht. Anders als beim eigenen Backup oder dem eigenen Tagebuch ist diese Sicherung auch vor Gericht glaubwürdig, als &#8220;Hinterlegung&#8221; beim Notar. Hätte Tauss eine notarielle Hinterlegung genutzt? Peter Schilling war sofort zu einem Interview bereit.</p>
<p><strong>Peter Löwenstein:</strong> Manchmal müssen Recherchen verdeckt sein. Ein bekanntes Beispiel ist der Reporter, der mit Waffenattrappen im eigenen Gepäck die Wirksamkeit von Sicherheitschecks an Flughäfen überprüft, zuletzt so in Holland passiert. Wenn er erwischt wird, braucht er eine glaubwürdige Erklärung. Wie kann mir da eine notarielle Hinterlegung nutzen?</p>
<p><strong>Peter Schilling</strong>: Die Glaubwürdigkeit der Erklärung wird geschwächt, wenn der Eindruck entsteht, es handelt sich um eine Schutzbehauptung. Wenn es keinerlei Beweise dafür gibt, dass die Absicht bereits vorher bestanden hat, kann sie genauso gut erst nach dem Erwischtwerden erfunden worden sein. Es muss also im Interesse des verdeckten Ermittlers liegen, VORHER Nachweise seiner Absicht zu sichern. Gleichzeitig besteht die berechtigte Sorge, durch die Ankündigung an Dritte die Geheimhaltung zu gefährden.<br />
Einen Ausweg bietet die Hinterlegung der Dokumente und Planunterlagen bei einem Notar. Der Notar ist zur Geheimhaltung verpflichtet. Durch die notarielle Urkunde ist nachweisbar, dass bereits vor dem Erwischtwerden die geäußerte Absicht bestand.<br />
Eine notarielle Hinterlegung kann jederzeit durch einen Dateiupload beim Online-Anbieter www.priormart.com beauftragt werden. Der Notar bestätigt den Hinterlegungszeitpunkt, der Inhalt der hinterlegten Datei bleibt sogar für den Notar geheim. Die notarielle Beglaubigung erhält der Kunde per Post.</p>
<p><strong>Peter Löwenstein</strong>: Gut. Nehmen wir an, der verdeckt recherchierende Journalist hat eine  Hinterlegung beim Notar vorgenommen. Darin erklärt er, dass er die Kinderporno &#8211; Tauschbörsen erkunden will, wozu auch die eigene aktive Teilnahme am Tausch der Bilder gehört, falls notwendig.<br />
Der Inhalt der entsprechenden Erklärung ist geheim. Und bleibt auch Geheim, solange der Journalist selbst das Dokument nicht offenlegt.. Somit nutzt sie dem Journalisten eigentlich auch nichts, wenn er erwischt wird. Denn der Staatsanwalt wird sagen: Toll. Wenn man es braucht zieht man bei einer Anklage die Ankündigung der Straftat aus der Tasche. Wird man nicht erwischt, dann wird die Ankündigung vom Straftäter womöglich auch nie öffentlich gemacht &#8211; und damit als Beweisstück wertlos.<br />
Wie wäre dieses Dilemma zu lösen? Gibt es eine Hinterlegung, deren Ende zeitgesteuert ist und vom Journalisten auch nicht aufgehoben werden kann? Oder sehen sie noch andere Lösungen für dieses Problem?</p>
<p><strong>Peter Schilling</strong>: Eine vorher festgelegte Veröffentlichung würde nicht zum Ziel führen. Wird ein fester Termin vereinbart, ist die Ermittlung dann evt. noch nicht abgeschlossen und die Veröffentlichung gefährdet Beteiligte oder entwertet Ermittlungsergebnisse. Wird ein variabler Termin vereinbart, kann immer ein Grund gefunden werden, die Veröffentlichung aufzuschieben, z.B. wegen einer erforderlichen Verlängerung der Aktion. Und würde die Veröffentlichung an eine Anklage des Hinterlegers gebunden, hätte sie denselben Effekt wie im &#8220;normalen&#8221; Fall, der Hinterleger veröffentlicht die Urkunde erst, wenn er erwischt wird, sonst nicht.</p>
<p>Man darf aber auch nicht vergessen, dass die Ermittlung von Straftaten weder Aufgabe von Privatbürgern noch Parlamentariern ist. Entsprechend stehen eben keine Möglichkeiten zur Verfügung, mit denen man sich 100%ig reinwaschen kann, wenn man bei einer Straftat erwischt wird. Das Strafgesetzbuch sagt dazu, dass der Umgang mit kinderpornografischem Material dann straffrei sein kann, wenn Handlungen wie Besitz oder Weitergabe „ausschließlich der Erfüllung rechtmäßiger dienstlicher oder beruflicher Pflichten dienen“. Was das genau ist, bleibt offen.</p>
<p>Im Fall Tauss könnte eine lückenlose Hinterlegungskette ein Indiz für eine berufliche Beschäftigung geben. Dieses Indiz ist klein aber nicht gering. Es wäre fast ein Akt des Wahnsinns, wenn alle Taten vom Täter sauber aufgelistet werden. Jeder Staatsanwalt würde sich die Hände reiben. Auch die öffentliche Wahrnehmung wäre deutlich besser gewesen. Hätte Herr Tauss alle 2 bis 3 Tage dokumentiert und notariell hinterlegt, welche Aktivitäten er getätigt hat, wäre in der Außendarstellung vermutlich ein anderes Bild entstanden.</p>
<p>Zeitnahe Hinterlegungen bringen es auch mit sich, dass unter Zeitdruck und unter emotionaler Anspannung geschrieben wird. Da nachträgliche Änderungen an hinterlegten Dokumenten ausgeschlossen sind, wären diese Protokolle zu einem hohen Grad authentisch und zur Wahrheitsfindung geeignet.</p>
<p>Eine regelmäßige notarielle Hinterlegung kann bewerkstelligt werden, in dem man den PriorMart-Service nutzt. Dort werden Tarife angeboten, die unbegrenzt viele notarielle Hinterlegungen pro Monat ermöglichen. Vertrauensbildend wäre in diesem Zusammenhang auch, wenn Herr Tauss seinen dann bestehenden Kundenzugang den Behörden zur Verfügung gestellt hätte. Diese könnten dann selbst die Dokumente abrufen und sich von der Vollständigkeit der Unterlagen überzeugen. Die Fülle der Unterlagen böte bessere Chancen, die wahren Zielen des Hinterlegers zu ermitteln.<br />
<strong>Soweit bis hierhin das Interview.</strong> </p>
<p>Ich überlasse es Euch, jetzt zu überlegen, wie naheliegend eine solche Lösung der notariellen Hinterlegung für Tauss gewesen sein müsste. </p>
<p><small>Disclaimer: Ich werde für diesen Artikel nicht bezahlt,  und es handelt sich auch um keine Auftragsarbeit. Mit der PriorMart habe ich keinerlei geschäftliche Beziehungen.</small><br />
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		</item>
		<item>
		<title>Bundesparteitag: Reizthema Leena Simon und Piratenpartei</title>
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		<pubDate>Sat, 15 May 2010 22:15:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Löwenstein</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Bingen]]></category>
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		<category><![CDATA[Gender]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>

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		<description><![CDATA[Mitte Mai traf sich die Piratenpartei in Bingen zu einem Bundesparteitag. Am ersten Tag wurden von der Versammlungsleitung 1000 Teilnehmer vor Ort und noch einmal 1000 Zuschauer am per Internet übertragenen Livestream verkündet. 

Als bis dahin einzige weibliche Kandidatin entschloss sich Leena Simon vom Landesverband Berlin unmittelbar vor Beginn der Veranstaltung, für den stellvertretenden Parteivorsitzenden zu kandidieren. 

Klingt nach einem normalen Vorgang. War es aber nicht…]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
		</div>
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<div style="clear:left;">Bild (cc) von <a href="http://www.flickr.com/photos/v1nz-org/" target="_blank" class="liexternal">vinzv</a></div>
</div>
<p><strong>Update:  Am Artikelende eine Sammlung von Auszügen aus anderen Blogbeiträgen. Und der Namen wurde überall auf &#8220;Leena Simon&#8221; korrigiert.</strong></p>
<p> An diesem Wochenende <del datetime="2010-05-16T20:43:36+00:00">trifft</del>traf sich an zwei Tagen <a href="http://bpt.piratenpartei.de/" target="_blank" class="liexternal">die Piratenpartei in Bingen</a> zu ihrem <a href="http://wiki.piratenpartei.de/Bundesparteitag_2010.1" target="_blank" class="liexternal">Bundesparteitag 2010</a>. Am ersten Tag, gestern, wurden von der Versammlungsleitung 1000 Teilnehmer vor Ort und noch einmal 1000 Zuschauer am per Internet übertragenen Livestream verkündet. </p>
<p>Als bis dahin einzige weibliche Kandidatin entschloss sich Leena Simon vom Landesverband Berlin kurzfristig, als stellvertretende Parteivorsitzende zu kandidieren. </p>
<p>Klingt nach einem normalen Vorgang. Jemand entschliesst sich zu kandidieren, und gibt seine Kandidatur bekannt. Redet mit Parteikollegen und der Presse.</p>
<p>Allerdings sind weibliche Kandidaten bei den Piraten so selten anzutreffen wie bei keiner anderen Partei (im Vergleich zur CDU/CSU, SPD, GRÜNE, FDP und  DIE LINKE). </p>
<p>Nehmt euch die Zeit und lest das folgende Protokoll der Vorstellung von Leena Simon. Ich habe das Protokoll ohne inhaltliche Bearbeitungen vom offiziellen Protokoll der gestrigen Versammlung, <a href="http://wiki.piratenpartei.de/Bundesparteitag_2010.1/Protokoll" target="_blank" class="liexternal">zu finden auf den Webseiten der Piratenpartei</a>, kopiert. </p>
<p>Wer mit wenigen Blicken nachlesen will was im Kern passierte liest die von mir mit <strong>rot farblich markierten Stellen</strong>, die meiner Meinung nach deutlich machen, wie schwierig die Piratenpartei mit ihren Kandidatinnen umgeht. Ich habe dazu an passender Stelle gelegentlich kommentiert, gekennzeichnet in <em>kursiver Schrift</em>.</p>
<p><strong>Zum Ablauf:</strong></p>
<p>Leena Simon  stellte sich vor und begründete ihre Kandidatur für das Amt der stellvertretenden Parteivorsitzenden.<br />
Anschliessend stellte die Versammlungsleitung an alle Kandidaten gleiche Fragen, danach konnten aus der Versammlung Fragen gestellt werden. Dazu musste man sich in eine Rednerliste eintragen.</p>
<p>Dieses Verfahren war bei allen Kandidaten bis dahin gleich.</p>
<p><strong>Bemerkenswert war, was bei Leena Simon passierte: </strong></p>
<ul>
<li>Vor der Vorstellung von Leena Simon war z.B. bei Twitter zu lesen, wie mit ihrer Vorstellung umzugehen sei. Tipps, Ankündigungen und Verhaltensratschläge wurden gegeben. Die ca. 20 getwitterten Ratschläge waren in ihrer Botschaft deutlich: Lasst euch nicht provozieren, stellt sachliche Fragen, ignoriert ihre Provokationen, geht nicht auf sie ein und wählt sie nicht. Was auffiel: Solche Hinweise waren bei keinem der bis dahin vorgestellten Kandidaten bei Twitter zu lesen. Als Absender der Tweets waren auch Teilnehmer des Bundesparteitages der Piraten zu erkennen… </li>
<li>Keine andere Kandidatur wurde von so vielen Anträgen zur Geschäftsordnung unterbrochen, die das Ziel hatten den Ablauf ihrer Vorstellung zu verändern. So sollte z.B. schließlich mit einem Antrag die Redezeit der Frager aus dem Publikum auf 0 Minuten 0 Sekunden reduziert werden. Ungehalten äußerte sich der Versammlungsleiter mit den Worten, laut Protokoll: &#8220;Ich weiß, dass Leena polarisiert und umstritten ist. Aber solange ich die Versammlung leite hat sie die gleichen Rechte&#8221;.
</li>
</ul>
<blockquote><p>Zur Erklärung: Ein &#8220;GO&#8221;  ist ein Antrag zur <strong>G</strong>eschäfts<strong>o</strong>rdnung. Solche Anträge können jederzeit gestellt werden, indem der Antragsteller beide Arme hebt. Sie haben das Ziel, den Ablauf der Veranstaltung zu ändern. So kann z.B. beantragt werden, einen Punkt der Tagesordnung vozuziehen. Oder die Redezeit von zu verlängern oder zu verkürzen. Solche Anträge werden auch benutzt, um den Ablauf der Veranstaltung je nach Verlauf zu straffen. Erfahrende Parteigänger benutzen solche Anträge  allerdings zur Beeinflussung des Parteitages in ihrem Sinne, woraus sich bei schwacher Versammlungsleitung regelrechte GO-Schlachten konkurrierender Lager oder Kandidaten entwicklen können. Ich habe Absätze im Protokoll mit GO&#8217;s eingerückt, wie diesen hier…<br />
??? = wurde vom Protokollanten nicht verstanden<br />
LMV = Landesmitgliederversammlung<br />
LD-Sys. = internes Online Abstimmungssystem der Piratenpartei zur Meinungsfindung oder Abstimmung über Anträge<br />
LV = Landesverband der Piratenpartei<br />
JuPis = Jung Piraten, Jugendorganisation der Partei<br />
PP = Piratenpartei</p>
</blockquote>
<p><strong>-Vorstellung Leena Simon, Kandidatin für das Amt der stellvertretenden Parteivorsitzenden &#8211; Das inhaltlich unveränderte Protokoll vom  gestrigen Bundesparteitag der Piratenpartei in Bingen.</strong></p>
<p> Versammlungsleiter: Wir kommen zum nächsten Kandidat oder Kandidatin.</p>
<p>Simon: Mir war nach der letzten Wahl die Männerquote hier oben etwas zu hoch. Ich bin aus dem LV Berlin. Studiere ???? und Linguistik im Endstadium. Beschäftige mich ??? und immaterialgütern. Ich bin gegen das Binnen-I, auch wenn mir das oft unterstellt wird. Ich möchte vor allem an der pol. Reife der Partei arbeiten. Ich bin freie Softwareaktivistin. Bildung ist auch eins meiner Themen, ich möchte mich sehr dafür einsetzen, dass wir eine deutliche Distanz zu Nazis finden. Ich bin sehr bemüht, ich wünsche mir, dass wir unsere Themen eher erweitern. Ich setze mich auch ein gegen Atomenergie, gegen privat. von Gewinnen und sozialisierung von Verlusten. Ich möchte, dass diese Partei die 5% Hürde knackt. Und ich glaube, dass das nur geht, wenn wir auch die weibliche Hälfte der Wahlbevölkerung überzeugen. Warum sidn wir so wenige Frauen und wie k8onnen wir das ändern?</p>
<blockquote><p>GO-Antrag auf Schließung der Rednerliste, formelle Gegenrede.<br />
Begründete Gegenrede: Wir haben alle drei anderen Kandidaten befragt und dann die Rednerliste geschlossen.<br />
Der Versammlungsleiter stellt fest, dass die Mehrheit der Anwesenden dafür ist.</p></blockquote>
<p>Wahlleiter: Was ist dein größter Fail auf Bundesebene?<br />
Simon: Dass ich heute hier keine Decke mitgenommen habe und mich erkältet habe.</p>
<p>Wahlleiter: Was ist dein größter Fail auf Landesesebene?<br />
Simon: Das ich zu spät bei der letzen LMV war und daher ??? nicht gewahlt habe.</p>
<p>Wahlleiter: Warum vrostand?<br />
Simon: Ich denke, Jens braucht einen starken Gegenpart im Vorstand und die weiblichen Seiten sind noch zu wenig vertreten.</p>
<p>Wahlleiter: Wenn ein LD-Sys. einen Willen bildet, der deinem Willen entgegensthet, wie gehst du damit um?<br />
Simon: Ich bin immer dafür sich mit den Vor- und Nachteilen neuer Technologien zu sehen. Ich beschäftige mich im Rahmen meiner Magisterprüfung mit LD. und mit den Schwierigkeiten von Basisdemokratie. ??? Man muss auch vorsichtig sein, dass man nicht zu blind folgt. Aber ich unterstütze das.</p>
<p>Wahlleiter: Deine Kandidatur ist noch nicht so lange bekannt, warum?<br />
Simon: Es war hier keine einzige Frau zur Wahl und ich finde, Jens braucht einen starken Gegenpart.</p>
<blockquote><p>GO-Antrag auf Begrenzung der Redezeit der Fragesteller auf 15 Sekunden, formelle Gegenrede.<br />
Der Versammlungsleiter stellt fest, dass die Mehrheit der Anwesenden dagegen ist.<br />
GO-Antrag auf Begrenzung der Redezeit der Fragesteller auf 30 Sekunden, formelle Gegenrede.<br />
Der Versammlungsleiter stellt fest, dass die Mehrheit der Anwesenden dafür ist.</p></blockquote>
<p><span style="color:red;">Frage: Welche Fähigkeiten bringst du für das Amt mit, außer zuerst mit der Presse zu reden und dann mit deinen Mitpiraten?</span></p>
<p>Applaus.<br />
Frage: &#8230; welche Impulse abgesehen von Gender willst du einbringen? Und hälst du dich für eine polarisierende oder eine integrierende Persönlichkeit.<br />
Simon: Ich habe zuerst mit meinen Mitpiraten gesprochen. Ich kann medial &#8211; ich kann mit den Medien umgehen. Ich habe mich mit pol. und philosophe viel beschäftigt. Andere Themen: Freie Bildung, gegen Atom, ich finde es wichtig, dass Frauen auch durch Themen sichtbar werden.</p>
<p><span style="color:red;">Frage: Du hast ja schonmal einen Schutzraum gebraucht, bist du stark genug für den Vorstand? Du hast schonmal Piraten von Diskussionen ausgeshclossen, wirst du auch im Vorstand so intransparent sein. Wirst du weiter für LEute reden, die dich nicht beauftragt haben?</span><br />
Simon: Die Piraten treten auch ein für Privat- oder Piratsphäre. Das hat einen Guten grund. Ich habe niemals behauptet, für alle Frauen in Der Piratenpartei zu sprechen. Und die Kraft die traue ich mir zu, aber halle.</p>
<p><span style="color:red;">Frage: Du betonst immer sehr die weibliche Seite. Als Vorstandsmitglied solltest du aber die gesamte Basis vertreten. Glaubst du auch die Männer vertreten zu könenn.</span><br />
Simon: Ich glaube sonst könnte ich es in dieser Partei nicht aushalten. Ich habe aber keine Sorge das die männl. Sicht hier zu kurz kommtL<br />
Ist die Gender-Debatte dir wichtiger als die Kernthemen? Und zum Gegenpart: Wirst du nihct mit Jens zusammenarbeiten? UNd warum trittst du eine Sache los, die seit Jahren abgeschlossen ist.</p>
<p><span style="color:red;">Frage: Ist die Gender-Debatte dir wichtiger als die Kernthemen? Und zum Gegenpart: Wirst du nihct mit Jens zusammenarbeiten? UNd warum trittst du eine Sache los, die seit Jahren abgeschlossen ist.</span><br />
Simon: Ich halte die Gender-Debatte nihct für wichtiger, habe das auch versucht, bis ich gemerkt habe das geht so für mich so nicht weiter. Und warum müssen sich alle immer einig sein? Uneinigkeit ist der Beste Weg zu einer guten Lösung.</p>
<p>Frage: Du bist im Landesverband Berlin Mitglied. Wie sehr bist du dort integriert, wo arbeitest du mit? Wie schätzt du den Rückhalt dort ein?<br />
Simon: Nachdem ich vom LV Berlin verbannt wurde wegen parteischädigenden Verhaltens habe ich mich dort etwas zurückgezogen. Vorher war ich sehr aktiv, war auch in einer Crew in Kempten bis ich umgezogen bin. War oft bei den Treffen. Im Moment bin ich vom LV etwas enttäuscht.</p>
<p><span style="color:red;">Frage: Da du Vorsitzende der JuPis Berlin bist. Dieser LV existiert praktisch nicht. Wie kannst du im BuVo der PP bessere Arbeit machen?</span><br />
Simon: Die Vereinbarung bei den JuPis war, dass ich mich um die Pressearbeit und Außenwirkung kümmer, während die Inhaltliche Arbeit von den restlichen Leuten gemacht werden sollte. Ist also eher Teamproblematik. ???</p>
<p>Frage [Frau, muss mal gesagt werden]: Gender-Diskussion besteht nunmal im Moment, sind wir nicht Piraten geworden um als Menschen gesehen zu werden und nicht in Gruppen eingeteilt zu werden.<br />
Standing Ovations. Frage: Dann versuche ich es nochmal. Wie kann ich mich als PiratIn als Mensch in eine Schublade stecken lassen? Müsste ich dann nicht zu den Grünen gehen.<br />
Applaus.<br />
Simon: Ich habe die Erfahrung gemacht, es passiert. Auch wenn wir uns einreden, dass so etwas bei uns nicht passiert. Wir dürfen nicht so tun, als ob es das nicht gäbe. Das Problem muss gelöst werden.</p>
<p>Frage: Vielen Dank, dass du kandidierst. Das gibt dem Parteitag die Möglichkeit, darüber etwas zu sprechen. <span style="color:red;">Hälst du das Geschlecht für ein diskriminierendes oder qualifizierendes Merkmal.</span><br />
Simon: Ich finde es sollte gar kein relevantes Merkmal sein.<br />
Applaus.<br />
Simon: &#8230; Menschen habe unterschiedliche Fähigkeiten. Natürlich gibt es unterschiedliche Qualifikationen, wir sollten alle davon integrieren.</p>
<p><span style="color:red;">Frage: Mit der ganzen Debatte die du losgetreten hast, hast du darüber nachgedacht, dass die Partei eine offene Partei ist. Auch für Menshcen die zwischen den Geschlechtern stehen. Mit dieser Debatte hast du diese Menschen diskriminiert. Wie willst du als stellv. Vorsitzende für derartige Randgruppen eintreten?</span><br />
Simon: Ich finde Queer-Pol. sehr wichtig und sonstige sex. Randgruppen. Ich bin selbst nicht lesbisch oder shcwul. Ich kann mich in derartige GRuppen weniger einfühlen als in meine.</p>
<blockquote><p>GO-Antrag auf Begrenzung der Redezeit auf 0 Sekunden, begründete Gegenrede: Ich wollte grad den Antrag selber stellen, aber die Leute die hier stehen haben mir gesagt, dass sie ihre Redebeiträge für sehr wichtig halten.<br />
Applaus.<br />
GO-Antrag auf Meinungsbild ob sie Leena für geeignet haben.<br />
Versammlungsleiter: Nicht zulässig.<br />
Abstimmung zur Begrenzung der Redezeit auf 0 Sekunden.<br />
Der Versammlungsleiter stellt fest, dass die Mehrheit der Anwesenden dagegen ist.<br />
GO-Antrag auf Meinungsbild, wer schon eine abschließende Meinung hat und wer sich noch unschlüssig ist.<br />
Versammlungsleiter: Nicht zulässig &#8230; zulässig &#8230; Ok.<br />
Versammlungsleiter: Der Antrag war auf Abfrage eines Meinungsbildes wer sich schon eine Meinung gebildet hat. Ihr könnt euch auch enthalten. Ihr könnt euch einfach enthalten.<br />
Diskussion auf der Bühne.<br />
Versammlungsleiter: Der Antrag ist zurückgezogen.</p>
<p>Versammlungsleiter: Ich weiß, dass Leena polarisiert und umstritten ist. Aber solange ich die Versammlung leite hat sie die gleichen Rechte.<br />
2010-05-15 19:54:27<br />
Versammlungsleiter: Man hat mir eben mitgeteilt, dass diese Versammlung hier um 20 Uhr zu Ende ist.</p></blockquote>
<p><span style="color:red;">Frage: ??? hast du weiterhin vor, unbefugte PMs rauszugeben, und letztens hast du auf der Piratinnenliste gemeint, du bist sehr beschäftigt. Wie hast du noch Zeit für diesen Posten?</span><br />
Simon: Ich habe keine unbefugte PM rausgegeben, die war privat. Das Projekt was ich außerdem am laufen habe wird im Juni stattfinden, danach steht eh incht fest, wieviel da noch weitergeht.</p>
<blockquote><p>Scamp <em>(Organisationsteam)</em>: Ich wurde nicht richtig wiedergegeben. Wir werden das hier beenden und auch wählen. Was ich gesagt habe: Das ist nicht fair das bei der Main-Orga abzuladen.<br />
Scamp: Einige haben hier 23h Dauerschicht hinter sich. Dieses Thema muss beendet werden, und es wird beendet werden. Bitte zieht es aber nicht in die Länge und seht zu, dass wir noch auf dieses wunderbare Schiff kommen.</p></blockquote>
<p>Frage: Was ist die weibliche Seite und wie unterscheidet sie sich von der männlichen und warum hängt es vom Geschlecht ab.<br />
Simon: Wir sind alle in einer Gesellschaft aufgewachsen, in der verschiedene Geschlechter verschiedene Fähigkeiten antrainirt bekommen. Gerade Frauen in der IT leisten viel soziale Arbeit. Beziehungsarbeit wäre die weibliche Seite, die ich hoffentlich auch bald bei Männern erlebe.</p>
<p><span style="color:red;">Frage: Du hast vorhin gesagt, dass Du dich aufgrund fehlender Frauen aufgestellt hast. Ich würde gerne wissen, was dich sonst noch befähigt, außer eine Frau zu sein.</span><br />
Simon: Ich meine mich zu erinnern, die Frage schon beantwortet zu haben. Ich beschäftige mich mein leben mit politik, ich studiere pol. ich bin medial erfahren. Ich habe auf die Frage schon geantwortet &#8211; und das liegt nicht daran, dass ich eine Frau bin.</p>
<p>Frage: Ich bewundere dein Engagement. <span style="color:red;">Aber du hast gesagt du bist am EUnde eines Studiums. Ich weiß, dass das viel Zeit in Anspruch nimmt, genau wie eine Vorstadnspositien. Was hat im Zweifel priorität?</span><br />
Simon: Es gibt viele Leute die Studium und Familie nebeneinandre hinbekommen. Es ist eine Herausforderung, aber es ist eine Herausforderung der ich gewachsen bin. Und ich studiere nicht auf Bachelor sondern auf Magister.</p>
<p>Frage: Mich interessiert die Meinung einer Medial erfahrenen Frau zum Vorstoß dieses BuPT zu den Genderfreien Toiletten interessieren.<br />
Simon: Es gibt für viele Dinge gute Gründe, über die sich viele Menschen schon lange Gedanken gemacht werden. Genau so ist es auch mit den Toiletten. Das wird hier etwas privat, aber ihc fühle mich wohler auf einer Frauentoilette.</p>
<p>Frage: Du hast von einer deutlichen Distanzierung von Nazis gesprochen, inwiefern glaubst du ist das noch nicht geschehen? Und: <span style="color:red;">Kannst du ein konkretes Beispiel für Benachteiligung von Frauen in der PP nennen?</span><br />
Simon: Gerade junge Parteien sind in der Gefahr von Nazis übernommen zu werden, erst recht Parteien die sich für Meinungsfreiheit einsetzen. Ein Beispiel, natürlich. Ich möchte nicht als Anflirtobjekt angesehen werden, wenn ich mich eine Runde von 10 Leuten setze. Ich will pol. Arbeit machen.</p>
<p>Frage: Ich bin erstaunt. Du hast in deinem Background einen Studienbereich etwas erzählt. In Hamburg haben wir erzählt: Wir wollen die Künstler unterstützen. Siehst du, dass das Thema immaterialgütRecht. von den Piraten bisher gut angefasst wird?<br />
Simon: Ich möchte mich in meinem Magisterthema damit auseindandersetzen, dass die Ethik der Technik hinterherrennt und dass wir nicht uns die ethischen Richtlinien von Firmen disktieren lassen. ??????</p>
<p>Frage: Leena, ich finde es gut, dass du kandidierst. Ich finde es wichtig, denn wir haben viele Leute die diskriminieren. Wenn ich sehe, dass GO-Anträge auf Fähigkeiten von Leuten gestellt werden, finde ich das schon fast unter der Würde die man in einer Demokratischen Partei haben sollte.<br />
<span style="color:red;">Versammlungsleiter: Wo ist die Frage?</span><br />
Frage: Du bist der Gegenpol zu Jens ????<br />
Versammlungsleiter: Du hättest eine Frage stellen sollen.</p>
<p><span style="color:red;">Frage: Ich begrüße die Spontaneität deiner Kandidatur, und finde deine Antworten besser als die andere Kandidaten, aber braucht eine Kandidatur nicht mehr vorlaufzeit?</span><br />
Simon: Die besten Entscheidungen sind manchmal auch Kurzschlussentscheidungen. Ich habe mir das nochmal überlegt, es ging relativ schnell.</p>
<p>Frage: Ich kenne dich nicht wirklich. Alles was ich hier mitbekommen ist Gender, Gender, Gender. Ich habe ein bisshcen die Befürchtung, dass wenn wir dich im Vorstand haben, dass dieses Thema zuviel Raum bekommt. WIe willst du durchsetzen, dass du am Ende nicht die Gender-Leena bist?<br />
Simon: Die Gender-Fragen sind aus dem Plenum gekommen, ich habe Themen genannt. Ich habe am Shcluss die Genderthematik einmal erwähnt, ich möchte, dass hier eine Stimmung herrscht, in der man sich mit den anderen Themen auch auseinandersetzen kann.</p>
<p>Frage: Ich muss nach dem ganzen Gebashe doch mal sagen: Danke das Leena die Eier hat, hier aufzutreten. Findest du auch schade, wie mit Leuten umgegangen wird, die eine andere Meinung haben?<br />
Simon: Ich finde es schon problematisch. Viele Dinge können hier offen geäußert werden, aber bei der Thematik die ich angesprochen habe, ist die Schmerzgrenze gering.</p>
<p><span style="color:red;">Frage: Ich habe hier einen ANtrag gestellt: Freie Bestimmung von Geschlecht und sex. Orientierung. Wie stehst du dazu und wie würdest du Mitglieder der PP nennen, die kein Geschlecht haben. Und warum hast du bei der Erstellung des ANtrags nicht teilgenommen?</span><br />
Simon: Ich unterstütze den Antrag, sehe aber nihct viele konkrete Maßnahmen dadrin. Ich habe nicht teilgenommen, weil ich mich aus meinem Engagement erstmal etwas zurückgezogen hatte.</p>
<p>Versammlungsleiter: Das war die Frage und Antwortrunde mit Leena.<br />
<strong><br />
Soweit das Protokoll…</strong><br />
<strong><br />
Fazit:</strong><br />
Die Piratenpartei dokumentiert hier in ihrem Umgang mit weiblichen Kandidaten, dass sie das Thema Gleichstellung der Frauen weiter verschleppt. </p>
<p>Leena Simon wurden Fragen gestellt, die auf sie als Frau abzielten.<br />
Ihre Eignung wurde von den Fragenden aus dem Saal bestritten; mit geschlechtsspezifischen Fragen, die so kein männlicher Kandidat  beantworten musste.</p>
<p>Es ist an der Zeit, dass die Diskussion dazu neu wieder einsetzt. Abgehakt ist das Thema noch lange nicht… </p>
<p>Solange das Thema nicht wieder auf die Liste kommt, kann ich keinen Anreiz für Frauen erkennen, bei der Piratenpartei mizumachen.</p>
<p>Sehr schade.</p>
<p><strong>Update: </strong><br />
<strong>Alex Kempe</strong> schreibt auch über die Frauenfeindlichkeit beim Bundesparteitag der Piratenpartei, wie er sie als ferner Beobachter, also so wie ich, über den Livestream erlebt hat: <a href="http://alex-kempe.de/politikgeplaenkel/piratenpartei-comedyshow-tag-1-in-bingen/" target="_blank" class="liexternal">Piratenpartei &#8211; Comedyshow</a>:</p>
<blockquote><p>Kommen wir aber zum letzten Punkt, der Frauenfeindlichkeit. Die Frauenfeindlichkeit und das Bashing gegenüber der Kandidatin Leena Simon waren einfach nur ekelhaft und man muß sich über die Haltung der Piraten dabei wirklich wundern, da man doch so für die Gleichbehandlung wirbt. In diesem Zusammenhang verwenden die Piraten gerne #fail und so ein Verhalten ist schon #failfailfail. Aber so ist das anscheinend wenn einige piratige Primaten und deren weiblich Pendants auf Kandidatinnen losgelassen werden.</p></blockquote>
<p>Die ausgewiesene Feministin <strong>Antje Schrupp</strong> beobachtet auch aus der Ferne in &#8220;<a href="http://antjeschrupp.com/2010/05/16/die-piraten-und-ihr-frauenproblem/" target="_blank" class="liexternal">Die Piraten und ihr Frauenproblem</a>&#8221; <del datetime="2010-05-18T21:28:48+00:00">(Lena heisst übrigens wirklich Lena Simon und nicht Leena</del> Sorry, mein Fehler. Leena heißt Leena &#8211; ich habe falsch recherchiert und mich vom Protokoll täuschen lassen. Peter):</p>
<blockquote><p>Leena Simon war mit feministischen Begründungen angetreten (wie etwa der, dass ansonsten nur Männer kandidiert hätten) und ist genau dafür heftig kritisiert worden. Aus feministischer Sicht waren ihre Anliegen relativ moderat, jedenfalls im Vergleich zu dem, was andernorts diskutiert wird. Aber es war doch deutlich, dass viele von den Frauen, die bei den Piraten aktiv sind, sich dezidiert nicht als Feministinnen verstehen wollen. Sie wollen das Geschlecht nicht thematisieren – und warfen Leena Simon vor, dass sie es tut.</p></blockquote>
<p>Der <strong>Nilzenburger Weltfrieden</strong> in &#8220;<a href="http://www.qlod.org/weltfrieden/?p=1415" target="_blank" class="liexternal">Demokratie ist, das auch mal alle MIR zuhören müssen &#8211; Piratenparteitag Bingen</a>&#8220;:</p>
<blockquote><p>Faszinierend war es im PiratenWiki mitzulesen, als eine Berliner Piratin, Leena, vorgeschlagen hatte, einen eigenen, virtuellen “Raum” nur für weibliche Piratenmitglieder zu gründen, in dem man sich austauschen kann und der eben den Frauen vorbehalten ist. Nun ist ja genug Platz da, im Internet und auch sonst macht das ja auf den ersten Blick hin Sinn, denkt man sich. Warum nicht? Schadet niemandem und bestimmt haben Frauen Themen, die sie lieber unter sich besprechen. Voll in Ordnung. Also, war jetzt so mein erster Reflex, als ich das mitbekommen habe.</p>
<p>Oh oh….das sehen viele Piraten aber anders. Dieser Vorstoss von Leena (den sie, zugegebenermassen mit einer unglücklichen bis doofen Pressemitteilung verlautbarte &#8211; und sich danach noch ungeschickter mit einem “das war eine private Pressemitteilung und keine offizielle von der Partei..” rauszureden versuchte..) kam eher so semi-gut an. Was wurde die beschimpfz als Emanze und was sie sich einbilde und wie sehr diese Idee der hochgelobten Transparenz der PP entgegen stünde und wieso Frauen denn eigentlich ihre eigene Mailingliste bräuchten, das wäre doch eigentlich sexistisch, weil Piraten nicht nach Geschlechtern unterscheiden würden, sondern nur Menschen sähen.</p></blockquote>
<p><strong>Kathrin Ganz</strong> hat auch den Livestream und Twitter beobachtet, und sie schreibt in &#8220;i heart digital life&#8221;. In &#8220;<a href="http://www.iheartdigitallife.de/postgender-in-bingen/" target="_blank" class="liexternal">Postgender in Bingen</a>&#8221; meint sie:</p>
<blockquote><p>Für mich hat dieser Parteitag gezeigt, dass eine Debatte über Geschlechterpolitik bei den Piraten zurzeit sinnlos ist. Da stellen sich Frauen hin und finden allen Ernstes, dass es kein Problem gibt, dass sie in diese Partei eingetreten sind, weil für sie Kategorien keinen Rolle mehr spielen und sie nicht zwischen Männern und Frauen unterscheiden wollen. Schön. Warum ist die Kategorie Geschlecht dann aber doch so wirkmächtig, dass sich keine einzige Frau (außer Leena Simon) findet, die Interesse an einem Vorstandsamt in ihrer Partei hat? Ist das statistischer Zufall, oder hat es doch etwas mit der Gesellschaft zu tun?</p></blockquote>
<p><strong>f!xmbr</strong>, übrigens schon ziemlich lange digital unterwegs, machte sich die Mühe und beobachtete Twitter, wie dort zu Leena reagiert wurde &#8211; in &#8220;<a href="http://www.fixmbr.de/die-piraten-ein-boesartiger-kindergarten-ist-nichts-dagegen/" target="_blank" class="liexternal">Die Piraten &#8211; ein bösartiger Kindergarten ist nichts dagegen</a>&#8220;. Neben den Screenshots der Tweets meint er:</p>
<blockquote><p>Was sich im Folgenden auf dem Parteitag der Piraten abspielte, spottet jeglicher Beschreibung. Manche Piraten scheinen in ihrer Entwicklung im Mittelalter stehen geblieben zu sein. Um es diplomatisch auszudrücken: viele Piraten scheinen keine Erziehung im Elternhaus genossen zu haben. Mehrere Piraten haben versucht, Leena öffentlich hinzurichten, es war praktisch keine Fragerunde, sondern öffentliches Gebashe um sich selbst zu profilieren und Leena Simon lächerlich zu machen. [...]<br />
Meine Meinung zu den Piraten ist bekannt, doch diese Fragerunde hat auch mich überrascht und ich bin ziemlich erschrocken. Dass solche Dinge im jahr 2010 möglich sind, hätte ich nicht für möglich gehalten. Ich denke, Fassungslosigkeit beschreibt es ziemlich gut. Im derzeitigen Zustand ist die Piratenpartei ein testosterongesteuerter Kindergarten.</p></blockquote>
<p>Auch aus der Ferne zugeschaut, via Livestream, hat <strong>Nadine</strong>. In Schatzis Blog staunt sie in &#8220;<a href="http://schatzis-blog.de/politisches/piratenpartei-wohin-fuhrt-der-weg/" target="_blank" class="liexternal">Piratenpartei &#8211; wohin führt der Weg</a>&#8220;:</p>
<blockquote><p>Was mich sehr verwundert hat, als Leena Simon dran war, daß dort auf einmal sooo viele Leute da standen in der “Hühnerreihe” um Fragen zu stellen, okay, man darf Fragen stellen, sie hat die Fragen beantwortet und sich meiner Meinung nach in der Männerdomäne gut geschlagen, die “Frau” hat echt Eier in der Hose <img src='http://www.regioblog.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  Zudem studiert sie Politik, ist jung und motiviert, aber als dann das Thema “Gender” kam, da war mir klar, daß sie die Wahl verloren hat…wie halt immer wenn es um das Thema geht. Worüber ich mich absolut gewundert habe, daß eine Frau Leena die Frage gestellt hat, ob sie das schaffen würde. Vielen vielen Männern vorher hat man diese Frage nicht gestellt…Männer sind oft noch viel mehr eingespannt als Frauen… Viele Männer tun das so ab als würde es keine “Feindlichkeit gegen Frauen” in der Piratenpartei geben, das stimmt leider nicht, es gibt solche Männer, ich habe die letzten Tage selber meine Erfahrungen mit denen machen müssen <img src='http://www.regioblog.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p></blockquote>
<p><strong>Noch ein Hinweis:</strong> Alle Zitate stammen aus Artikeln der Google Timeline, und zwar genauso wie sie heute Sonntagabend mit einer &#8220;Leena Simon&#8221; Suche gefunden wurden. Ich hab also nicht gefiltert.<br />
<strong>Für die Piratenpartei stellt sich damit eine Frage: Wie schafft sie es, dass in Zukunft der Live Stream vom Parteitag die Vorgeschichte und den Hintergrund der Kandidaten besser vermittelt </strong>.  </p>
<p>Für mich ist klar: Der Live Stream alleine verkürzt den Blick. </p>
<p>Meine Idee wäre, mal über einen piratenkundigen, unabhängigen und auch intern als glaubwürdig vermittelbaren Kommentator nachzudenken, der einen zweiten Livestream begleitet, und mit seinem Kommentar versucht Brücken zuschlagen, Hintergründe auszuleuchten und die Kandidaten auch mal am Rande der Parteitage  interviewt.<br />
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</ul>

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		<title>Social Media Kodex für Abgeordnete in öffentlichen Sitzungen</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Apr 2010 12:02:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Löwenstein</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hier entwickelte sich eine Diskussion, ob es einen besseren Kodex geben kann als die gestern vorgestellten 7 Augsburger Regeln des Augsburger Stadtrats. Über "das Internet" wurden ein paar Zeilen eines Kodex Social Media von einem Bundesverbandes wiedergefunden, die wir anpassten. Nach kurzer Diskussion wollen wir unseren Vorschlag vorstellen…]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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		</div>
<div class="picleft"><img src="http://farm3.static.flickr.com/2454/3894581750_af2c22e076_d.jpg" alt="In der Tasche: Grundgesetz Deutschland" title="In der Tasche: Grundgesetz Deutschland" width="600"/></div>
<div style="clear:left;"></div>
<p>Hier entwickelte sich eine Diskussion, ob es einen besseren Kodex geben kann als die gestern vorgestellten 7 Augsburger Regeln des Augsburger Stadtrats . Gab es nicht schon mal einen Kodex Vorschlag für Social Media? Über &#8220;das Internet&#8221; wurden ein paar Zeilen eines Bundesverbandes wiedergefunden, die wir anpassten. Nach kurzer Diskussion wollen wir unseren Vorschlag vorstellen:</p>
<div style="border: 5px solid #ececec; padding:7px; margin:5px;">
<strong>Social Media Kodex für gewählte Abgeordnete und Ratsmitglieder in öffentlichen Sitzungen.</strong><br />
1. RESPEKT<br />
Wir respektieren unsere Kollegen, Wähler und Sitzungsgäste und deren Meinungen und achten auf einen respektvollen Umgang der Akteure in den Sitzungen untereinander.<br />
2. SACHLICHKEIT<br />
Wir begrüßen themenbezogene Inhalte und sachliche Kritik.<br />
3. ERREICHBARKEIT<br />
Wir reagieren schnellstmöglich und angemessen auf direkte Fragen, Anregungen und Kritik.<br />
4. GLAUBWÜRDIGKEIT<br />
Wir stehen mit unseren öffentlichen Aussagen und Meinungen nach bestem Wissen und Gewissen für Transparenz und Glaubwürdigkeit.<br />
5. EHRLICHKEIT<br />
Wir gehen mit Fehlern offen um und verschleiern sie nicht.<br />
6. RECHT<br />
Wir respektieren die Rechte unserer Wähler, der Kollegen sowie die Rechte der Sitzungsgäste auf eigene Meinungsbildung und Meinungsäußerung.<br />
7. GEGENSEITIGKEIT<br />
Wir erwarten für uns einen fairen Umgang mit dem Amt in der Öffentlichkeit, der unsere Bemühungen für ein besseres Leben unserer Gesellschaft anerkennt.
</div>
<p>Dies erscheint uns eine Basis für einen Kodex zu sein, über den wir gerne diskutieren wollen.</p>
<p>Peter Löwenstein</p>
<p><small>Angeregt durch den  &#8220;SOCIAL MEDIA CODE OF ETHICS&#8221; des Bundesverband Digitale W<br />
irtschaft (BVDW) e.V., genauer der Social Media Fachgruppe, <a href="http://www.bvdw.org/medien/bvdw-leitfaden-social-media-code-of-ethics?media=1390" target="_blank" class="liexternal">dort</a>. </small><br />
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		<title>Ich liebe Lebensmittel!</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Apr 2010 20:52:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ingrid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
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		<description><![CDATA[Hallo Leute! Ich bin`s mal wieder - die Aushilfskassenmaus im Supermarkt Ihres Vertrauens! Und denen, die mich noch nicht kennen, möchte ich mich kurz vorstellen:
Ich bin die kleine blonde vorne rechts. Selbstverständlich bin ich in der Lage, gleichzeitig mindestens drei Kunden zu bedienen. Ich kenne den genauen Standort aller 25.372 Produkte unseres Marktes auf den Millimeter genau. Natürlich weiß ich heute schon, welche Waren wir in 5 Wochen im Angebot haben werden. Und ich liebe Lebensmittel!]]></description>
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<p>Hallo Leute! Ich bin`s mal wieder &#8211; die Aushilfskassenmaus im Supermarkt Ihres Vertrauens! Und denen, die mich noch nicht kennen, möchte ich mich kurz vorstellen:</p>
<p>Ich bin die kleine blonde vorne rechts. Selbstverständlich bin ich in der Lage, gleichzeitig mindestens drei Kunden zu bedienen. Ich kenne den genauen Standort aller 25.372 Produkte unseres Marktes auf den Millimeter genau. Natürlich weiß ich heute schon, welche Waren wir in 5 Wochen im Angebot haben werden. Und ich liebe Lebensmittel!</p>
<p>Daher kann ich jedes Bio-Produkt am Geruch erkennen. Ich bin in der Lage, mitten in der hektischsten Tageszeit eine komplette Weinprobe an der Kasse zu veranstalten und bleibe immer noch nett und freundlich wenn ich beschimpft werde oder jemand ein Päckchen Zucker nach mir wirft. Ich bin Ihnen gerne beim Abbau Ihrer Aggressionen behilflich, denn ich liebe Lebensmittel!</p>
<p>Ich bin selbstredend verantwortlich für alles, was im Markt schief geht, egal ob die heutige Tageszeitung vergriffen ist, es draußen regnet oder jemand eine Flasche Speiseöl auf dem Laufband zerdeppert. Ich kenne den Unterschied zwischen anionischen und nicht ionischen Tensiden und helfe zwischendrin gerne mal mit einem Rezeptvorschlag für ein Viergängemenue aus. Ich liebe Lebensmittel!</p>
<p>Dank meiner telepatischen Fähigkeiten erkenne ich sofort, ob jemand alt genug ist um Alkohol kaufen zu dürfen oder nicht. Ich beruhige schreiende Kleinkinder und streitende Ehepartner. Ich lächle, bin mitfühlend und ersetze meinen Kunden gerne den Psychiater. Und ich trage es mit Fassung, wenn der 12 Kunde sich beschwert, weil er sein Obst bei uns selbst wiegen muss. Denn ich liebe Lebensmittel!</p>
<p>Persönliche Freizeit ist mir ein Greuel. Daher verbringe ich meine Samstagabende mit Vorliebe an der Kasse und es macht mir überhaupt nichts aus, wenn 3 Minuten vor Feierabend noch 5 Leute in den Laden stürzen und ihren kompletten Wocheneinkauf erledigen. Das Fernsehprogramm am Samstagen wird ohnehin überschätzt. Ach ja &#8211; und ich liebe Lebensmittel!</p>
<p>Es bereitet mir Freude, schweres Katzenstreu, Blumenenerde oder zentnerweise Kartoffelsäcke herumzuwuchten. Ich bin in der Lage, gleichzeitig zu kassieren, die Nachbarkasse zu putzen und den Zigarettenautomat aufzufüllen. Ich besitze einen schier unerschöpflichen Vorrat an Plastik-Einkaufswagen-Chips und -selbstverständlich- kostenlosen Plastiktüten. Ich bewache abgestellte Einkaufstaschen, beaufsichtige verlorengegangene Kinder und repariere nebenbei den Leergutautomat. Ich liebe Lebensmittel!</p>
<p>Dank meiner magischen Fähigkeiten kann ich an Ihrer Nasenspitze erkennen ob sie beleidigt sind, wenn ich Ihrem Kind keinen Lolli gebe, oder ob Sie mir die Zahnarztrechnung schicken, wenn ich es tue. Und ich bin in der Lage, erste Hilfe zu leisten, wenn Sie zwar Tomaten gekauft, aber beim Wiegen die Nummer für Zitronengras eingegeben haben und die Endsumme Ihres Einkaufs daher 2345,&#8211; Euro beträgt. Und falls ich es noch nicht gesagt haben sollte &#8211; ich liebe Lebensmittel!</p>
<p>Ich freue mich total, wenn jemand eine halbe Stunde vor Feierabend noch 54,30 Euro mit roten Münzen bezahlt, weil &#8211; ich zähle ja so gerne Geld, auch wenn es nicht mein eigenes ist. Und meine Euphorie kennt keine Grenzen, wenn der dritte Mann mit dem Spruch kommt, dass er den Kassenbon nur mit nimmt, wenn ich meine Telefonnummer auf die Rückseite schreibe. Übigens sagen das nur Männer, die eindeutig über 70 sind&#8230;&#8230;seufz! Aber das macht nichts &#8211; denn ich liebe Lebensmittel!</p>
<p>Also &#8211; kommen Sie mich doch mal besuchen. Ich warte auf SIE. Im Supermarkt Ihres Vertrauens!<br />
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		<title>Hurra, wir leben noch!</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Mar 2010 07:56:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator><a href="http://www.spd-muenster-altheim.de" rel="nofollow">Meike Mittmeyer</a></dc:creator>
				<category><![CDATA[Meinung]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Lokaljournalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Nachbarschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Man müsste meinen, auch Lokalzeitungen hätten langsam den Ernst ihrer Lage erfasst. Auflagen und Reichweiten schwinden vielerorts, und selbst wo das noch nicht geschieht, sterben Leser langsam aus, Junge kommen kaum nach. Doch statt den Problemen ernsthaft zu begegnen, schweben viele Lokal-Veteranen mit kuschelweichen Umfrageergebnissen lieber weiter auf Wolke sieben. Wenn das so bleibt, ist nicht das vielbeschworene, böse Internet ihr Todesurteil. Sondern  ihre eigene Ignoranz.]]></description>
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<div class="picleft"><div id="attachment_3824" class="wp-caption alignleft" style="width: 610px"><img src="http://www.regioblog.de/wp-content/images/2010/03/everyblock.png" alt="Everyblock - eine amerikanische Nachrichtensite mit Infos aus jedem Stadtteil" title="Everyblock - eine amerikanische Nachrichtensite mit Infos aus jedem Stadtteil" width="600" height="435" class="size-full wp-image-3824" /><p class="wp-caption-text">Everyblock - eine amerikanische Nachrichtensite mit Infos aus jedem Stadtteil</p></div></div>
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<p>Man müsste meinen, auch Lokalzeitungen hätten langsam den Ernst ihrer Lage erfasst. Auflagen und Reichweiten schwinden vielerorts, und selbst wo das noch nicht geschieht, sterben Leser langsam aus, Junge kommen kaum nach. Doch statt den Problemen ernsthaft zu begegnen, schweben viele Lokal-Veteranen mit kuschelweichen Umfrageergebnissen lieber weiter auf Wolke sieben. Wenn das so bleibt, ist nicht das vielbeschworene, böse Internet ihr Todesurteil. Sondern  ihre eigene Ignoranz.</p>
<p>„Näher ran! Das Lokale soll die Zeitungen aus der Krise führen“, titelte das internationale Journalismus-Magazin <a href="http://www.message-online.com/" target="_blank" class="liexternal">message</a> in seiner ersten Ausgabe im Jahr 2010. Hört, hört, dachte ich und war gespannt, mit welchen innovativen Konzepten man hier aufwartet, um die Lokalberichterstattung endlich ins zweite Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts zu hieven. Wo sie doch bislang nicht selten noch mit Internetauftritten im 90er-Jahre-Stil vor sich hindümpelt und sich darüber wundert, wo denn all die Leser plötzlich hin sind und warum die Zeitungen in den Kiosken liegen bleiben.</p>
<p><strong>Überraschende Ergebnisse</strong></p>
<p>Ein Großteil der zwölfseitigen Berichterstattung über die Zukunft der Lokalzeitungen in der „message“ stützt sich auf die Erkenntnisse des Forschungsprojektes „Leserpanel“ des Instituts für Praktische Journalismusforschung (IPJ) aus dem Oktober 2009. Darin wurden sage und schreibe 1.286 regelmäßige Regionalzeitungsleser (!) befragt, was sie an ihrer Regionalzeitung denn besonders schätzen. Das „überraschende“ Ergebnis: 79,6 Prozent der regelmäßigen (!) Regionalzeitungs-Leser bevorzugen den Regional- beziehungsweise Lokalteil! Donnerwetter! An dieser Stelle hätte ich gerne mal eine Studie darüber gesehen, wie viel Prozent der regelmäßigen Leser von Fußballzeitschriften sich für Fußball interessieren.</p>
<p><strong>Alleinstellungsmerkmal nicht auf ewig gepachtet</strong></p>
<p>Denn für den überregionalen Teil interessieren sich von den Befragten nur 35,7 Prozent. Ich weiß nicht, ob jemand bei der Auswertung dieser Studie jemals daran gedacht hat, dass sich vielleicht nur so wenige Leser für den überregionalen Teil interessieren, weil sie Welt- und Deutschland-News längst im Überfluss im Internet finden. Die lokalen News dagegen sind bislang noch meist ein Alleinstellungsmerkmal der Lokalzeitungen. Das heißt aber nicht, dass das auf ewig so bleibt. Vielerorts, vor allem in Regionen mit Regionalzeitungs-Monopol, wächst eine beachtliche journalistische Konkurrenz im Internet heran. Aber die wird vom Print-Establishment nur allzu gern als unprofessionelle Internet-Spinnerei abgetan. Dass dort tatsächlich eine ernstzunehmende Konkurrenz entstehen könnte, die im Hoheitsgebiet der Lokalzeitungen – der Lokalberichterstattung – wildert, wird nur allzu gern weggewischt.</p>
<p><strong>Mauern zwischen Print und Online</strong></p>
<p>Doch Moment, es kommt noch viel besser. Ein weiterer Teil der Befragung, die im Übrigen (man höre und staune) online stattfand, bezog sich auf den Internetauftritt der jeweiligen Regionalzeitung. Auch hier kam die Untersuchung zu der bahnbrechenden Erkenntnis, dass 51,7 Prozent der Leser am Online-Auftritt ihrer Zeitung den Lokalteil schätzen. Aber, aufgepasst: Ohne den kleinen, aber bedeutenden Hinweis, dass rund zwei Drittel (!) der regelmäßigen Regionalzeitungs-Leser den Online-Auftritt ihrer Zeitung überhaupt nicht nutzen, könnte man an dieser Stelle auch schon wieder in Jubelschreibe über die Rettung der Lokalzeitungen ausbrechen. Denn diese Erkenntnis ist im Grunde eher besorgniserregend: Wenn es der Zeitung nicht gelingt, Zeitungsnutzer auf ihre Internetseite zu holen, gelingt das wohl auch kaum umgekehrt. Zwischen Print und Online stehen Mauern – und die stehen vermutlich auch in den Köpfen vieler Verantwortlicher. Dabei müsste doch einleuchten, dass ohne sinnvolle Konzepte zur Verknüpfung und Ergänzung von Zeitung und Internetauftritt beides früher oder später in der Bedeutungslosigkeit versinkt.</p>
<p><strong>Könige ohne Land</strong></p>
<p>Überhaupt lässt die gesamte Befragung erhebliche Zweifel daran, dass sich die Lokalzeitungs-Branche nun auf ihren Ergebnissen ausruhen kann, so schön sie auch klingen mögen. Die hohen Prozentzahlen täuschen über die Tatsache hinweg, dass den meisten Lokalzeitungen rapide die Leser davonlaufen. Wir kennen dieses Phänomen aus der Politik: Wenn bei Bürgermeisterwahlen ein Amtsinhaber mit „überwältigender Mehrheit“ von 75 Prozent in seinem Amt bestätigt wurde, wähnt er einen großen Teil der Bevölkerung hinter sich. Liegt die Wahlbeteiligung aber nur bei 39 Prozent, sieht das Ergebnis schon wieder gar nicht so rosig aus: Der Rückhalt des Bürgermeisters im Verhältnis zur Gesamt-Bevölkerungszahl schrumpft auf ein Minimum; der Großteil der Bevölkerung interessiert sich nämlich de facto kein bisschen für ihn.</p>
<p><strong>Lokales auf Seite eins reicht nicht</strong></p>
<p>Mehr Lokalbezug, wenn er denn gut gemacht ist, kann den regionalen Tageszeitungen in Deutschland nur gut tun, daran habe auch ich keinen Zweifel. In einer immer komplizierteren, globalisierten Welt suchen die Menschen nach Halt und Orientierung, dies kann der Lokalteil ihnen geben, indem er erklärt, einordnet und herunterbricht. Dennoch dürfen sich die etablierten Lokalzeitungs-Macher nicht darauf versteifen, dass alles wieder gut wird, wenn sie Lokalnachrichten auf Seite eins der Zeitung holen und sich danach zurücklehnen. Gleichzeitig müssen sie Konzepte finden, wie sie auch Online zu einer festen Größe werden und neuen Anschluss finden statt sich abzukapseln. Jeder, der den Untergang des Print-Abendlandes beweint und den schwarzen Peter dem Internet zuschiebt, sollte endlich anfangen, das Web mit seinen vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten für sich zu nutzen, statt sich hinter Papierbergen  zu verbarrikadieren. Niemand ist eine Insel – aber viele Lokalzeitungen sind auf dem besten Weg dorthin, wenn sie nicht von ihrer Wolke sieben heruntersteigen. Oder fallen. Und dabei hart aufschlagen.<br />
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